Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
405-406
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405 Egoismus

Ehehaften 406

ebenso hd. 1462 bei Mone Anz. 7, 154 fg., auch 1561 bei Maaler aus dem Schweize- rischen, Egken 1577 bei Junius 194 b. Mhd. dafür gewöhnlich egede, eide f.(das 1. noch alem.-schwäb., das 2. hess.), mnd. ebenso, md. 1517 bei Trochus Q5 b eyden, ahd. egida, and. egicha, ags. egede, egdte f. Verwandt ist lat. occa f.(aus*otela)«Egges, occãre eggen», lit. akéti«eggen», dazu ke οs Pl.«Eggen, preuß. aketes, korn. oket, kymr. oged Eggey gr. ökivn. 4BL. eggen, v. Alternhd. auch egen. Mhd. egen und eggen, ahd. egen, ecken (beide Formen aus vagjan).

Egoismus, m.: Selbstsucht. Mit lat. En- dung aus franz. 6goisme m., abgeleitet von lat. ego«ichy. Bei Roth 1791. Egoſfst, m.(en, Pl.-en): der Selbstsüchtige. Aus franz. égoiste m. Zu Anfang des 18. Jh. bei Chr. Wolff vernünft. Gedanken§ 944 Egoiste m. als philosophischer Ausdruck. Davon egofstisch, adj.: selbstsüchtig.

eh, Interj. des Aufforderns, leichten Stau- nens. Wohl aus der franz. Interj. eh! Bei Nicl. v. Wyle d.

ehe, eh, 1. adv.(jetzt fast nur mit kom- parativischer Endung eher): früher; lieber. 2. konj.: früher als, bevor. Mit Anfügung eines adverbiellen e(h ist dann hiatusfüllend zwischen getreten) aus mhd., geschwächt aus ér, ahd. ér, adv.(auch konj. und präp.) cfrühery; dazu asächs.-afries. ér, ndl. eer, ags. Eyr, engl. ere, got. airis«frühery». Dies ist das Adv. des Komp.(mit abgefallener Komp.-Endung außer im Got.) und steht neben dem adjektivischen got. airiza, ahd. ériro, mhd. érre, erre«der frühere». Der Positiv findet sich als got. air, ags. Er, anord. ãr, adv.«frühen. Vgl. auch erst und ehest. ehe gehört weiter zu gr. äpicrov n. (aus*Giepicrovy)«Frühstück», ſipi«in der Frühey, aw. ajaro am Tagey. Die Form ehe in md. Quellen des 15. Jh., dann der Kanzleisprache geläufig, wird auch von Luther gebraucht(Dasypodius 1537 hat eh, Maaler 1561 cc). In dem Adv. eher ist die Komp.-Endung angefügt, bei Luther noch selten neben ehe, Stieler 1691 hat(S. 359) für das Adv. eher. Als Präp. ist ehe- nur noch in ehedem, ehedessen, ehegestern, ehemals (s. d.) erhalten.

Ehe, f.(Pl.-n): gesetzliche Verbindung von Mann und Weib. Mit Anfügung der

Endung-e(h ist hiatusfüllend zwischen- geschoben) aus mhd. 5, früher éece f., ahd.

bwa, ba f.«Ewigkeit, endlos lange Zeity, (eig. seit undenklichen Zeiten geltendes?) Recht, Gesetz, Vertrag»,(dann, zuerst bei Notker)«Rechtsverhältnis zwischen Mann und Weib», asächs. 60 m. Gesetzy, afries. Seα f.«Gesetz»(unser Ehe ist im Afries. äfte f. wie ndl. echt m., s. echk), ags., εινν f. Leben, Gesetz, Ehe», got. aiwos m. Zeit, Ewigkeity. Es entspricht lat. aevum n.«Zeit, Lebenszeit, Ewigkeit⸗, aetas(aus aevitas) f. Zeitaltery, aeternus(aus aeviternus)«ewig», gr. dichv m. Ewigkeit», diei, aiéc«immery, aind. djus n.«Lebensdauery». Die Bed.«Ge- setz, Vertrag, Ehey kann im Germ. entwickelt sein, vgl. Ding, doch trennen manche das Wort in dieser Bed. ganz und stellen es so zu aind. 5vas m.«Gang, Wandel, Sitte» oder recht unwahrscheinlich zu lat. aequus«gleichy, wobei dann ein Guttural im Germ. ausge- fallen sein müßte. Vgl. Meringer Idg. Forsch. 18, 295. 48. ehelich, adj. u. adv. Mhd. &lich; ahd. éolih, élih ist«gesetzmäßigy. Da- von ehelichen, v., spätmhd. élichen. ZU0S. Ehebett, n. Bei Luther. ehebrechen, v.: die eheliche Treue verletzen, mhd. ébrechen. Davon Ehebrecher, m., mhd. ébrechcre, und Ehebruch, m., spätmhd. ébruch m. Ehefrau, f., mhd. evrouwe f. Ehegespons, m. n.(-Ses, Pl.-): s. Gespons. Ehehaften, Pl.: rechtsgültiges Hindernis. Mhd. éhafte, ahd. éhaftli f. ist«Recht, Pflichty, abgeleitet von mhd.-ahd. éhaft gesetzmäßig, rechts- gültigy, s. echt. Ehehalt, Ehalt m.: Person, die vertragsmäßig der Dienstbote eines an- deren ist; Pl. Ehehalten«Hausgesindey. In Schwaben, Bayern, Osterreich. Mhd. éhalte, ahd. éhalto m.: der das Gesetz Haltende,(a) das göttliche:«Priester»,(b) das eines andern: Dienstbote). Ehekrüppel, m.: gebrech- licher Ehemann. Bei Henisch 1616. ehelos, adj. u. adv. Bei Luther, mhd.&lõs ist«außer- halb des Gesetzes stehendy. Ehemann, m., mhd. émon m. Ehepakten, Pl.: gegen- seitiger Heiratsvertrag. Bei Ludwig 1716. Vgl. Pakt. Ehestand, m. Bei Luther. ehedem, adv.: vor dieser Zeit. Erst bei Adelung 1774. Früher dafür ehecdles, ehe- dessen(Gellert verm. Schr. 1, 24), mhd.-ahd. 5 des. ehe hier als Präp. wie häufig mhd. 6. ehegestern, adv.: vorgestern. Mhd. égester, spätahd. ér-, égestere, égesteren, d. i. 6, ér als Präp. mit dem Dat. gestere, gesteren; dazu ndl. eergisteren, ags. Srgistranddœg. Ehehaften,- krüppel, lich usw., s. Ehe. 26*