Aas 2
a, der erste Buchstabe des Alphabets. Re- densart: das 4 und das O, das Erste und das Letzte»(Offenb. Joh. 1, 8), denn A ist der erste und das lange O der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets.
-a,-ach, Endung bei Fluß- und danach bei Ortsnamen, 2. B. Fulda, Salzach. Mhd.-ã und ahe, ahd.-ũ und-aha. Urspr. ein selbständiges Wort(als Flußname Aa, Achef. noch erhalten), in der Bedeutung fließendes Quellwassers, mhd. ahe, ahd. ahaf. Wasser, Fluß; dazu asächs. aha, ags. éa, anord. 6, schwed. d, dän. aa, got. alba f. Flufß. Verwandt ist lat. aqua f.«Wassery; viel- leicht aind. agva- in ägvãvant-«wässerig» und kam Wassery. Vgl. Zupitza Gutt. 60, Walde s. v. aqua, dagegen Uhlenbeck Btr. 30, 257. Eine Nebenform ist-aff, 2. B. in Aschaff(ndd. -ep, 2. B. in Lennep), ahd.-affa, die auf ein kelti- sches apa(p für gu eingetreten) zurückgehen soll. Doch vgl. Bremer Pauls Grd. 21,774.801 f.
ä, Interj. des Verabscheuens(Pfui! as ist das ein ã Geschmack, Goethe Satyros 1). Schon 1573 bei Ölinger Gramm. 165 dh als Adv.(Interj.) des Spottens, Höhnens neben pfuy, pfudich und bäh; ä als Interj. des Scheltens 1541 bei Frisius 399², auch des Nachrufens und Klagens bei Maaler 11.
Aal, m.(s, Pl.-e), schon bei Dasypodius 1537 Aal. Aus mhd. ahd. ãl m.; dazu ndl. aal, ags. El, engl. eel, anord. ãll, schwed. dl, dän. aal m. Kaum nach E. Schröder ZfdA. 42,63 aus *õdlos«der eßbare Fisch» oder der Fresser», vielmehr besteht wohl Verwandtschaft zu dem 2. Teil von lat. angu-illa f. gr. Erx-Auc f.«Aaly. Der Pl. lautet älternhd. wie im mhd. gewöhn- lich Ale(so noch 1773 Goethe im Götz, d. j. Goethe 2, 344), doch Aale schon bei Henisch 1616, seit Adelung(der Ale nur aus der Schweiz kennt) Regel.
Aalbaum,-“eere, s. Albaum, beere.
Aalraupe, f.(Pl.): breitmäuliger und breitköpfiger aalähnlicher Fisch, gadus lota. Mhd. bloß rupe(rüpe?), ruppe, ahd. ruppa, da- neben mhd. rutte f., entlehnt aus lat. rubéta f. Prosch, Krötey, wohlwegen Ahnlichkeit in der
weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
Kopfgestalt mit der Froschbrut. Zusammenges. Alrup bei Alberus Fab. 19, 144, Aalrupp 1563 in Forers Fischbuch 172 neben Rup, Raup, später wird Aalraupe herrschend(doch Aal- ruppe noch bei Adelung 1793). Im Ndd. gleich- bedeutend Aalquappe, s. Ouappe.
Aar, m.(s, Pl.-e):(dichterisch) Adler. Aus mhd. ar, ahd. aro m.; dazu anord. are, got. ara, daneben(mit andrer Suffixbildung) mhd. ahd. arn, ndl. arend, ags. earn, anord. schwed. örn, dän. örn. Verwandt sind abg. orilä, lit. erélis, preuss. arelis, kymr. eryr, bret. er Adlery; das griech. öpvic m. f. scheint als Grundbedeutung«Vogel» zu erweisen(vgl. auch mnd. dũf-arne m. Täuber»). Luther ge- braucht das sonst im 16. Jh. häufige Wort (z. B. bei Hans Sachs, Aventin, Mathesius, Fischart, Arn bei Waldis, Ringwald, Rollen- hagen) nicht(nur das Komp. Fischar), daher wird esspäterungebräuchlich(Schottel, Stieler, Dentzler, Rädlein, Steinbach verzeichnen es nur in der schon im 15. und 16. Jh. auftre- tenden Bed.«Falke, Habicht, Sperberꝰ, oder Geier», Frisch 1741«jeder große Raubvogel, besonders Adler»), in der zweiten Hälfte des 18. Jh. lebt es(im Anschluß an das im Nd. erhalten gebliebene Arn) als poetisches Wort wieder auf, von Bürger, Voß u. a. gebraucht, während es Schiller nur 11, 295, Goethe im Faust 5462 verwendet. Vgl. v. Bahder Btr. 22, 520 f. Die ursprüngliche schwache Flexion ist fast ganz der starken gewichen(Adelung 1793 verlangt noch den Pl. Aaren).
1Aas, n.(Gen. Aases, Pl. Aser): verwesendes Fleisch; Schimpfwort. Aus ahd. mhd. ds n., dazu mnd. ds, ndl. aas, ags.&s n., altes f- Parti- zipium(εtto-) von essen, also eigentl.«Speise der Raubtiere und Vögel». Bei Luther aß mit gleichlautendem Pl., bei Dasypodius 1537 auf, bei Gueintz 1645 Aus. 48L. aasen, v.: das Fleisch von dem Felle schaben beim Gerben (bei Frisch 1741);(in etwwas a.) in unrein- licher Weise in etwas, z. B. einer Speise, herum- wühlen, es vergeuden(norddeutscher, von Heynatz 1775 verzeichneter Ausdruck).
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