Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
3-4
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3 Aas

Abele 4

2Aas, n.(Gen. Ases; besser 46 zu schrei- ben): Viehfutter. Mhd. ahd. ãz n. ist allge- meiner«Speisey. Dazu asächs. anord. ãt n., ags. ct m.«Speisey Dehnstufige Bildung von essen, entspricht abg. jadi f., lit. édis m.«Speise?. Vgl. auch Walde s. v. jejunus. 4 BL. aaßen, v.: fressen(vom Wilde). Als weidmänn. Aus- druck bei Jablonski 1721. S. äsen.

ab: weg von, nieder von. 1) Präp. mit Dat., veraltet und nur noch obd.(bei Hebel, Gotthelf) z. B. ab den Bergen«nieder von den Bergenv. Das kaufmännische Hambarg ist verkürzte Ausdrucksweise für von H. ab. In Zusammensetzungen: abhanden, abseiten (. d.). 2) Raumadv. In der verbalen Zu- sammensetzung bezeichnet es auch bloß die Vollendung der Tätigkeit, z. B. ablaufen, ableben, abschließen, die Erschöpfung der Tätigkeit in bezug auf ein Objekt, z. B. ab- engstigen, abfüttern, abprügeln, sowie die Ubertragung auf ein anderes, z. B. abhbilden, abdrucken. In der nominalen Zusammen- setzung kann 45- zur Bezeichnung des Ver- kehrten, Minderwertigen, Negativen stehen, so schon ahd. in abgot und weiter ausgebreitet im Mhd., indem es vielfach an Stelle eines ältern ã- tritt, so mhd. abegunst f.«Mißgunst» neben ãgunst, ahelcust f.«Schlechtigkeity neben ãäkust, abewitze f.«Torheite neben dwitze (vgl. aber-, after-). Viele Zusammensetzungen wie Abbild, Abdruch haben sich von den verbalen aus entwickelt. Mhd. abe, ab, ahd. aba; dazu asächs. ndl. af, ags. engl., anord. schwed. dän. a†, got. f«von», verwandt mit, skr. dpa«ab, hinwegy, gr. ânò«vons, lat. ab, alb. prapo«wieder, zurück»(aus*eαφe⁴ñꝙoñ), lit. in apaba«der untere Teil». Bei Luther und sonst im ältern Nhd. kommt auch noch die Form abe vor, die archaisierend auch Goethe, Faust 11 191(abestürzt), Pandora 762(mit abegewendetem Blick) braucht(aber abe als Ausruf bei Schiller Räuber 4, 3 ist dialektisch für abhin= hinab).

Abart, f.(Pl.-en):(veraltet) herunterge- kommene Art(so noch Schiller Räuber 1, 1); Nebenart, Spielart(von Adelung 1774 als naturwissenschaftlicher Ausdruck angeführt). Von abarten, v.: aus der Art schlagen. Bei Comenius 1640.

abäschern, v.: sich abmüden. Eig. sich beim Aschern(s. d.), cbeizen mit Asches müde machen. Bei Adelung 1774 abeschern.

Abbild, n.(-es, Pl. er): Wiedergabe eines Bildes. Schon frühnhd. vorkommend(1515

Sallust N6 abpild), aber erst in der neuern Dichtersprache üblicher geworden. Von ab- bilden, v.: frühnhd.(auch bei Luther).

Abbiß, m.(Gen. 45b5b sses): die Pflanze scabiösa succisa. Eig. Teufels A. Der Name, weil die unten wie abgebissen aussehende stumpfe Wurzel nach dem Volksglauben vom Teufel abgebissen ist. In frühnhd. Glossaren (Dief.-Wülcker 4).

abblitzen, v.: ohne Erfolg abziehen, mit einem Anliegen schroff abgewiesen werden. Erst in der neuern Sprache. Bildlich aus der bei ältern Schießgewehren vorkommenden Bed.«aufblitzend ohne Erfolg verfliegenv(das Pualver duf der Pfanne, das Geuvehr hlitzte 45).

abbreviieren, v.: Wörter in der Schrift abkürzen. Aus mlat. abhrevicre abkürzen?. In der frühnhd. Kanzleisprache. 4 BL. Ab- breviatur, f.: Abkürzung(Reichsordnungen 82² vom J. 1512), aus mlat. abbreviatra.

Abbruch, m.(-es, Pl. Abbrüche): das Ab- brechen; Schädigung, Beeinträchtigung. Spät- mhd. abebruch m. Die 2. Bedeutung(jetzt nur noch in 4. lan) schließt sich an mhd. abebrechen, älternhd. abbrechen(mit Dat.) c«wegnehmen, entziehen, schädigen» an.

Abe, n.(*J, Pl.-e): die(nach den drei ersten benannten) Buchstaben in ihrer Reihenfolge (1452 bei Janssen Frankf. Reichscorr. 2, 118); die Anfangsgründe einer Wissenschaft. ZUS. Abebuch, n.(in frühnhd. Glossaren). Abe- schütz, m.(-en, Pl.-en): Anfünger im Lesen- lernen(bei Stieler 1691). Im 15./16. Jh. wurden die jüngern Schüler, die von den ältern unter- richtet wurden, Schützen genannt(Schmeller* 2, 493 von 1418.)

Abdachung, f.(Pl.-en): allmühliche Nei- gung einer Fläche wie bei einem Dache. 1616 bei Londorp Acta publica 1, 153 b.

abdanken, v.: 1) intrans.(veraltet) eine Dankrede halten, bes. bei einem Leichenbe- gängnis; sein Amt(eig. dankend) niederlegen. 2) trans. jemand(eig. mit Danx) verabschie- den. Das ältere Nhd. kennt dies a. nur mit dem Dativ, der trans. Gebrauch tritt zuerst bei Comenius 1640 auf; a. sein Amt nieder- legen» bei Stieler 1691.

Abdecker, m.(*s, Pl. wie Sg.): Schinder. Eig. der dem gefallenen Vieh die Decke d. i. Haut abzieht. Im 16. Jh. Von dem veralteten abdecken die Haut abziehen, schindens(Lilien- cron 4, 56, v. J. 1532).

abdrieseln, s. abtröseln.

Abéle, f.(Pl.-n): Pappel. Von Voß aus