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Geschworne 702
geschraubt, Part. von schrauben(s. d.) als Adj.: gekünstelt, eig. künstlich hochge- dreht. Bei Luther Tischred. 413²2, Fischart Garg. 342.
Geschrei, n.(-es, Pl.-e): wiederholtes Schreien; Gerede, Gerücht(um 1480 im Voc. inc. teut. i 3 b, bei Schiller Kab. 1, 1). In der 1. Bed. mhd. geschreie, geschrei, auch geschreige, ahd. giscreigi n.; dazu mnd. ge- schrige n. neben geschricht m. n., mndl. ghe- schrey n. Kollektiv zu ahd. screi m.(Gen. screiges), von schreien(s. d.).
Geschütz, n.(-es, Pl. ·e): große, schwere Schußwaffe, Kanone(1512 bei Soltau Volksl. 2, 66); Gesamtheit solcher Schußwaffen. Mhd. geschütze, geschütz, früh geschuzze, md. ge- schutze n.«Schießzeug, Gesamtheit von Schieß- waffen,(im 14. Jh.) von Feuergeschützen», mnd. geschutte n. Kollektivbildung zu mhd. schuz, schutz m.«Schuß»(s. d.).
Geschwader, n.(*N, Pl. wie Sg.): Reiter- schar; Flottenabteilung; langgedehnter Zug von vielen einzelnen. In der 1. Bed. 1537 bei Dasypodius und der Pl. Geschawdder 1532 bei Busteter ernstl. Bericht 29, 36, älternhd.
auch vom Fußvolk; dazn mndl. gheswadder;
in der 2. Bed. 1775 bei Adelung; in der 3. Bed. bei Schiller Kraniche v. 18 und schon 1575 bei Fischart Garg. 376 ein Geschaader Merchen(Tauchervögel). Wie mhd. swader «Heerhaufey, älternhd. Schaader m. n. und mnd. S:udle, schaace m., geszwat n. Reiter- schary, entlehnt aus ital. squadra, span. es- quadra f.«Viereck von Reitern, Rottey, urspr. Winkelmaß), franz. escadye, älter esquadye f. & Flottenabteilung», von ital. squadrare«vier- eckig machen»(s. Eskadron, Schoachon). Geschwätz, n.(-es, Pl.-e): wortreiches oder trauliches Gespräch; gehaltloses Spre- chen. Mhd. geswwetze n. Zu schawätzen(s. d.). geschwätzig, adj.: gesprächig, schwatzhaft, bei H. Sachs Fab. 348, 8 geschweczig, zu- sammeng. mit spätmhd. stwetzic(s. Schadtzig); davon Geschwätzigkeit, f., 1577 bei Fischart Flöhh. C 7² v. 1292 Gschaetzigkait. geschweige, konj.: abgesehen von, um wieviel mehr, eig. ich schweige still in Be- kreff, lat. ne dicam. 1517 im Teuerdank 109, 81 geschzeig, bei Luther geschweige, geschweig neben schweige, schaweig und ich geschweig, im 15. Jh. im Buch der Beispiele der alten Weisen 148, 27 ich geschayg als steigernder Zusatz. Von dem intrans. Zeitwort älternhd. geschaeigen, mhd. geszwigen, ahd. giszwigén und
giswigan«stillschweigen, stumm sein». Dazu transitiv geschweigen, v.(Prät. geschweigte, Part. geschweigt): schweigen machen, zum Schweigen bringen, mhd. gesteigen, ahd. gi- sweigan u. geszeigén, geszweigön(s. schweigen).
geschwind, adj.: in kurzer, selbstkürzester Zeit sich fortbewegend. Um 1480 im Voc. inc. teut. k 4 b geschinde, mhd. geswinde ckühn, ungestüm, schnell», im ältern Nhd. auch«klug, schlau, arglistigy. Zusammenges. mit älternhd. schawind, md. Swinde, swint «stark, gewaltig, heftig, gescheit, listig, be- trügerisch», ahd. in Eigennamen wie Adal- saind, Irminswinda; dazu asächs. stidi, sewich, ags. Sν stark, heftig», anord. svinn«klug, verständig», auch«starkströmends, got. Seinps «stark, kräftig, gesund» und in Eigennamen, z. B. Reccasuinth, Amalasuintha. Vielleicht verwandt mit air. fétaim, sétaim«ich kann). Der Vergleich mit lit. Sve3tas, abg. sugläü, aw. Spanta-«heiligy(Johansson Btr. 15, 238) hat eine Parallele an gr. iepéc cheiligy, aind. igirãs«kräftigy. 4L. Geschwindigkeit, f.: Schnelligkeit, 1516 bei Pinicianus N4, älternhd. im 16. Jh. auch Ungestüm, Klug- heit, Schlauheit.
Geschwister, n.(-S, Pl. wie Sg.): Kin- der von einerlei Eltern. Mhd. geszwister Pl. «Schwestern», dann mit Einschluß der«Brü- der), ebenso ahd. und asächs. gisewester Pl. sleibliche Schwester», mhd. geszwester, ags. ge- soeostor, eine alte Pluralbildung zu Schwester, genau wie Gebrüder(s. d.). Jedoch später als Kollektiv von Schoester aufgefaßt, daher im Sing. als Neutr. sowohl von der Gesamt- heit der Brüder und Schwestern(im 16. Jh. bei Schweinichen 2, 202, bei Lessing Nathan 1, 2) als von einzelnen Personen(Weist. 1, 654 von 1384, beim j. Goethe 1, 261). Mit andrer Bildung mhd. der Pl. geszwisterde, ge- soistrice(noch schweiz. Gesehwisterte, Ge- schwusterte) und das Neutr. geswistergit, meist im Pl. geszwistergide. 4. geschwister- lich, adj., 1514 bei Keisersberg Eschengrüdel a 32 geschewusterlich. ZUS. Geschwister- kind, n., 1429 im Liber ord. rer. 5 b ge- swisterchind, neben mhd. gesewisteride kint, gesꝛvister gidkint; ander Geschwisterkcind«deren Großeltern Geschwister waren», bei Luther Tischred. 315 b.
Geschworne, m.(-n, Pl.-n): eidlich wozu Verpflichteter. Mhd. geswworne m., die schwache Form von mhd. gesworn, Part. Prät. von schwöõren(s. d.). ZUS. Geschwornenge-


