Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
699-700
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699 Geschlinge

Geschoß 700

kien forderon slahan). Der Plur. mhd. ge- slehte, bei Luther Geschlechte und so noch Günther 437, Klopstock Mess. 1, 110, aber bereits im 16. Jh. Geschlechter(Zimm. Chron. ² 3, 211, 41, Fischart Garg. 31). 4L. Ge- schlechter, m.(-s, Pl. wie Sg.): reichs- städtischer Patrizier, 1507 bei Wilwolt v. Schaumb. 107, von geslaht n.«ratsfähige Pa- trizierfamiliey(1386 bei Mone Zeitschr. 15, 43), geschlecht n. Gesamtheit der Patrizierfamilien⸗ (1517 bei Trochus E 3⁴). geschlechtlich, adj., 1808 bei Campe. ZUS. Geschlechts- register, n., bei Luther Geschlechtregister. Geschlechtsteil, m., 1794 bei Nemnich neben Geschlechtsglied. Geschlechts- trieb, m., 1775 bei Adelung. Geschlechts- wort, n.: grammatisch der Artikel, 1640 bei Gueintz und Schottel im Ereschrein 248 fg. Geschlechtawort, 1690 bei Bödiker Geschlechts- ꝛwoyt.

Geschlinge, n.(*, Pl. wie Sg.): der Schlund des geschlachteten Tieres mit Lunge, Leber und Herz, welche daran hangen. Md. 1462 geslingk, geslyncht und 1466 gesling im Cod. dipl. Sax. 2, 8, 339, 1616 bei Henisch Geschling, aber 1691 bei Stieler Geschluüng, 1716 bei Ludwig Geschlünche, bayr. Ge- schlünkel, Geschlunkceln. Das Wort ist Kol- lektivbildung zu Schlunke m., einer Neben- form von Schlund.

geschmack, adj.: schmackhaft. gesmac, gesmach, ahd. gismag, gasmah. schmecken(s. d.).

Geschmack, m.(-es, Pl. Geschmäckce, burschikos Geschmächer): Empfindung mittels Zunge und Gaumen; Geschmackssinn; das Schmecken als Eigenschaft eines Dinges(mhd.); Wohlgefallen(1541 bei Franck Sprichw. 1, 112 b einen Gschmack abgewinnen); Gefühl für das Schöne(vereinzelt schon 1651 bei Harsdörffer die Fortpflanzung der Hochlöb- lich Fruchtbringenden Gesellschaft, mit einer Rede von dem Geschmacke vermehret, allge- meiner seit Anfang des 18. Jh. der gute Ge- schmack oder kurzweg Geschmach als Uber- tragung des franz. bon golt, das sich nach span. buen gusto gebildet hatte). In den bei- den ersten Bed. mhd. gesmac, gesmach, ahd. gesmah und gismaho m., auch«ausströmender Geruch»(s. schmechen); dazu mnd. gesmae m. Geruchy. Zusammenges. mit Schmack(s. d.). ZUS. geschmacklos, adj.: ohne Schmecken (1716 bei Ludwig); ohne Schönheitssinn(1775 bei Adelung nebst Geschmacklosigkeit, f.).

Mhd. Zu

geschmackvoll, adj.: guten Geschmack, Schönheitssinn besitzend, bei Herder.

Geschmeide, n.(*s, Pl. wieSg.): Schmiede- werk, bes. als Schmuck. Im 15. Jh. gesmeide, mhd. gesmdde, gesmit n.«Metall, sowie daraus Ge- schmiedetes, Metallgeräte, Metallrüstung, Me- tallschmuck», ahd. gasmice n.«Metally, mndl. ghesmyde. Kollektiv von ahd. smida, mhd. smidle f.«Metally, mit langem Stammvokal wie ahd. Smidäöri, smeidar m. Metallarbeiter⸗ neben smid m.«Schmied»(s. d.). Dazu ge- schmeidig, adj.: leicht zu bearbeitend; nach- giebig gestaltbar(1616 bei Henisch); leicht nachgiebig. Mhd. gesmidec cleicht zu schmie- dendy, dann«mit Gefälligkeit nachgebendy, um 1480 im Voc. inc. teut. i 3a geschmeidig «nachgiebig weichy, mndl. ghesmydigh und ghesnwd. Geschmeidigkeit, f., 1590 bei Paracelsus Schriften 6, 381.

Geschmeiß, n.(es): belästigende In- sekten; dann bildlich von Menschen und als Schimpfwort(Luther 4, 319²). Unverkürzt Geschmeiße n. bei Goethe Xenien 240, Schiller 11, 128. Mhd. gesmeize n. Auswurf aus dem After, Unrat, Schmetterlings-, Eidechseneier, Bruty. Von schmeißen(s. d. ²).

Geschöpf, n.(-es, Pl.-e): geschaffnes Wesen. Unverkürzt Geschöpfe n. noch bei Wieland Amadis 168. Bei Luther Geschepffe, Geschepff, 1482 im Voc. theut. m geschopff, 1515 bei Hüpfuff Voc. 723 geschöpff n. Sub- stantiv zu mhd. schepfen, scheffen«schaffen), wovon auch älternhd. im 16. Jh. Geschöpft, Geschopfde f., mhd. geschephede, geschöpfede, ahd. gescephedla f.&Schöpfung, Geschöpf»(s. Geschft).

1Geschoß, n.(Gen. Geschosses, Pl. Ge- schosse): Waffe, die fortgeschossen wird; Werkzeug, mit dem man schießt. Mhd. ge- schoz m. n. und geschöz n. in beiden Bed., ahd. giscoz n. Wurfspieß, Pfeily; dazu mnd. ge- schöt, mndl. geschöt, ags. gescot n.«Wurf- spießy. Wie das gleichbed. mhd. schoz, schöz, ahd. scog n. zu schießen(s. d.). Im Mhd., Mnd. und Alternhd. auch in der Bed.«Ab- gabe, Steuer, Zinsy, zu schießen im Sinne von&zuschießen, beisteuern?.

2Geschoß, n.(Gen. Geschosses, Pl. Ge- schosse): Stockwerk eines Hauses. Mhd. ge- schôz n., zu schießen in der Bed.»schnell emporwachseny, woher auch älternhd. Ge- Scho6«Schößling an Pflanzen, Knopf oder Jahrwuchs an Rohrgewächsen», mndl. gescot n.«Schößling, Stockwerk.