Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
901-902
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901 hummen

auch die Drohne im Bienenstock» bezeichnet, so 1541 bei Frisius 3844 Hummel m.). Bei Luther Fem., aber mhd. humbel, hummel m., ahd. humbal m.; dazu mnd. homele, hummel f. Hummel⸗, hummelbé f. Hummelbiene, Drohney, ndl. hommel f., engl. humblebee Hummelꝰ, schwed. humla, dän. humle. Wohl verwandt mit apreuß. camus«Hummel', lit. kamãné f., lettB. kamines Pl.«Erdbiene» oder zu hummen.

hummen, v.: summen, brummen. Mhd.

im 14. Jh. hummen, 1551 im Petrarcha Trostb.

57² hummlen. Lautmalend oder zu lit. kim- stà«werde heiser.

Hummer, m.(-S, Pl.-n): Art größter Seekrebse, Astacus marinus. Im 16. Jh. bei Münster Kosmogr. 6, 39 und Forer Fischb. 1242 Humer m. aus nd. hummer m.; dazu anord. humarr m., schwed.-dän. hummer. Ur- verwandt mit gr. xduuapoc m.(daraus lat. cammarus)«Seekrebs» und vielleicht aind. kamãthas m.(aus*kamarthas)«Schildkröte».

Humör, m.(-s, ohne Pl.): Scherzlaune. Im 16. Jh. aus lat. hämor m. Feuchtigkeit», im Mittelalter der Saft im Innern des Men- schen, mit dessen Beschaffenheit die mensch- liche Art zusammenhängt, daher im 16. und 17. Jh. Humor m.«menschliche Art, Anlage⸗ (1616 bei Henisch 611, 1669 Simpl. 154 lustiger Humor), dann«Gesinnung, Stimmung, Laune» (1641 bei Lehmann Florileg. 1, 23), betont wie im Lat. auf der ersten Silbe und im Pl. Humören, Humörn nach lat. hümöres, aber durch Einfluß des franz. humeur m. haftete der Ton seit dem 17. Jh. auf der zweiten Silbe(1668 bei Böckler Kriegsschule 1023 Humeur«Natur» als Soldatenwort, 1711 bei Rädlein Humör m.«Sinn»), daher guter Humor bei Wieland neuer Amadis 12, 13, übler Humor bei Goethe 19, 44. Die heutige Bed. bildete sich nach engl. humour(bei Swift und Sterne), vgl. Lessing 7, 414 f., J. Paul Vorschule der Asthetik 1, 166 f. 4BL. Humoréske, f.(Pl.-n): launische Erzäh- lung. Noch nicht bei Campe 18183. Humo- rist, m.(en, Pl.-en): Schriftsteller von Humor, bei J. Paul Vorsch. d. Asth. 1, 169 und Goethe 5, 1, 55, in der ältern Bed. cdrolliger, wunderlicher Mensch», 1693 bei Kramer 548, aus ital.-mlat. humorista m. humoristisch, adj., bei Goethe 42, 2, 160.

humpeln, humpen, v.: verstümmelten Fußes, gebrechlich gehen, hinken. Beides 1775 bei Adelung, humpen 1741 bei Frisch

Hund 902

aus dem Niederd., 1691 bei Stieler humpen, nimpen aus der thüring. Mundart, auch bayr. humpen«hinken». In übertragener Bed. ham- peln, hünpeln v.: ungenau und ungeschickt arbeiten. 1663 bei Schottel humpeln. Man vergleicht das dialektische schampeln(s. d.) und gr. cxaußöcækrummbeinig». Andre denken an Verwandtschaft mit hinkcen, was trotz Zu- pitza Gutt. möglich ist. Davon Hümpler, m.: Stümper, Pfuscher, bei Luther Hümpler, im 15. Jh. bei H. Folz himpler; 1494 bei Brant Narr. 95, 42 hümpeler m. Lump'.

Humpen, m.(-, Pl. wie Sg.): großes weites Trinkgeschirr. 1616 im Leipziger Jus potandi§ 33 Humpe f. als Studentenausdruck aus md. Mundart, 1775 bei Adelung Humpen m. neben Humpe f. Dazu ndl. hompen, dün. humpe(entlehnt?), engl. hump«Buckel», ndl. homp agroßes Stück Brot». Wird als urver- wandt mit gr. xoußoc m. Gefäß, Becher, kõußn f.«Gefäß, Trinkschale, Kahny, awest. xumba-, aind. kumbhäs m. Topf, Urne», kůmba-«Hervorragendes, Horn, Spitze» an- gesehen, doch macht das späte Auftreten bedenklich. Vgl. auch Kumpen.

Hund, m.(-es, Pl.-2). Mhd. und ahd. hunt m.(Gen. hundes); dazu asächs.-mnd.- ags.-dän.-schwed. hund, afries. hund, hond, ndl. hond, engl. hound(Jagdhund), anord. hundr, got. hunds m. Nicht zu got. hinban cfangen», ags. hauntian, engl. hunt«jagenꝰ, urspr.«Fänger, Jäger»(müßte n-Stamm sein). Urverwandt mit gleichbed. gr.«öuw m. f. (Gen. Kuvéc), lat. canis m. f., altir.-E(Gen. con), lit. Juõ m.(Gen. szuss), armen. Sun (Gen. san), awest. syan-, sän-, aind. guä(Gen. günas). Uber das angetretne t vgl. Hirt Btr. 22, 231. Die Versuche, das idg. Wort weiter zu erklären, sind mißlungen. Im Berg- pau Hund m. in übertragner Bed.«offner länglich viereckiger Kasten auf vier Rädern», 1557 bei Agricola Bergwerk 495 und 1562 bei Mathesius Sar. 32 b, 1962, franz. chien m. RA. Auf den Hund kommen: an Vermögen, Geist oder Gesundheit herunterkommen, studentisch(1825 bei Kluge Studentenspr.), zu Hund in verächtlicher bildl. Bed. Per- son oder Sache von geringem Werty. Weder mit Beziehung auf den schlechtesten Wurf im Würfelspiel lat. canis m. und canicala f., gr. kowv m. Hundswurfy, aind. guaghni ceifriger Spielers, eig. Hundetöter», noch auf die altdeutsche Strafe des Hundetragens, woher die RA. er muß Hunde führen nach

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