903 hundert
Bautzen(frünk. bis Buschendorf, elsäß. nach
Lenkebach, bei Arnold Pfingstmontag 120, der Ortsname bezeichnet urspr. die Gaugrenze). 4B. Hündin, f., mhd. hundinne, hündin f., dafür ahd. zöha, mhd. zöhe f. hündisch, adj., im 15. Jh. Jundisch. ZUS. Hunde- junge, m.: die unterste Stufe des Jäger- lehrlings, die Wartung der Hunde besorgend, 1598 bei Ayrer Dram. 1631, 21 Hundtsjung. hundekalt, adj.: abscheulich kalt. Hunde- leben, n., 1678 bei Krämer. Hundeloch, n.: Gefängnis, 1605 bei Sommer Cornelius Rele- gatus C4. S. Hundsfott, Hundsloden, Hundstag.
hundert, Zahlwort. Mhd. als Substan- tiv im 12. Jh. hundert n., im 11. Jh. hunderit n., ebenso asächs. hunderod n., afries. hund- red, hunderd, hondert n., ags.-engl.-dän. hund- red, anord. hundrad n., schwed. nundra. Zgs. aus-rab, von got. rabjan czühlen»(s. gerade, Rede), also«Hundertzahly, und aus dem ältern Zahlwort für chundert, ahd. hunt n., asächs.- ags. hund n., im Asächs. nur in der Mehr- zahl wie got. hunda Pl.; urverwandt mit gleichbed. lat. centum, gr. exarov, altir. cét, lit. Jimtas, awest. sata-, aind. Latãm,(aus dem Iran. entlehnt) abg. süto. Als Uberrest der altgermanischen Zählung nach Groß- hunderten 120 ist die Bezeichnung für cein- hunderty in der ältern Sprache zu betrachten:
ältermhd. zehenzec, zehenzic, ahd. zehanzug
und zehanzo(einmal bei Notker einhunt), ags. hundtéontig(neben waund), got. taihuntéhund, kachuntaihund, anord. tiu tigir, während anord. Hundrad in vorchristlicher Zeit ein Groß- hundert, d. h. 120 bezeichnet, wie noch jetzt isländ. hundrad, weshalb man später hundrad kirœtt 100 und hundrad tolfrœtt 120 unter- schied. 4L. hundertste, Ordinalzahl, md. im 15. Jh. hundertst, 1420 hundirste(Diefen- bach gl. 112 ⁰), wofür im Mhd. zehenigeste, ahd. zehanzugösto, afries. hondersta. RA. vom Hundertsten aufs Tausendste kommen: nicht bei der Sache bleibend von dem einen auf andres, auch das Entfernteste kommen, bei Herder krit. Wälder 2, 122, aus das Hundertste ins Tausendste werfen (Simpl. 274), urspr. das Hundert ins Tausend werfen(Luther 3, 224 5 u. 8, 229²), nach Ege- nolff Sprichw. 1570 Bl. 201 b vom unordent-
lichen Setzen der Rechenpfennige auf den
alten Rechenbrettern, deren Rubriken mit M, C, X, I(Tausender, Hunderter, Zehner, Einer) bezeichnet waren. hunderterlei, adv., 1580 bei Fuchs Mückenkrieg 1, 965.
weitergebildet
1 Hüne 904
ZUS. hundertfach, adj., 1556 pei Frisius 209 b. hundertfältig, adj., mhd. hundert- valtec neben hundertvalt. hundertmal, adv., 1414 hundertmäle, 1440 hundertmöl(Diefen- bach gl. 112). Hundertstel, Handertel, n., verkürzt aus Hundertstteil. hundert- tausend, Zahlw., mhd. handerttasent.
Hundsfott, m.(es, Pl. Hundsfötter): feiger, tiefverächtlicher Mensch. Als Schelte und Schimpfwort 1575 bei Fischart Garg. 38 Hundsfutt f., 1691 bei Stieler Hundsfot, Hunds- fott m., eig. lat. cunnus canis, von der Scham- losigkeit der läufigen Hündin hergenommen. Der Plur. lautet 1582 bei Fischart Garg. 362 Hundsfütt, aber Hundsfäder 1619 bei Opel u. Cohn 30j. Krieg 28, 66, noch bei Maler Müller 3, 185 Hundsfütter, Hundesvötter 1668 in Leyermatzs Correspondenzgeist 170. Da- von hundsföttisch, adj., bei HI. Sachs(1588) 3, 1, 194 b hundsfüttisch und Fastnachtsp. 70, 200 hündaefuetisch.
Hundsloden in den RA. H. kriegen, d. h. Vorwürfe, oder einem H. an den Kopf werfen. H. sind eigentlich«Hundehaare». Sie dienten als ein grobes Surrogat von Wolle, und so be- deutet die RA. etwas Grobes bekommen».
Hundstag, m.(gewöhnlich im Pl.-e): Tag der Zeit vom 24. Juli bis 23. August als der heißesten des Jahres im südl. Europa (Plinius hist. nat. 2, 47). 1428 die hundstag (Anz. f. Kunde d. Vorzeit 11, 334), mnd. de hundedage(Städtechron. 7, 278, 23), mhd. im 14. Jh. huntlich tage, nach lat. dies cancu- läres«Tage, wenn die Sonne beim Hunds- stern steht und mit ihm zugleich aufgeht». Der Hundsstern, lat. canzcula, Sirius, mlat. canis, gr. oy, mhd. im 14. Jh. haunl, 1495 in der Kölner Gemma W 3e hondesterre, steht im Sternbild des Hundes.
Hüne, m.(-n/, Pl.-n): kämpfender Riese alter Zeit. Durch Wieland(22, 184 u. 21, 208) aus dem Niederd. aufgenommen, wo sich die Sagen von den alten Hunen im Volke erhalten hatten(1639 bei Micrälius Pommern 2, 200 Hünen oder Riesen); dafür oberd. im 16. Jh. Heune m.«Riesey(Mathe- sius Sar. 443, Proschmeuseler 2, 2, 14), im 13. Jh. mhd. hiune und md. häne m.«Rieseꝰ, identisch mit mhd. Hiune m.«Hunne», ahd.- and. starkflekt. Hüni, Hün, mlat. Hunas, Hunnus, gr. Oövvoi Pl., 1482 im Voc. theut. 0 7² Hewnen Hfunneny. Jedoch die mit Hun- zusammengesetzten altgerman. Eigen- namen wie Hanpreht, Hnnbolt(Humbert,


