Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
905-906
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905 Hunger

Hürde 906

Humbold) usw. lassen nach J. Grimm Mythol. 433 auf älteres Vorhandensein des Wortes vor dem Einbruch der Hunnen schließen und weisen vielleicht auf einen uralten mythischen Volksstamm. ZUS. Hünengrab, n., 1639 bei Micrälius Pommern 2, 200, aber als Name von örtlichkeiten schon im 14. und 15. Jh. oberd. ze Hiunengrebern, an Hiunungreber weg bei Mone Urgesch. d. bad. Landes 216.

Hunger, m.(-S, ohne Pl.): Eßbegierde. Mhd. hunger, ahd. hungar m.; dazu asächs. nungar, ndl. honger, afries. hunger, honger, ags. meungor, engl.-schwed.-dän. hunger, anord. hungr, got. hührus m.(auch Hungersnot). Gleichen Stammes wie anord. häã«plagen, quälen»; urverwandt mit lit. kankä f. Qualy, kenkcti«wehe tun», gr. kerker«er hungert?, aαινς α ungrig, verhungert»(bei Hesychius); vielleicht liegt die Bed. abrennen» zugrunde, vgl. gr. kofkoivei«er macht glühend, brennt, dörrt, arxoXéoc«ausgebrannt»(bei Hesych.). Vgl. W. Schulze KZ. 29, 270. 4L. hung⸗ rig, adj., mhd. hungerc, hungerig, ahd. hanga- rag, hungrag; dazu mnd. und afries. Hnge- rich, nndl. hongerig, ags. hungrig, engl. hungry. hungern, v., mhd. hungern tr. chungern lassen) und unpersönl. mich hangert, ahd. hungiren, hungerõn(häufig mih hungirit); dazu asächs. gehungrjan, mnd. hungeren, ndl. hongeren, afries. hungera, ags. hungrian, hum- gran, engl. hunger, anord.-schwed. mungra, dän. hungre, got. huggrjan(unpers. Pana gaggan- dan huggreip). Im 16. Jh. auch hüngern(mich hüngert bei H. Sachs 14, 39, Alberus Fab. 6, 65), noch wetterauisch. ZU0S. Hunger- jahr, n., mhd. hungerjär, ahd. mangarjär, afries. hungerjer n. Hungerleider, m., 1654 bei Logau 1, 4, 52. Hungerpfoten, in der RA. an den Hungerpfoten saugen, vom Bären, der im Winter angeblich an

seinen Tatzen saugt. Vgl. H. Sachs 9, 19 die 16. Jh. Hurt, Hurde, mhd. und ahd. hurt f.

Beerenlllewen saugen und Fischart Narren-

schiff 70, 21. Hungersnot, f., mhd. hunger- not, afries. hongernéèd f. Hungertuch, n., mhd. hungertuoch n.«blaues oder schwarzes

Tuch, womit in katholischen Kirchen zur Ad- vents- und Fastenzeit die Altarbilder verdeckt werden», mnd. hungerdôſc m. RA. a Hunger-

tuche nagen«fasten, darben, sich kümmerlich

behelfen», bei H. Sachs 17, 147 und Fischart Garg. 347, aber gleichzeitig im 16. Jh. das urspr. am Hungertuche nehen(IH. Sachs 1,

164e, 364 b) oder am Hungertuche flicken(1586 c«Knäuel», apreuß. korto«Gehege», aind. kätas

bei Rhode Weiberspiegel D 52).

Hünkel, s. Hinkel.

hunten, adv., gekürzt aus hie unten(vgl. hüben). Bei Luther(5. Mos. 33, 13) huenden, bei Goethe 38, 134 hunten.

hunzen, v.: tr. die Ehre abschneidend, spottend, scheltend, übel wie einen Hund behandeln, schimpfen(Kleist zerbr. Krug 3. Auftr. herunterhunzen, Gellert 1, 145 aus- hunzen); refl.«sich schinden, plagen wie ein Hund(Maler Müller 2, 17, dafür schweiz. hunden intr.), vgl. mnd. 1392 hundaten chün- disch behandeln⸗. Abgeleitet von Hund mit der Frequentativsilbe-zen, ahd.-azan,-azan, nicht von tschech. huntovati, humtavati«ver- hunzen⸗, eig.«schlachteny». In Zusammen- setzung 1562 bei Mathesius Sar. 69 2 zuhuntzte Kleider æallzusehr verkürzte», 1701 im Causen- macher 62 verhunzen verderben?, wie 1575 bei Fischart Garg. 161 verhundstutzen, Ende des 16. Jh. bei Ayrer Dram. 1380, 12 ver- hundõsen czugrunde richten», nd. verhundaten 1562 bei Lauremberg 4, 601.

Hupe, f.(Pl.-n): Signalhorn mit nur einem(tiefen) Tone. Eine tonmalende Bildung. Oberhess. Huppe«kleine, schlechte Pfeife aus Weidenrinde», bayr. hupp Jägerruf.

hüpfen, v.:(mit gleichen Füßen) in die Höhe springen. Oberd. hupfen bei Goethe 1, 135. Mhd. hupfen, hüpfen, um 1100 hupphen, neben mhd.-Aälternhd. hopfen, md. huppen, huppen; dazu mnd. hoppen, ags. hoppian, wo- neben mittelengl. hyppen, engl. hop und hip, anord. und schwed. hoppa, dän. hoppe. Her- kunft unsicher. Man vergleicht gr. xußicrdeiv «tanzen», aind. kubhanjus«tanzend, sich drehends(Uhlenbeck Btr. 21, 100), abg. X& péti cspringen», je nachdem man pp aus-bn-, bhn- oder-pn- erklärt. Vgl. Hopp, hopsen.

Hürde, f.(Pl.-n/): Flechtwerk zu Wänden und zum Dörren. Die oberd. Form von Horde (s. d. ²). Bei Luther Hürte, älternhd. im

(Pl. mhd. hürte, hürde, ahd. hurdi) Flecht- werk aus Weiden oder Reisig», im Mhd. auch als Tür, Gatter, Brücke und zum Verbrennen der Verbrecher oder Leichen verwandt; da- zu and. hurth f.«Flechtwerk, Gitters, ags. hyrdel m., engl. hurdle«Hürde», mittelengl. hirde«Tür, anord. merd f.«Tür, Türflügel», got. haürds f. Türy. Urverwandt mit lat. crãtes f. Flechtwerk, Hürde», gr. kupria f. Flechtwerk», köproc m., xprn f.«Fischreuse, Käfigy, xdprokoc m. Korb», altir. certle