Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
601-602
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601 Fürbitte

Furnier 602

sammengesetzt aus dem Adv. für«vorwärts, darüber hinaus» und dem Adv. baß(s. d.) cbesser, mehry.

Fürbitte, f.(Pl. n): Bitte zum Besten eines andern. Bei Luther furbit, bei Alberus fürbitt, furbitt, md. im 13. Jh. farbete f.

Furche, f.(Pl.-n, urspr. wie noch bayr. Fürche): mit dem Pfluge gezogene Vertie- fung. Bei Luther Furche, mhd. varch, vurich, ahd. furh, furuh f.; dazu ndl. voor, ags. furh f., engl. furrow, anord. for f.(Abzugsgraben). Der Lautverschiebung gemäß entspricht lat. porca f.«Erdaufwurf zwischen zwei Furchen, Ackerbeet», abret. rec«sulco?, kymr. Thych urchey, ir. rech«Furche?, arm. herk cfrisch geackertes Brachlandy. Mit antretendem? md. im 15. Jh. forchte, elsäss. im 16. Jh. und noch jetzt Furcht, auch wetterauisch Forcht f.; schweiz. mit Schwinden des Gut- turals Fure(1541 bei Frisius farhen), ober- rhein.(Weisth. 4, 480) furre, mnd. vore, vare, nd. Fahre(Schmidt v. Werneuchen Ged. 54 u. 122). Der Plur. lautet mhd. vurhe, vurch, vürhe, fürhen, bei Luther Furchen, Hiob 31, 38 Fürche, wie noch bayrisch. 43L. furchen, v.: Furchen ziehen, mit Furchen durchziehen, mhd. vurhen, bayr. fürchen. furchig, adj.: mit Furchen versehen, 1691 bei Stieler fur- chicht, ahd. furhig in euwivurhig.

Furcht, f.(Pl. ehedem Furchten): un- angenehmes, wovor fernhaltendes Gefühl. Alternhd. seit dem 15. Jh. Furcht neben Forcht, das sich bis ins 18. Jh. erhält, bei Opitz, Fleming, Lohenstein, Hoffmannswaldau auch Farchte, mhd. vorhte, vorht, ahd. forahla, forhta. Dazu asächs. forahta, forhta, mnd. vrochte, mndl. vruht, afries. fruchte, mit an- derer Bildung got. faurhtei f., ags. rhto f., daher engl. fright. Abgeleitet von dem Adj. ahd. foraht, asächs. foraht, forht, ags. forht, got. faurhts«furchtsam»; wovon auch fürch- ten, v.: Furcht haben, mhd. vürhten, vurhlen und vörhten(daher älternhd. bis ins 18. Jh. förchten), vorhten, ahd. furihtan und forahtan, forhtan, dazu asächs. forahtian, forhtian, mnd. und mndl. vruchten, afries. fruchta, ags. forh- kian, engl. fright, got. falrhtjan. Herkunft unbekannt. Vgl. Zupitza Gutt. 6, Johansson Idg. Forsch. 8, 106. Das Prät. lautet mhd. vorhte, noch im 18. Jh. forchte(daher alter- tümelnd bei Uhland Ged. 367 forcht), bei Luther furchte(noch pei Lessing 4, 94. 6, 378, Zachariä Renommist 4, 211). 4BL. furcht- bar, adj. und adv.: Furcht erregend, mhd.

selten vorhtebcœre, dann erst 1691 bei Stieler farchthar. fürchterlich, adj. und adv., 1716 bei Ludwig, mit unorganischem-er (wie leserlich, weinerlich) an Stelle des ver- alteten fürchtlich(1616 bei Henisch, furcht- lich 1691 bei Stieler, mhd. vorhtlich, ahd. forahtlih). furchtlos, adj., bei Luther 7, 11 Jen. furchtsam, adj. und adv.: für Furcht empfänglich, von Furcht befangen, älternhd. furchtsam(bei Luther) und forcht- sam(bis ins 18. Jh.), aber mhd. vorhtsam, vorhtesam«Furcht erregend, Furcht emp- findend)y.

fürder, adv.: weiter nach vorn, vorwärts, weiter. Bei Luther fürder und förder, mhd. vurder, vurder, mit Ausfall des r füder, fiudler, md. forter, förter, ahd. furdir, furdar; dazu asächs. fardor, afries. further, ags. furdor, engl. further. Komparativ zu fork(s. d.).

Furie, f.(Pl.-n): ausgelassene Wut; schlangenhaarige und mit Schlangen bewaff- nete Rachegöttin; wütende Person. Im 16. Jh. (in der 1. Bed. 1575 bei Schweinichen 1, 123) aus gleichbed. lat. furia, von furére«wütenꝰ.

Furier, m.(-s, Pl.-e): Unteroffizier, der die Aufsicht über das Quartierwesen seiner Kompagnie hat und zum Quartiermachen auf Märschen gebraucht wird. Alternhd. im 16. und 17. Jh. Furierer(1533 bei Weller Dich- tungen des 16. Jh. 96, noch 1711 bei Rädlein) «Quartiermacher des Hofes oder des Heeresꝰ, im 18. Jh. verdrängt durch Furier, 1664 bei Duez Furrier, 1616 bei Henisch Forier, Forir, Furier, Furir, 1566 bei Aventin bayr. Chron. 97²2 Farier, bereits im 14. Jh. md. forir m. (Bruder Hans Marienlieder 907). Die Schrei- bung Fourier 1713 bei Kirsch 2, 118 b. Ent- lehnt aus gleichbed. franz. fourrier, ital. fo- riere m., von mlat. fodrarius m. der das Futter zu besorgen und im Krieg einzutreiben hat, einer Ableitung von mlat. foderare(s. Fourage und Futter).

fürlieb in f. nehmen: sich womit freund- lich genügen lassen. Gebildet wie mhd. für guot, verkürzt verguot. Erst im 17. Jh.(1659 bei Butschky hochd. Kanzellei 263 füur 145), auch vworlieb(Lessing 12, 402, s. für), im täglichen Leben sogar verlieb.

Furnier, n.(-S, Pl.-e): dünne Holz- platte, Holzblatt, von furnieren, v.: mit feinem Holz belegen(bei Tischlern). 1587 bei Mathesius Sar. 542 die stuben mit dinnem flader furniren(1562 formiren, s. u.). Dazu bei Kilian 1599 fornieren, furnieren. Aus