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fürbaß 600
fanffæig, mhd. vünfzec, vunfzic, md. vumfzec, ahd. fimfzuc, finfeug; dazu asachs. Fftich, viftech, and. fiftich, ndl. vijftig, afries. ffkich, faftech, ags. fiftig, engl. fifty, anord. fimmligir, schwed. femtio, dän. femti, got. fimftigjus; davon fünfzigste, Ordinalzahl, mhd. väünf- æigiste, ahd. finfæugösto. ZUS. Fünfkamm, m.(-S): in Norddeutschland ein aus Lein- wand und Wolle gewebtes Zeug, bei dessen Anfertigung zum Aufzug 3 Kämme Leinen und zum Durchschuß 2 Kümme Wolle ge- nommen werden, im Farbebüchlein(1685) C 7 b Fünfpkam, 1790 bei J. Gottwerth Müller Siegfr. v. Lindenberg 1, 166, nd. fifkanum.
fungieren, v.: ein Amt verwalten, aus- richten. 1728 bei Sperander. Aus gleichbed. lat. fungi. S. Funktion.
1Funke, m.(-n, Pl.-n): feurig schimmern- der Punkt. Daneben Funken(-s, Pl. wie Sg.), z. B. bei Schiller Räuber 3, 2, bereits um 1480 im Voc. inc. teut. f 72(fancken, vulgariter funcken), aber wieder verdrängt. Mhd. vunke neben vanke(daher noch bayr.- östr. Fankten), ahd. funcho m.; dazu mnd. funke m., ndl. vonk f., meng. funke, engl. funlc«Gestank». Man sieht in funke eine Ableitung von got. fon(Gen. funins) n.«Feuery, oder man stellt es zu aind. päjas n.«Glanz» und mit anlaut. s lit. Spingéti«glänzens, lett. Suogalas m. Glanz»y. Vgl. Zupitza Gutt. 162 und Uhlenbeck aind. WB. 4 B. funken, v.: Funken von sich geben, funkenartig blinken, bei Voß, Rückert(1, 448) usw., mhd. vunken. Dazu das Iterativ funkeln, v.: wie Funken leuchten, im Voc. ex quo 1469, daneben mit Umlaut fünkeln(Hiob 16, 9, Goethe 6, 95); damit zusammengesetzt funkelneu, adj.: glänzend neu(1678 bei Krämer), gewöhnlich funkelnagelneu, 1789 bei Gotter Erb- schleicher 72(s. nagelneu).
² Funke(in, Pl.-n), auch gekürzt Fumk, m.: unsteter, leichtfertiger Mensch(1646 bei Moscherosch Philander 2, 108); ehemals köl- nischer Stadtsoldat(bereits in der ersten Hälfte des 18. Jh., so genannt wegen der roten Uniform). Aus der Gaunersprache, wo Funkck«Flamme? bedeutet.
Funktiön, f.(Pl.-en): Verrichtung, 1663 bei Schuppius 727, aus gleichbed. lat. functio f.(s. fungieren).
Funse, Funsel, f.(Pl.-/): geringe, düster brennende Ollampe. Die erste Form im öst- lichen Mittel- und Süddeutschland, die zweite
im östlichen Nord- und Mitteldeutschland.
Daneben Formen mit 2z Funzel. Bei Günther 1100 Funze. Mit Schwund eines Guttural aus funkesel und zu Funke zu stellen, vgl. bei Kilian 1632 voncksel«Lündstoff, Zunder?, bayr. funkezen, finkezen«funkelny.
für, Präp. mit Akk., und Adv.:(àlter- nhd. und noch oberd. ebensowohl mit Dat.) vor, auch nach der Folge vorn an, folgend auf(in den Wendungen Mann für Mann, Schritt für Schritt, Tag fur Tag, als Adv. für und für); aus(Ursache, noch bei Goethe 3, 4; 45, 172 1. H., Schiller Maria St. 2, 3 für Erstaunen); an der Stelle von; zum Vor- teil oder Besten von; zum Schutze gegen; als ob... wäre(Scherz für Ernst nehmen) nach zühlender Stelle betreffend(Fürs erste, fürs zweite). Bei Luther fur, für, mhd. vür, md. Veare, ver, vore, ahd. furi; dazu asächs. furi«vory, anord. fgyri, schwed. för. Vor (s. d.) und für hatten urspr. dieselbe lokale Bedeutung, nur daß ersteres die Ruhe be- zeichnete und somit den Dativ regierte, letzteres dagegen die Bewegung bezeichnete und mit dem Akk. verbunden wurde. Aber mit dem Beginne des Nhd. entstand Ver- wirrung, und man fügte vor auch mit dem Akk., für ebensowohl mit dem Dativ, zumal da beide im Md. und Nd. in der Form dor sich vereinigten. Später suchten die Gram- matiker wieder feste Regeln in betreff der Rektion aufzustellen, indem sie vor mit dem Dat. und Akk. beließen, für aber auf die Verbindung mit dem Akk. und auf weiter abgeleitete Bedeutungen beschränkten.
Furäge, f.(spr. furäãsche): Futter, beson- ders beim Heere. 1711 bei Rädlein Ferasche, 1678 bei Krämer Foraschi, Forraschi, 1644 in der Teutschen Sprach Ehrenkrantz 4 Fou- rage, volksmäßig an Fuactter angelehnt 1694 bei Nehring Futtrasche und schon 1617 im teutschen Michel 33 Fouteraschl. Entlehnt aus gleichbed. franz. Fourrage m., das nebst ital. fodero m.«Kleiderfutter, Futteraly und mlat. foderare«Futter auftreiben, Futter in Lieferung einfordern», von einem Stamme abgeleitet ist, der im Deutschen Futter vor- liegt(s. d.). Davon fouragieren(nach der franz. Aussprache auch furaschieren), v.: Futter auftreiben und holen. 1678 bei Krämer foraschiren. Aus franz. fourrager«verfüttern, auf Futterholen ausgeheny.
fürbaß, adv.: mehr vorwürts, weiter fort. Nur noch altertümlich(Schiller Jungfr. v. Orl. Prol. 2). Mhd. vürbaz, md. auch vorbaz, zu-


