Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
597-598
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597 Füllen fünf 598 Füllsel, n.(*s, Pl. wie Sg.): das, womit eine fundieren, v.: gründen, stiften. Mhd.

Speise gefüllt wird, 1650 bei Moscherosch Philander 2, 87 Füllsall, 1540 bei Alberus Dict. Aa 3 b Fülsel, 1420 in Schröers Vocab. valsel, volsal; dazu ndl. vulsel, valzel n. Füllung, f.(Pl.-en): das Vollmachen(bei Luther); Füllsel(1714 bei Kirsch); umrahmte füllende Wandfläche, füllendes Bogen- oder Leistenwerk(1691 bei Stieler). Mhd. vül- lunge«Völlerei». ZUS. Füllwort, n.(¹es, Pl. wörter): ausfüllendes Wort im Satze, 1760 bei Lessing 6, 209.

Füllen, n.(-s, Pl. wie Sg.); Junges vom Pferd oder Esel. Mhd. viäl?, vüle, vül und vülin, vuln, ahd. fali und fulin n.; dazu anord. fil n. Mit Suffix-in abgel. von Fohlen(s. d.).

fulminänt, adj.: blitzend, donnernd; tobend, drohend; gewaltig. Aus franz. fal- minant cblitzendy, das dem lat. fulminans, dem Part. Präs. von fulminäre den Blitz schleudernd» entstammt. Bei Campe 1813, aber fualminieren cblitzen, donnern; lästern, toben» schon 1710 bei Nehring.

Fummel, f.(Pl.-n): ein Holz, mit dem der Schuhmacher reibend die Ränder der Sohlen poliert; auch liederliche Weibsperson; (meißnisch) hohles Backwerk in Gestalt eines halben Mondes. In der 1. Bed. 1775 bei Adelung Fummelholz; in der 2. und 3. Bed. bei Adelung 1796. Von fummeln, v.: woran reiben, durch Reiben glätten oder reinigen; tasten(Bode Tristr. Schandi 2, 16), flüchtig arbeiten, müßig umherstreichen(1755 bei Richey), auch obszön. Aus dem Niederd.; dazu engl. fumble«tappen, betasten, stümperm.

Fund, m.(-es, Pl. Fünde): das Finden; das Gefundene;(älternhd. und noch bei Musäus Volksm. 3, 168, ausgedachter) pfiffiger An- schlag, Kniff, Rank. In diesen Bed. mhd. vunt m.; dazu mndl. vont, ndl. vond, anord. fundr, fimdr m., schwed. fynd n., dän. fand m. Von finden mit Suffix-i, Grundform also fundiz. ZUS. Fundgrube, f.(Pl.-n): berg- männisch der Fundpunkt sowohl als das Grubenfeld, wo zuerst das gemutete Mineral bloßgelegt wird. 1476 in Mones Zeitschr. 1, 46, bildlich bei Luther.

Fundamént, n.(-es, Pl.-e): Grundfeste, Grundlage. Schon mhd. fundament, fuanda- mint n., aber auch umgedeutscht fundamunt, fallemunt, vollemunt m. n., ahd. fundament, fundement, fundiment n. Aus gleichbed. lat. fundamentum n., von fundäre den Grund (lat. fundus m.) wozu legeny.

fandieren, aus lat. fundãre(s. Fundament).

fünf, Zahlwort, alleinstehend auch noch Nom. u. Akk. fünfe, Dat. fünfen, der Gen. fünfer in fünferlei(s. Jei). Bei Luther funff, md. funf, fumf, mhd. vünf, vunf, auch fiunf, fiumf, vinf, mit ausgestoßenem Nasal vif, fiuf(1552 alem. feuf), ahd. fimf, finf, funf; dazu got. fimf, asächs.-nd.-afries.-ags. †νν, ndl. vijf, engl. five, anord. fimm, schwed.-dän. fem. Der Lautverschiebung gemäß entsprechend gr. revre und äolisch relrre, lat. guingue(aus rpengue), aind.- aw. pam da, arm. hing, alb. peso, lit. penki, abg. peti, air. cõic, kymr. pimp. Als Subst. Fünf, f., die Fünfzahl oder Ziffer (bei Goethe 6, 265 als Neutr.): die Fünfzahl; 5 Augen im Würfelspiel; die Ziffer 5. Spät- mhd. vünfe f., noch bei Schiller Piec. 2, 1 Fünfe f. 4BL. Fünfer, m.(*v, Pl. wie Sg.): die Zahl fünf(1539 bei Serranus Dict. u 6 b); Mitglied einer aus fünf Männern bestehenden Behörde(mhd. im 14. Jh. vünfer); Münze im Werte von fünf Pfennigen, Kreuzern, Hellern(1561 bei Maaler) usw. fünfte, Ordinalzahl, mhd. vinfte, vunfte, fümfte, ahd. fimfto, finfto; dazu got. imfta, asächs. fifto, ndl. vijfae, afries. fta, ags. fifta, engl. fifth, anord. fimmti, schwed.-dän. femte; ent- sprechend lat. quintus(aus*ouinckus), gr. né8roc, altir. cõôiced, kymr. pimphet, lit. penk- tas, abg. Petú, aind. pauo dathas, pau damas, aw. puæda- Davon fünftehalb, 4 ½, mhd. vunfte-, vümphte-, vunfthalp; dazu and. fifte- half; Fünfteil, gekürzt Fünftel, n.(, Pl. wie Sg.), mhd. vünfteil n., 1691 bei Stieler Fünftel; Fünftelsaft, m.: für Quintessenz 1779 von Bürger gebildet. fünftens, Zahl- adv. gebildet wie drittens(s. d.). fünfzehn, Zahlw., bei Luther funffzehen. Daneben stehen in modernen Dialekten noch Formen mit ch, schwäb.-bayr. fuchze und fuchzk 450», die den Guttural von idg. penkwe bewahrt haben, vgl. Kauffmann Btr. 12, 512. Mhd. vunfzehen, vunfeén, ahd. finfzehen, fin fzön: dazu and. Fftein, ndl. vijftijn, afries. fkine, Ffténe, ags. fiftéon, fiftyne, engl. fifteen, anord. fimtäãn, schwed. femtäm, dän. femten, got. fimftaihun; davon das Ordnungszahlwort fünfzehnte, mhd. vünfzehende, ahd. funf- zendo neben älterm finftazehendo(d. i. fünfte- zehnte); dazu ndl. vijfliende, afries. fiftinda, fifténdesta, ags. Fftéoda, fiftegda, engl. fif teenth, anord. fimtändi, schwed. ſemtonde, dän. femtende. fünfzig, Zahlw., bei Luther

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