Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
595-596
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595 Fuge

füllen 596

mnd. võch m. f. Fuge, f.(Pl.-n): Stelle eingreifender Verbindung zueinander. Mhd. vuoge, md. vige, võge f.«feste Vereinigung, Verbindungsstelle, Paßlichkeit, Schicklichkeit, Geschicklichkeit, Bewerkstelligungy, dafür ahd. fuog? f.«Verbindung»; dazu mnd. voge, mndl. voeghe, ndl. voeg, voege f.«Paßlichkeit, Fuge». fugen, v.: in einer Fuge anschließend verbinden(1616 bei Henisch Part. gefigt). Zu fügen, v.: zu- und widereinander ver- binden; als angemessen, zweckdienlich be- stimmen; refl. sich fugen: wozu paßlich sein; sich schicken; dem Zusammenhang mit an- derm gemäß geschehen. Mhd. vüegen, wuogen, md. vigen, ahd. fuogan; dazu asächs. fögjan, mnd. vögen, mndl. voeghen, afries. föga, ags. fégan, engl. fag«passen, verbinden?. Abge- leitet von derselben Wurzel wie das got. Adj. fagrs cpassend, geeignets(s. fegen). Die Grund- bedeutung ist passend machen). 4 BT. füglich, adj. und bes. adv.: passend, an- gemessen, geeignet, spätmhd. vuoclich, viec- lich adj. Das Adv. 1467 in den Städtechron. 5, 316, 21; dazu Füglichkeit, f., um 1480 bei Melber b fuglicheit, 1482 füglichleit. fügsam, adj. u. adv.: sich gern und leicht fügend, unterordnend, 1616 bei Henisch, aber spätmhd. vuoc-, viecsam«passend, schicklichy. Fügung, f., mhd. vüegunge. ZUS. Füge- wort, n.(-es, Pl.-wörter): Konjunktion, bei Helvicus 1619 Fügwort.

Fuge, f.(Pl.-n): mehrstimmiges Ton- stück, in dem eine Stimme nach der andern eintritt und dasselbe Thema, nur in ver- schiedener Tonlage, wiederholt. 1691 bei Stieler Fuge, 1616 bei Henisch Fuga. Aus gleichbed. ital. fuga f., von lat. fuga f.«Flucht».

fühlen, v.: prüfend berühren, betasten; inne werden, wovon innerlich erregt werden. In Süddeutschland nicht volkstümlich, des- halb in der Basler Bibel von 1523 durch cempfinden» erklärt. Mhd. vielen, md. vilen, ahd. fuoljan, fualen; dazu asächs. följan in giföljan«wahrnehmen», mnd. volen, nd. fölen, ndl. woelen, afries. fela, ags. félan, engl. feel; ferner anord. falma æunsicher tasten». Ab- geleitet von demselben Stamme wie ahd. folma f., asichs. folmos m., ags. folm f.«Hand, welche der Lautverschiebung gemüß mit lat. palma f., palmus m., gr. mœkdun f.«flache Hand», ir. läm Hand» stimmen. Weiter dazu aind. pänis m.«Handꝰ, aw. poronã- f. chohle Hand). 43L. fühlbar, adj.: was gefühlt werden kann, lebhaft gefühlt wird

(1691 bei Stieler fülbar);(im 18. Jh.) zum Fühlen fähig, gefühlvoll(Weiße Lustsp. 2, 83). Fühler, m.(-S, Pl. wie Sg.): der Fühlende (1691 bei Stieler); Fühlhorn der Insekten (1773 bei Müller Linnés Natursystem 6, 103), danach bildlich. Fühlung, f., noch 1691 von Stieler als selten bezeichnet, 1550 bei Jac. Schöpper Synonyma Nr. 12 Fälung für lat. tactas, schon frühmd. vlaunge f.«Gefühl, Empfindung»(ZfdA. 10, 91, 29). ZUS. Fühl- horn, n., 1720 bei Frisch Insekten 1, 28, dafür bereits im 14. Jh. hörner(der Schnecke) bei Megenberg 303, 3.

Fuhre, f.(Pl.-n): das Fahren mit be- spanntem Fuhrwerk; Wagenladung. Mhd. vuore f.«Fahrt, Fahrweg, Begleitung, Fahr- gelegenheit, Reiseunterhalt, Futter, Lebens- weise, Art und Weise», md. vãre, ahd. fuora: dazu mnd. võre, ags. för f.«Fahrt, Fuhrwerk. Zu fahren(s. d. und das folg.). 4L. Fuhr- weg, n.(-s, Pl.-e): Fahrweg, 1594 bei Frischlin Nom. Kap. 125. Fuhrlohn, m. n. (*s, Pl. Jöhne), mhd. vuorlön m. n. Fuhr- mann, m.(-*s, Pl. Fuhrleute), mhd. vuorman, Pl. vuorliute. Fuhrwerk, n.(-s, Pl.-e), md. 1380 fürwerc n.

führen, v.: fahren machen, die Richtung bestimmend wohin bewegen machen; bei oder an sich haben(schon mhd., auch Waren, urspr. von umherziehenden Krämern, Par- zival 531, 13); refl. sich führen: sich be- nehmen(im 18. Jh.). Mhd. vieren, md. vüren, vören, ahd. fuorran, förran neben fuoren; dazu asächs. förjan, mnd. võren, nd. fören, ndl. voeren, afries. féra, ags. féran(reisen), anord. föra(bringen), schwed. föra, dän. före. Faktitiv zu fahren(s. d.). 4L. Führer, m.(-s, Pl. wie Sg.), mhd. viüerer m. Füh- rung, f., mhd. vierunge f.

Fülle, f.: den Raum einnehmende Menge von Dingen, Vollheit; Füllsel. Mhd. välle, ahd. full? f.; dazu in der 1. Bed. ags. ylla, anord. fyllr, fylli f., dän. fyld, fylde, got. fullei f.(in ufar fullel). Abgeleitet in 1. Bed. von voll(s. d.), in 2. Bed. von füllen(s. d.). 2ZUS. Füllhorn, n.(-s, Pl. hörner): mit Blumen und Früchten gefülltes Symbol des Oberflusses, 1723 bei Günther 215, eine Über- setzung des lat. corna copide.

füllen, v.: vollmachen. Mhd. vülllen, ahd. fallan; dazu asächs. ficlljan und fullon, ndl. wllen, afries. fullia, folla, fella, ags. fyllan, engl. fill, anord.-'schwed. folla, daän. fylde. Abgeleitet von voll(s. d.). 4 B1.