593 Frumkeit
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ZUS. Frühgeburt, f.: vorzeitige Geburt. Bei Opitz(nach Adelung). Frühjahr, n. (es, Pl.-e): erste Jahreszeit(vom 21. März bis 21. Juni), 1678 bei Krämer. frühreif, adj.: vor der gewöhnlichen Zeit reif, 1663 bei Schottel(von Menschen), von Früchten ndrrhein, in der Kölner Gemma von 1495 vrorijp, von 1507 vrorijff, ahd. fruo rifl. Frühstück, n.(-, Pl.-e): Morgenbrot, Zwischenmahlzeit vormittags, spätmhd. vrao- stücke, vrüestüc n.(Minnesinger 3, 309 ⁵, 2. 310², 3); davon frühstücken, v., 1470 bei Diefenbach mlat.-hochd.-böhm. Wb. 138 fru- stücken. frühzeitig, adj. u. adv.: vor der gewöhnlichen Zeit, um 1480 im Voc. inc. teut. g5 b fruezeitig, in der Straßburger Gemma von 1508 fryegeytig«frühreify.
Frumkeit, s. fromm.
Fuchs, m.(Gen. Fuchses, Pl. Füchse): das listige Raubtier, lat. vulpes;(übertragen) rötlich-braunes Pferd(1556 bei Frey Garten- gesellsch. Kap. 75, vgl. Rappe); Mensch mit rotem Haar(1556 bei Frey Kap. 71); Student im ersten Halbjahr(bei Günther 581, ver- ächtlich 1697 bei Ettner unwürd. Doktor 639, von Abiturienten 1679 bei Riemer polit. Maulaffe 51, aber schon im 16. Jh. Foß, Gen. Fossen, als Schimpfwort für Studenten und Gelehrte, z. B. 1552 bei H. Sachs Fasnachtsp. 40, 348 fg., 1571 bei Rot Phos, offenbar von einer nd. Universität ausgegangen); Gold- stück(1669 bei Grimmelshausen Simpl. 278), früher auch kleine nrhein.-westfl. Kupfer- münze im Werte von 1 ¼ Pfennig deutscher Reichswährung; listiger, verschlagener Mensch (bei Luther Luk. 13, 32). In der urspr. Bed. mhd. vahs, ahd. fuhs m.; dazu mnd.-mudl.- ndl. vos, ags.-engl. fox; anord. foæ n. Betrug. Daneben ein älteres Fem. mhd. vohe«Fuchs, Füchsin⸗, ahd. foha, anord. föa, got. fauhõ. Die bisher aufgestellten Erklärungen der Herkunft befriedigen wenig. Vgl. aber Uhlen- beck Btr. 22, 538. Alternhd. zeigt sich schwache Flexion(1550 bei Alberus Fab. 48, 178 des Fuchssen), die noch oberd. vorkommt. 48L. füchseln, v.:(Schlau) stehlen, 1618 bei Schönsleder füchßlen. fuchsen, v.: fuchs- schlau berücken; hudeln, peinlich, empfind- lich plagen oder ärgern(vielleicht aus der
Studentensprache, doch vgl. Weise ZfdW.
3, 243 eig.«einen wie einen Fuchs behandeln?); Geilheit üben(1664 bei Duez); sich fuchsen, v.: sich ärgern. fuchsig, adj.: durch Ab- blassen gelbrötlich, 1741 bei Frisch füúchsig
We igand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
«roty. Füchsin, f.(Pl.-nen): weiblicher Fuchs, spätmhd. im 15. Jh. fuchsinne(Diefen- bach Gloss. 632), md. im 14. Jh. füchsin, spätahd. im 11. Jh. fuchsin f.; dazu ags. fiæen, engl. vigen. ZUS. Fuchsbau, m.(-es, Pl.-e): Lagerhöhle des Fuchses, 1775 bei Adelung. Fuchsmajor, m.: ältrer Student, der die Füchse im studentischen Brauch unterrichtet. Fuchspelz, m.(-es, Pl.-e), mhd. vuhsbel⸗ m. fuchsrot, adj.: feuerrot, 1616 bei Henisch. Fuchsschwanz, m.(-es, Pl.-Schwänze): Schwanz des Fuchses, 1494 bei S. Brant Narrenschiff 40, 36, dafür mhd. vuhszagel;(in übertragener Bedeutung auch Name von Pflanzen, einem Vogel, einer kurzen Säge); davon fuchsschwänzen, v.: einem den Fuchsschwanz streichen oder mit dem Fuchs- schwanz streichen, d. h. in niedriger Weise schöntun, schmeicheln, zu Gefallen reden, seit dem 16. Jh.(bei Luther, H. Sachs), gleichzeitig Fuchsschwänzer, m.: nach Gunst strebender, heuchlerischer Schmeichler (bei Luther), Fuchsschwänzerei, f.,(1562 bei Mathesius Sar. 117²). fuchswild, auch fuchsteufelswild, adj.: wild wie ein Fuchs, über die Maßen aufgebracht(bei H. Sachs Fasnachtsp. 49, 350).
Fuchtel, f.(Pl.-n/): unscharfer breiter Degen; Schlag damit(bei Lessing Minna 5, 14). Im 16. Jh. Fuchtel(Ringwald Warnung des tr. Eckart H 6 b) und Fochtel(Fischart Garg. 122. 409, noch 1734 bei Steinbach). Zu fechten (s. d.). Davon fuchteln, v.: die Fuchtel hin- und herschwingen, mit ihr schlagen, (übertragen) rasch in der Luft herumfahren. Im 16. Jh. fuchteln(schon in übertrag. Bed. bei H. Sachs) und fochteln(Fischart Garg. 78, bildlich 1541 bei S. Frank Sprichw. 1, 26 b. 2, 55 fochtlen).
Fuder, n.(-s, Pl. wie Sg.): Wagenladung; nach Umfang oder Schwere einer Wagenlast bestimmtes Maß. Mhd. vuoder, ahd. fuodar n.; dazu andd. föther, mndl. voeder, ndl. voer, ags. föder n. Wagenlast», engl. fother, fodder (als bestimmtes Maß in Bergwerken). Wohl abgeleitet von derselben Wurzel wie Faden (§. d.). Aus dem Deutschen das gleichbed. franz. foudre m.
Fug, m.(-es): Zuständigkeit wozu, ins- besondere mit dem Nebengedanken an Rechts- kräftigkeit derselben(in der RA. mit Fug und Recht). Mhd. vuoc, md. vãc m.«Schick- lichkeit, Angemessenheit, passende oder er- wünschte Gelegenheit, Geschicklichkeity; dazu
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