Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
591-592
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591 Fronfasten

früh 592

Frondeur, m., aus franz. frondeur m. fron- dieren, v., aus franz. fronder. Alle im 18. Jh., aber allmählich zurückgetreten. Neu belebt nach dem Rücktritt Bismarcks. Vgl. Ladendorf.

Fronfasten, Fronfeste usw., s. fron.

Front(Pl.-n), f.: Stirn-, Vorderseite. 1616 bei Wallhausen Kriegsmanual 119 Fronte, Front f., aus ital. fronte f.«Stirn, Angesicht, Vorder- teily, von lat. frons(Gen. fronltis) f.«Stirny.

Frontispiz, n.(-es, Pl.-e): Vordergiebel- seite. Im 18. Jh. aus franz. frontispice m., mlat. frontispicium n.«Giebel eines Gebäudes», von lat. frons f.«Stirn» und spicere«sehen, schauen?.

Frosch, m.(-es, Pl. Frösche): die hüp- fende Amphibie, lat. rana;(übertragen) Feuer- werkskörper; Geschwulst an der Zunge einiger Tiere; Schuljunge. Mhd. vrosch, ahd. frosec m.; dazu mnd.-mndl.-'ndl. vorssch, ags. frox m., engl. dial. fyosk m., anord. frosler m., dän. froslc. Daneben stehen Formen wie ags. frogga, engl. frog, dial. frock mit Guttural, und solche mit Dental anord. frauc, schwed.- dän. frõö, anord. frauler(aus*fraudier). Ls ist kaum möglich, alle diese Formen auf eine gemeinsame Grundform zurückzuführen. Am ehbesten ist noch fraup,*frup möglich und dies dürfte nach Osthoff Parerga 344 zu den unter froh behandelten Wg.«springen» gehören, vgl. aind. plavas m. Eroschy zu plu-, pru-«springen» und die deutschen Aus- drücke hopper, hoppschel, grashüupfer u. a. ZUS. Froschblut, n.: kaltes Blut, bei dem der Mensch nicht in Aufregung kommt(bei J. Gotthelf Schuldenbauer 364). Frosch- laich, m.(-s): Froscheier, 1575 bei Fischart Garg. 56 Fröschleych, im 17. Jh. auch n. Froschlöffel, m., ein Sumpflöffelkraut, 1533 bei Rößlin 116 d.

Frost, m.(-es, Pl. Fröste): starren machende Kälte. Mhd. vrost, ahd. frost m.; dazu mndl. vorst, afries.-ags. forst, engl. frost, anord.- schwed.-dän. frost. Abgeleitet von frieren G. d.). 4BL. frösteln, v.: ein wenig Frost empfinden, 1541 bei Frisius fröstelen. frostig, adj. und adv.: kalt, frierend, mhd. vrostec, vrostic, ahd. frostag; dazu ndl. vorstig, ags. fyrstig, engl. frosty. ZUS. Frostbeule, f., 1716 bei Ludwig.

frottieren, v.: reiben, scheuern. 1773 bei Amaranthes. Aus gleichbed. franz. frotter.

Frucht, f.(Pl. Früchte): Bodenerzeugnis, insbes. Getreide; Erzeugnis der Fortpflanzung;

(bildlich) Ertrag, Erfolg. Mhd. vruht, ahd. fruht f.; dazu asächs. fruht m., ndl. vrucht f., afries. frucht f.; später entlehnt anord. frulctr m., schwed. frakt, dün. frugt m. Aus gleich- bed. lat. fructus m. 4L. fruchtbar, adj.: fruchttragend, fruchtbringend, nutzbringend, mhd. vrahtbœre, ndl. vruchtbaar. Frücht- chen, n.(-s, Pl. wie Sg.): kleine Frucht; auch leichtsinniger, ungeratener junger Mensch, 1750 bei Lessing 1, 471, im gleichen Sinne bei Luther 8, 672 fyüchtlin. fruchten, v.: fruchtbar machen(Goethe 1, 83); Frucht bringen, Erfolg haben(1644 bei Harsdörffer Gesprächsp. 1, Vorr. B), mhd. vrühten, vruhten«Frucht tragen, als Frucht zur Folge haben, fruchtbar machen, den Fruchtgenuß haben». ZUS. Fruchtbaum, m.: frucht- tragender Baum, Obstbaum, mhd. vruhtbounm. fruchtlos, adj. u. adv.: unfruchtbar(1786 bei Herder zerstr. Blätter 2, 8); erfolglos (1678 bei Krämer). Fruchtschlag, m.(-s): auf- oder abschlagender Fruchtpreis, süd- westdeutsch(bei Hebel). Fruchtspeicher, m.(*, Pl. wie Sg.): Getreidelagerungsspeicher, 1541 bei Frisius Fruchtspycher.

frugal, adj. u. adv.: sparsam eingerichtet, mäßig, einfach-genüglich. Im 18. Jh. ent- lehnt aus gleichbed. franz. frugal, von dem lat. Adj. frügälis, zu lat. fruæ(Gen. fragis) f.«Frucht, Tauglichkeity.

früh, adj.: der gewöhnlichen oder be- stimmten Zeit vorausgehend. Bei Luther früe, mhd. vrüeje, vruoje, vruowe, ahd. fruoji. Von früh, adv.: mit Anbruch des Tages; mit Anfang und selbst vor der bestimmten Zeit seiend. Auch frihe(bei Goethe, Schiller, Uhland), älternhd. früe, frü(mit dem 17. Jh. früh), mhd. vrüeje, vriüe neben vruo, ahd. fruo, frua, daher noch nhd. fruh(Goethe 13, 105, Rückert 2, 395, Heine 1, 232). Der Lautverschiebung gemäß stimmend mit gr. npu adv.«frühy, apc‿ioc adv.«frühe, npuia f. «ͥdie Morgenfrühe», aind. präãtär adv.«früh morgens», zu gr. ρο αvor», aind. pra-«vor-? (8. vor). 4BL. Frühe, f.: erste Morgen- zeit, bei Luther früe, im 15. Jh. frue, ahd. fruoi f. Frühling, m.(-S, Pl.-e): erste Jahreszeit, Jahreszeit des Grünwerdens und Blühens der Pflanzen(älternhd. im 16. Jh. früling bei Dasypodius, Frisius usw., bei Luther nur einmal neben Lenz, spätmhd. im 15. Jh. vräelinc); früh im Jahr geborenes Tier(1. Mos. 30, 42 früeling); zu früh nach der Hochzeit geborenes Kind(1691 bei Stieler).