Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
589-590
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589 frohn

Fronde 590

und noch bis ins 18. Jh. frolocken, mhd. vrõlocken, 1352 bei Merswin wiederholt für- löcken; lockcen ist vermutlich entstanden aus mhd. und älternhd. lecken chüpfen, springen?, s. lecken, Intensivbildung zu mhd. leichen «aufspringen», got. lailan chüpfen, froh- locken», ags. lãcan«springen»; die urspr. Bed. wäre also«vor Freude springen». frohn, Frohne usw., s. fron, Frone. fromm, adj. u. adv.:(im ältern Nhd. wie im Mhd.) förderlich, nützlich, tüchtig, vor- trefflich, tapfer, brav, rechtschaffen;(im ältern wie jüngern Nhd., besonders durch Luthers Bibelübersetzung verbreitet) tüchtig in Be- ziehung auf die Gottesverehrung, gottgefällig; (bildlich) ohne Arg und gut geartet, fügsam. Bei Luther from, ülternhd.(zumal obd.) auch frum, frumm, daneben frumb, fromb, mhd. vrum, vrom, ältermhd. im 12. Jh. frum:; dazu mnd. vrome«tüchtig, brav, fromm), afries. fremo, from«nützlich, ags. fyom, fram, ctapfer, tüchtig». Zugrunde liegt der gleiche Stamm wie in got.- ahd. fram«vorwärts, weiter» (s. fremd), got. fruma, ags. forma æder erste?, lit. Pirmas der ersten, gr. pꝑμοc der vor- derste, Vorkäümpfer»; ferner in vor, fürder, fördern, Fürst(s. d.). RA. frommer Wunsch, der nicht in Erfüllung geht, nach Phil. Speners Schrift pia desideria 1675. 4BL. Fromme, f.: Vorteil, Nutzen, Gewinn, nur noch in dem Dat. Pl. 2u.(Nutz und) Frommen«zum Nutzen, zugutey. Alternhd. Frumme f., mhd. vrume, vrum, vrome f. u. m., ahd. ruma, froma f.; dazu asächs. fruma f. Daher mhd. ze vraumen, ze vromen, ahd. zi frumum, ze fromon. frommen, v.: Förderung, Nutzen bringen, zur Förderung dienen. Mhd. vrumen, vromen, vrümen«vorwärts kommen, förderlich sein, nützen, helfem, ahd. frumjan, frumman, asächs. frummjan«vorwärts schaffen, befördern, voll- bringen, verrichten, tuny. Nach Heynatz 1796 ist das Wort«von einigen neuern» wieder her- vorgesucht. frömmeln, v.: äußerlich ein gottesfürchtiges Wesen annehmen, 1786 bei Schiller 4, 105. Frömmigkeit, f.: religiöse Tüchtigkeit, ülternhd. frumleit(altertümlich noch bei Goethe 16, 124 Frummeit), früm- keit, frömkeit, mhd. vrümecheit, vrümbeit, vrumkeit, im 12. Jh. frumilcheit«Tüchtigkeit, Bravheit, Tapferkeit, Trefflichkeit⸗, zu dem von vrum abgeleiteten Adj. mhd. vrümec, vrumec, ahd. frumig nützlich, tüchtigy. fron, adj.: herrlich und heilig. Nur noch altertümlich bei Pfeffel u. a. frohn, älternhd.

fron, mhd. vrõne, vrön adj.«den Herrn be- treffend, ihm gehörend, heilig, herrschaftlich, öffentlich», ahd. frõno, fraono adjektivisch, aber undeklinierbar gebraucht, urspr. Gen. Pl. von ahd. fr, got. frauja m.«Herry(s. Frau),«der Herren» d. h. nach christlicher Anschauung Gottes und der Heiligen». ZUS. Fronaltar, m.(-s): Gottes-, Hochaltar, mhd. vrõnalter,-altär m. Fronbote, m.(-n, Pl. n): Gerichtsbote, Büttel, mhd. vrönebote, älter bote vrne, ahd. boto vröno cheiliger unverletzlicher Bote, Gerichtsbote». Fron- dienst, m.(-es, Pl.-e): herrschaftlicher Handdienst, den der Unfreie leisten mufß, spätmhd. vröndienest. Fronfasten, plur.: die Quatemberfasten, mhd. vröne-, vrnvaste f. Fronfeste, f.: öffentliches Gefängnis, mhd. vronveste f. Fronhof, m.(-es, Pl.-höfe): Herrenhof, bes. insofern die zu Handdiensten Verpflichteten da erscheinen müssen, mhd. vrone-, vrönhof m. Herrenhof, Kirchhofy, ahd. frnohof Fiskus». Fronleichnam, m.(), 1482 im Voc. theut. q 2 2 fronleichnam, mhd. vrönlicham m. der heilige d. h. Christi Leib, Hostie»(s. Leichnam). Fronvogt, m. (-es, Pl.-vögte): herrschaftlicher Amtmann, bes. zur Beaufsichtigung der zu Frondiensten Verpflichteten. Bei Luther(2. Mos. 1, 11). 1Fron(-en, Pl.-en), m.: Gerichtsbote, Büttel, Scherge. Volkstümliche Kürzung für Fronbote(s. d.), spätmhd. vrön, vröne m. Fron(e), f.(Pl.-n): dem Herrn zu leistender Zwangdienst. Mhd. vröne f.«Herr- lichkeit, Gewaltherrschaft, Gefängnis, Herren-, Frondienst(s. fron), gerichtliche Beschlag- nahme». Von fronen, frönen, v.: unfrei Herrendienst tun(frönen auch bildlich ceiner Sache sklavisch unterworfen sein?, seit der ersten Hälfte des 18. Jh.). Mhd. vrœnen, vrönen zum Herrn machen, verherrlichen, als Abgabe geben, in gerichtlichen Beschlag nehmen, Herren-, Frondienst leisten», ahd. frõnen«in Beschlag nehmen». 4L. Fronde, f.(Pl.-n) in gleicher Bed. wie Frone f., spät- mhd. vrœnde f.«frondienstiges Land, Fron- arbeit», das ein ahd. frönida voraussetzt. Da- von fronden, v., in gleicher Bed. wie fronen. Fronde, f.: Oppositionspartei von Vor- nehmen gegen die Regierung. Aus franz. fronde f.«Name einer Oppositionspartei wäh- rend der Minderjährigkeit Ludwigs XIV., die die Politik Mazarins stark bekämpftey. Das Wort bedeutet eigentlich«Schleuder» aus lat. funda f. und wurde zum Spottruf. 43L.