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Frikandélle, f.(Pl.-„): Buttergebackenes aus zerhacktem Fleisch, Fleischklößchen. 1715 bei Amaranthes, aber 1721 bei Jablonsky und 1741 bei Frisch Frickeddellen, 1727 bei Sperander Fritadelle, Frickedellen, aus gleich- bed. ital. frittadella f., von fritto«in der Pfanne gebackeny, Part. von friggere, lat. frĩigèére«rösten?.
Frikassée, n.(⁸s, Pl.-): Schnittfleisch mit einer Brühe. Bereits im 16. Jh.(Zimm. Chron. ² 2, 164, 4) entlehnt aus dem gleich- bed. franz. fricassée f. Dazu frikassieren, v.(Zimm. Chron. ² 2, 163, 29):(in übertragener Bedeutung) übel zurichten(erst im 19. Jh.).
frisch, adj. u. adv.: erstkräftig, munter, rüstig; noch ungenutzt; anregend kühl. Mhd. vrisch, früh am Niederrhein virsch, ahd. frisc in der 1. Bed.; dazu mnd. vrisch, nd. firisk, mndl. versch, afries.-ags. fersc, engl. fresh; anord. ferskr, schwed. färsk, frisk, dän. fersk, frisk sind entlehnt. Auch ins Romanische gedrungen: ital.-span.-port. fresco, franz. frais. Der Lautverschiebung gemäß entspricht abg. préesinũ«frisch, ungesäuert(lit. priéskas
cungesäuerty ist aus dem Slaw. entlehnt). Dim. von Frieckrich, bei Luther auch Fritzsch,
4BL. Frische, f., mhd. vrische f. Frischling, m.(*I, Pl.-e): junges Wild- schwein. Aus mhd. vrischinc, später auch vrischlinc m.«junges weidefähiges Schwein oder Lammꝰ», ahd. friskinc, friscing mit den Nebenformen fruscing, friuscing, frinscing, frunscing m. auch«Opfertier»; dazu andd. ferscang, verscung m. junges Tier, Ferkel, Lammy. Die romanischen afranz. fresange, fraissengue, sizil. frisinga«junges Schwein»? stammen nicht direkt aus dem Deutschen. Abgeleitet von frisch(s. d.), also urspr. «Frischgeborenes, Jungesy. Daher weidmän- nisch frischen, v.: junge Wildschweine ge- bären, 1746 bei Döbel Jäger practica 1, 24. frisieren, v. kunstgerecht Haare kräuseln; wollene Zeugstoffe in der Frisiermühle auf- kratzen. In der 1. Bed. 1673 bei Weise Erzn. frisiren, in beiden Bed. 1691 bei Stieler friesiren, 1616 bei Henisch friseren, nach ndl. friseren aus franz. friser(s. Fries). 4.B L. Frisierer, m.(s, Pl. wie Sg.): Haarkräusler. 1691 bei Stieler Friesirer, heute in der franz. Form Friséur. Frisür, f.(Pl.-en): Haar- tracht, 1694 bei Nehring, aus franz. frisure f. Frist, f.(Pl.-en): bis wohin freigegebene Zeit, Aufschubszeit; abgegrenzte Zeit über- haupt. Mhd. vrist, ahd. frist f.; dazu mnd. verst, mndl. verste, worste f., afries. ferst,
first n., ags. first m., anord. frest n., schwed. frist m., dän. frist. Das Wort ist nach Brug- mann Idg. Forsch. 13, 164 zu vergleichen mit aind. purah-Sthitas«bevorstehendꝰ(puras«vor Augen»= germ. fris und sthitas«stehend. 4B2. fristen, v.: Frist geben, unverletzt und noch für längere Zeit erhalten. Mhd. vristen, ahd. fristjan, fristan und fristõn, mnd. versten, afries. fersta, ags. fyr stan, anord. fresta, schwed. frista, dän. friste,
Fritt, m.(-es, Pl.-e): kleiner Hand- bohrer, bes. der Böttcher. 1775 bei Adelung, aus nd. fyit m., ndl. vret n., vom gleichbed. franz. foret m., mlat. forétum n., zu lat. fordre, franz. forer«bohren.
Fritte, f.(Pl.-en): in der Glasmacher- kunst Gemeng aus Sand oder Kieselerde und alkalischem Salz(Laugensalz). 1775 bei Ade- lung, aus gleichbed. franz. fritte, ital. fritta f., d. i. lat. fricta, Fem. des Part. Prät. frickus von frigere«rösten?, urspr.«geröstete, ge- sottene Masse», weil durch Schmelzen jenes Gemenges Glasfluß entsteht. 4. fritten, v.: zusammenschmelzen.
Fritz(Gen.-ens, Pl.-e,-en), vertrauliches
mhd.(und noch mundartlich) Fritze.
Fritze(Gen.-ns, Pl.-n), diminutive Kose- form fůr Fyiederike.
frivõl, adj. u. adv.: gehalt- und wertlos, sehr leichtfertig. 1686 bei Liebe, aus gleich- bed. frivole, von lat. fravolus«wertlos, arm- selig, abgeschmackty. 4BL. Frivolitüt, f. (Pl.-en): Leichtfertigkeit; leichte Spitze, durch ein Schiffchen mit der Hand gefertigt. Aus franz. frivolité f. In der 1. Bed. 1768 bei Wieland Idris 15.
froh, adj. u. adv.: von Wohlgefühl be- wegt; aus Wohlgefühl lebhaft. Bei Luther fro, mhd. vrõ(Gen. vrowes, vrouaoes, vrohes), ahd. frao, frõ(flektiert frawer, frõwer, frouwser) auch«schnelly bedeutend; dazu asächs. fräh «froh, mndl. vrö, afries. frõô, anord. frdr churtig, flinky. Die nordische Bedeutung «flink» scheint die ursprüngliche zu sein, und man kann daher die germ. Grundform*frazαe zu aind. prävatsé«springt auf, hüpft, eilt», pravãs«flatternd, schwebend, fliegend stellen. Vgl. Ostboff Parerga 336. 4L. fröhlich, adj. u. adv., bei Luther frölich, mhd. vrœ- lich und Adv. vrœliche, ahd. frawalih, frölih und Adv. fravwalöcho, frölicho; dazu Fröh- lichkeit, f., mhd. vrœlicheit f. ZUS. froh- locken, v.: laute Freude äußern. Bei Luther


