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Frikandeau 586
m., ags. frin, fryß m., n.(daneben freodo, friodo, frido f.), anord. fridr, schwed. frid, fred m., dän. fred m. und f., got. nur im Eigennamen Fribareilcs«Friedrich» und in gafripon«versöhnen». Zugrunde liegt der- selbe Stamm fri«schonen» wie in got. frijön clieben»(s. freien und Freund). 48L. friedlich, adj. u. adv., mhd. vridelich, Adv. vridelãche. vridesam, ahd. ridusam, asächs. adv. friche- samo. ZUS. Friedensfürst, m.(-en, Pl.
-en), bei Schiller Wall. Tod 5, 1, dagegen Friedens- richter, m.(-S, Pl. wie Sg.), 1691 bei
bei Luther Jes. 9, 6 Friedflirst.
Stieler, aber 1703 im Zeitungslex., 1741 bei Frisch Friederichter. Ursprünglich Bezeich- nung einer englischen Einrichtung. fried- fertig, adj., bei Luther Matth. 5, 9.
Friedhof, m.(-S, Pl. Friedhöfe): Kirch- hof, Gottesacker. Nicht«Hof zu Friede und Ruhe», sondern aus mhd. vréthof, ahd. frit- hof, asächs. frädhof, mnd. vrithof m.«der vor einem oder um ein Gebäude zu Schonung und Sicherheit eingefriedigte Raum, Vorhof eines Tempels, Palastes oder einer Burg, Vor- hof der Kirche als öffentlicher Schutzort ge- flüchteter Verbrechery, endlich«Kirchhof, Gottesacker», älternhd. und noch oberd. Freit- hof. Zu ahd. vriten cbegünstigen, hegen, anord. frida«schmücken», got. freidjan«schonen», einer Ableitung von einem Adjektiv, das in ags. frid, anord. fradr«hübsch» vorliegt, und das genau aind. pritäs«vergnügt, befriedigt, geliebt entspricht. Der Stamm ist derselbe wie in freien, Fyriedle.
Friedrich, Mannsname, mhdl. Friderich, ahd. Fridurih, got. Fripareils, ags. Freoderic, anord. Fridreler«Friedensfürsty). Mlat. Fri- dericus, daher der zugehörige Frauenname Friederilce. S. Fritz, Fritee und-rich. Friedrichsdor, m.(-s, Pl.-e u.-s): ehe- malige preußische Goldmünze im Werte von 17 M., zuerst 1713 unter Friedrich Wilhelm I. geprägt.
frieren, v.(Prät. fror, Konj. fröre, Part. gefroren): Kälte empfinden; durch Kälte er- starren;(unpersönlich) es friert«entsteht Eisy(schon mhd.), es friert mich«ich emp- finde Kälte»(mhd. mich vriuset); das Part. gefroren durch Zauberei fest gegen Hieb und Schuß»(seit dem 30 jähr. Kriege nach- gewiesen). Mhd. vriesen(Prät. vrös, Pl. vrurn, Part. gevrorn), ahd. friosan, freosan (Part. gifroran); dazu mnd. vrésen, ndl. vriezen,
Lautverschiebung prusvã f.«gefrornes Wasser, Reifs, lat. prurna friedsam, adj. und adv., mhd.
ags. frsosan, engl. fyeeze, anord. f'†jõsa, schwed. frysa, dan. fryse. Das urspr. s hat sich im bayr.-hess. fiesen, fieusen, luxemb. friselen, sowie in Friesel und Fyost(s. d.) erhalten. Die 2. und 3. Präs. lautet älternhd. freurest, freuret(noch 1726 bei Freyer freuret). Der gemäß entspricht aind.
f.«Reify(aus*prusvina).
Fries, m.(-es, Pl.-e): in der Säulen- ordnung ein mit Laubwerk und andern krausen Zieraten versehener Teil des Hauptgesimses, der den Kopf des auf dem Hauptbalken ruhen- den Balkens bildet(dann herumlaufender Zier- streifen an Wand und Fußboden); krauses ungeschorenes tuchartiges Wollenzeug. In der 1. Bed. 1616 bei Henisch Frisen, 1618 bei Schönsleder Fries m., 1691 bei Stieler Friese n., bei Winkelmann und Schiller Friese f.(Pl.-n); dazu mndl. 1599 bei Kilian frise. In der 2. Bed. 1691 bei Stieler Fries, 1678 bei Krämer Frieß, 1663 bei A. Gryphius Peter Squenz 9 Früß, mndl. vries, frise 1599 bei Kilian. Beides aus gleichbed. franz. fyise, afranz. frese f., woher auch engl. frieze, zu franz. friser«kräuseln, verzieren, das wie span. friso, freso m. in 1., frisa f. in 2. Bed., frisa«Tuch aufkratzen», ital. fregio m.«Ver- brämung, Schmuck, Gesimsfries», fisa f. crauher Wollstoffy, aus dem Germanischen entlehnt ist: ags. frise«kraus, gelockt», engl. friz, frizzle«kräuseln», afries. frisle, fresle «Haupthaar, Haarlockey. Dagegen das afranz. drap de Frise, paile de Frise, mlat. pannus frisius, ist ein kostbarer Seidenbrokatstoff und deutet auf den Orient, vielleicht Phrygien (Schultz höf. Leben 1, 337).
Friese, m.(-n/, Pl.-n): Volksname, mhd. Vriese, ahd. Frieso, Friaso, Friso m., dazu nd. Frése, mndl. Vriese, ndl. Vries, afries. Freso, Friso, ags. Frysa, Friesa m., bei den röm. Schriftstellern Frisit, Frisones, mlat. auch Fresones. Dunkler Herkunft.
Friesel, n. u. m.(*I, Pl. wie Sg.): Fieber mit hirsekornähnlichen Bläschen. 1686 bei Liebe als Mask., 1734 bei Steinbach als Neutr. Zu frieren(s. d.), md. im 14. Jahrh. bei Ködiz 96, 26 frisen n.«Fieberschauer, kaltes Fiebery, ebenso 1429 im Lib. ord. rer. 17² friesen n.
Frikandeaü(spr. Frikand), n.(-s, Pl. “): gespickte gebratene Kalbsschnitte. Aus gleichbed. franz. Fricandeuu m. Neue Ent- lehnung.


