Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
583-584
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583 fretten

Friede 584

Entlehnt aus franz. faret, ital. furetto m., von lat. für m.«Dieb» abgeleitet.

fretten, v.: wund reiben;(bildlich) quälen, plagen, hudeln. Noch obd. Mhd. vreten, vret- ten, vraten, ahd. fratön, von ahd.-mhd. fratt «wund aufgerieben», bayr. frat, schweiz. fratt. Vielleicht aus ital. fretiare c«reiben», das von lat. frictäre stammt.

fretzen, v.: fressen machen, weiden, mästen. Bei Luther. Mhd. vretzen und veretzen ab- weiden, füttern, jagen?, got. fraatjan um Essen verteileny, zusammengesetzt aus der Partikel got. fra-, ahd. far-, mhd. ver- und mhd. etzen, s. äãtzen und auffretzen.

Freude, f.(Pl.-/): durch angenehmes Gefühl erregte Gemütsheiterkeit. Bei Frisius 1541 und Maaler 1561 fröud, mhd. vröucdle, vreude, frõuaede, ahd. frauwwida, freuwida, frowida f. Von freuen, v.: froh machen, mhd. vröursen, vreuzwen, vröun, vreun, ahd. fraiojan, freujan, frouwwen, abgeleitet von froh(s. d.). 43L. freudig, adj.: Freude empfindend oder erregend, 1540 bei Alberus Dict. Qd freudig, 1541 bei Frisius fröudig, vgl. freidig; dazu Freudigkeit, f., bei Al- berus Qd 3 b freudigkeit, bei Frisius fröudig- keit. ZUS. Freudenhaus, n.: Haus voller Freude(bei Luther und Schiller), mhd. vréuden- has n.); in üblem Sinne Bordell(im 18. Jh.). Freudenmädchen, n.: feile Dirne, nach franz. fille de joie in der zweiten Hälfte des 18. Jh. aufgenommen(bei Schiller 7, 307), aber schon spätmhd. im 15. Jh. freudenweilb. Vgl. noch Gombert ZfdW. 7, 141.

Freund, m.(-es, Pl.-e): durch Liebe, Zuneigung Verbundener;(in der Volkssprache) Verwandter. Mhd. vriunt, ahd. friunt, friont, asächs. friund, ndl. vriend, afries. friond, friund, ags. fréond, engl. friend, anord. frcœndi, schwed.-dän. frdãnde, got. frijônds m.«Freund, Verwandtery, ist das als Subst. erscheinende Part. Präs. von got. frijon«lieben»(s. reien). Gleiche urspr. Partizipien sind Feind, Hei- land(s. d.). 4 L. Freundin, f.(Pl.-nen), mhd. vriundinne, ahd. friuntinna f. freund- lich, adj. u. adv., mhd. vriuntlich und Adv. vriuntliche, ahd. friuntlih, und Adv. friunt- licho; dazu ndl. vriendelijſc, ags. fréondlic, engl. friendl"; davon Freundlichkeit, f., spätmhd. vriunllicheit f. Freundschaft, f. (Pl.-en): Freundesverhältnis;(in der Volks- sprache) Verwandtschaft. In beiden Bed. mhd. vriuntschaft, vriwentschaft, ahd. friunt- scaf f.; dazu asächs. friundskepi, afries. friond-

skip, ags. fréondscipe m.; davon freund- schaftlich, adj., 1734 bei Steinbach.

Frevel, m.(-s, Pl. wie Sg.): gewaltsame Rechtsverletzung. Bei Luther freuel(u= p), 1561 bei Maaler Fräfel, ältermd. vrevel, da- neben vorevele, vorebele, vorebel, vorebyl, virehel m., mhd. vrevel, vrävel, vraval, da- neben frefue und frefin, meist f.(selten m.), ahd. fravali, fravili, frabar? f.«rückhaltlose Kühnheit, schrankenloser gefährlicher Uber- mut»,(in der ältern Rechtssprache) cgeringeres durch Geld sühnbares Vergehen, Geldstrafe. Von frevel, adj.: rückhaltlos kühn, gefähr- lich übermütig, gewaltsam das Recht ver- letzend. Mhd. vrevel, vrävel, vrebel, vrabel, daneben vreven, md. vorevil, vorebil, virebil (noch 1469 im Voc. ex duo eymn frebeler), ahd. fravali, fravili, frafali und Adv. fraba- licho; dazu(entlehnt) ndl. wrevel, ags. frœfele. Zusammengesetzt aus der Partikel got. fra-, ahd. far-(selten fra- in frabald«verwegero), mhd. ver-, md. vor-, vir-, nhd. ver-, und einem Stamm, der noch vorliegt in md. ebel «stolz vermessen»(Jeroschin 9122 Var.), ahd. avalõn, afalön æin eifriger Arbeit tätig sein), anord. afl n.«Kraft, Stürkey, got. abrs«stark). Vgl. Fracht, fressen. 4L. frevelhaft, adj. u. adv., spätmhd. vrevelhaft. freveln, v., mhd. vrevelen, daneben vrevenen, md. virebeln. freventlich, adj. u. adv.: frevel- haft, mit eingeschobenem!t aus mhd. vreven- lich neben vrevellich(md. virebilich), wie vreven neben vrevel, 1561 bei Maaler früfen- lich, bei Luther freuelich, freuenlich und (Tischreden 3 ²) freuentlich. Frevler, m., mhd. vreveler, mrhein. im Voc. ex quo 1469 frebeler.

Friede,(-ns, Pl.-en), seit dem 18. Jh. auch Frieden, m.: Vereinigung in Liebe mit Entfernung aller Entzweiung; feste Uber- einkunft zu Einigkeit und Sicherheit; Sicher- heit vor und Freisein von Widerwärtigem. Bei Luther Fried und Friede noch mit der alten starken Biegung Gen. Friedes, Akk. Eriede, aber auch schwach Dat. und Akk. Frieden. Die starke Flexion noch bei Logau 1, 1, 4, Fleming 189, Zesen Ibrahim 1, 146; die schwache Flexion zeigt sich vereinzelt schon mhd., besonders md., zuerst im 12. Jh. am Niederrhein; der gemischte Gen. Fridens am frühesten im Anfang des 16. Jh. bei Keisersberg(Predigten 68 d). Mhd. vride(Gen. vrides), ahd. frida, frido m.(daneben frida f.); dazu asächs. fridu, ndl. vrede, afries. fretho