581 Freifrau
Frett 582
verkehr haben, umwerben», ags. fréogan, anord. fyia«lieben»,(entlehnt) schwed. fria, dän. fri cheiratenꝰ, got. frijön. Der Lautver- schiebung gemäß stimmend mit aind. prindti, aw. fyinãiti«er befriedigt, abg. prijati«sorg- lich beistehn, günstig seiny, prijazni f.«Liebey. 4B. Freier, m.: heiratslustiger Bewerber. Md. im Voc. ex quo 1469 fryher, im 13. Jh. friére m.; dazu Freiersmann, m.: Braut- werber für einen andern. 1741 bei Frisch. Freite, f.(Pl.-n): Liebes-, Heiratswerbung. In Mitteldeutschland. Bei Lessing Freig. 2, 5 Freihte, bei Weiße Lustsp. 1, 164 Freyde, Op. 3, 205 Freide, im 16. u. 17. Jh. Freiet, im ältern Md. vrlät, friöte, friete f. ZUS. Freiwerber, m.(-s, Pl. wie Sg.): Braut- werber für einen andern. 1616 bei Henisch. Freifrau, Freigeist usw., s. frei. freilich, adv.: ohne Beschränkung, Be- denken; wohl. Mhd. vriliche, vrilich adv. «in freier Weise, frei heraus, ohne Zaudern, Bedenken, Vorbehalt⸗;(im Loher und Maller 15. Jh.)«sicherlich, allerdings, freilich?; ab- geleitet von dem mhd. Adj. vrilich, ahd. fralih«frei. Freimut, Freisinn usw., s. frei. Freitag, m.(-s, Pl.-e): der sechste Wochentag. Mhd. vrätac, vrietac, vrigetac, ahd. fraadag, frajetag; dazu mndl. vridach, ndl. vrijdag, afries. frigendei, ags. frigdcœg, frigedœæg, engl. fricag,(entlehnt) anord. frjd- dagr, schwed.-dän. fredag. Es ist der der Ge-
mahlin Wotans und Vorsteherin der Ehen,
ahd. Fria, anord. Frigg, geheiligte Wochen- tag, eine Ubersetzung des lat. dies Veneris. Fria bedeutet«die Liebendey, der Lautver- schiebung gemäß entsprechend aind. prijd f. «Gattin, Geliebtey(s. frei und freien). Freite, Freiwerber, s. Freien. fremd, unverkürzt fremde, adj.: anders- woher gebürtig oder kommend, nicht ein- heimisch, nicht angehörig, nicht eigen, nicht vertraut, unbekannt, ungewöhnlich, seltsam. Bei Luther frembd, mhd. vremede, vremde, daneben vrömede, vrömde, ahd. framadi, fra- midi, remidi; dazu asächs. remidi, ndl. vreemd, ags. fremede, got. framaßs,(entlehnt) schwed. frümmad, dän. remmedl, abgeleitet von ahd.- got.-ags. und anord. fram, präp. und adv. «Vorwürts, weiter, entfernt von, von— forty. 4BL. Fremde, f., mhd. vremede, vremde, daneben vrömede f. Fremdling, m.(-s, Pl.-e), mhd. fremdelinc, bei Luther Frembd- ling und Frembdlinger; dazu Fremdlingin,
f., 1648 im Don Kichote 164. Fremdheit, f., 5. 6. 1780 bei Goethe an Lavater 84, dafür früher Fremdigkeit(bei Opitz), mhd. vremdec- heit, vrömdileit f. ZUS. Fremdwort, n. (-es, Pl.-wörter), 1819 bei J. Paul Vorr. zur 3. Aufl. des Hesperus.
frenétisch, s. phrenetisch.
frequént, adj.: zahlreich besucht. Im 18. Jh. entlehnt aus gleichbed. lat. requens, Gen. frequentis. frequentieren, v.: zahl- reich, häufig, fleißig besuchen, 1571 bei Rot und schon md. im 14. Jh. frequentiren, aus gleichbed. lat. frequentäre, von dessen Part. Perf. Pass. Frequentäãtus das Adj. frequentã- lvus, Neutr. frequentãtzvum und aus letzterem Frequentativ, n.(-s, Pl.-e): Veröfterungs-, Wiederholungswort, abgeleitet ist. Fre- quénz, f.(Pl.-en): zahlreicher Besuch, Zu- lauf, 1694 bei Nehring aus gleichbed. lat. frequentia f.
Fresko, n.(-s, Pl. Fresken): Malerei auf frischen, d. i. nassen Kalk. 1775 bei Adelung. Das Adv. fresco schon 1727 bei Sperander. Aus ital. fresco«frisch». Daneben auch Freske, f., von dem Plur. Fresken ausgebildet.
fressen, v.(Präs. fresse, frissest, frißt, Prät. fraß, Konj. fräße, Part. gefressen, Imp. frißz): völlig essen, daher bes. unmäßig, un- anständig, unvernüuftig essen, gewöhnlich von den Tieren gebraucht; verzehren, verzehrend eindringen. Mhd. vrezzen(Präs. ich vrizze, Prät. vraz, Pl. vräzen), ahd. frezzan; dazu ndl. vreten, ags. fretan(engl. fret«zerfressen»), got. fraĩtan caufzehren⸗(Prät. frét, 3. Pl. frétun), entlehnt schwed. frassa, dän. fraadse. Das Wort ist zusammengesetzt aus der Par- tikel got. fra-, ahd. far-, nhd. ver- und got. itan, ahd. ezzan, ags. etan«essen», wie auch das Part. Prät. ahd. frezzan, mhd. vrezzen ohne ga-, ge- zeigt. In gleicher Bed. ein neugebildetes mhd. verezzen. Substantivisch Fressen, n., derber Ausdruck für Nahrung, Mahlzeit(bei A. Gryphius 1, 820). 4 BL. Fresser, m.(-s, Pl. wie Sg.): der viel Fres- sende, mhd. vrezzer m.; davon Fresserei, f., mhd. vrezzerle f. ZUS. Freßsack, m.: Fresser, urspr. Speise-, Futtersack, 1775 bei Adelung.
Frett, n.(-es, Pl.-e), gewöhnlich im Dim. Frettehen, n.(-s, Pl. wie Sg.): Art Wiesel zum Kaninchenfange. Bei Fischart Ehez. L 1² Frettel n., 1561 bei Maaler Frett n., 1546 bei G. Agricola frette, furette f.; dazu clevisch 1477 fret, mndl. foret, fret n.
37*


