603 Furore
franz. fournir«womit versehen, versorgen, ausstatteny, afranz. formir, fornir, ital. for- nire, sard. frunire, prov. fromir, formir, die vom ahd. frumjan(s. frommen) abgeleitet sind.
Furöõre, f.: tobender, rasender Beifall. Um die Mitte des 19. Jh.(1854 bei H. Heine Lutezia 2, 278) in Künstlerkreisen entlehnt aus ital. furore m.«Raserei, Ungestüm), von lat. furor m. Wuts.
Fürsehung, f., zuweilen statt Vorschung (s. d.), bei Schiller Tell 4, 1. Bei Luther fursehung, spätmhd. im 15. Jh. fuürsehang.
Fürsorge, f., statt Vorsorge(s. d.), 2. B. bei Wieland 38, 189, 1556 bei Frisius fär- sorg, mhd. virsoyge f.
Fürsprach, m.(es, Pl.-e): rechtskun- diger Vertreter oder Verteidiger(Lessing Nathan 4, 7); zu Gunsten, zur Empfehlung Sprechender(Schiller Turandot 5, 1). Seit dem 13. Jh. md. vorspräãche, mnd. vorspralce m. Vgl. Fürsprech.
Fürsprache, f.(Pl.-n): gute Worte an der Stelle und zum Besten jemandes. 1716 bei Ludwig Vorsprache u. Fürsprache, ersteres noch bei Lessing 11, 514, Goethe 26, 281. Ahd. forasprãhha f. ist«Vorwort, Vorrede?.
Fürsprech, m.(-en, Pl.-en): Fürsprecher, Advokat, Rechtsbeistand. Heute fast nur noch schweizerisch. Mhd. virspreche, vor- spreche, ahd. furisprehho m., zusammenges. mit ahd. sprehho m.«Sprechery, unter Ein- fluß von fürsprechen, ahd. faurisprehhan.
Fürst, m.(-en, Pl.-en): Staatsoberhaupt; im besondern) der zunächst Höhere über dem Grafen. Bei Luther Fürste(noch bei Weise Erzn. 115, Gryphius Trauersp. 49, Hagedorn neue Fab. 85), mhd. vürste, md. vurste, vorste, ahd. furisto, fursto m.; dazu mnd. vorste, ndl. vorst, afries. forsta m. Eig.«der Vor- derste, Erste, Höchste», denn Fürst ist der substantivisch gebrauchte, zum ahd. Adv. furi, got. faur vory, gebildete Superlativ ahd. furist, mhd.(absterbend) vürst, furst, asächs. furist, ags. fyrst, engl. first, anord. fyrstr «der erste, vorderste». Vgl. Fron, Herr. Im 16. bis 18. Jh. auch der Gen. Fürstens (bei Luther Tischr. 345², Ettner medicin. Maulaffe 723); mitunter im Dat. und Akk. Sg. Fürst(Schiller Jungfrau v. Orl. 1, 2, Demetrius 2, 1), bes. in formelhafter Stel- lung(von Fürst zu Fürst). 4BL. fürsten, v.: mit Fürstenrang bekleiden, mhd. virsten, md. vursten, vorsten, vurstenen, vorstenen. Fürstin, f.(Pl.-nen), mhd. vürstinne, vürstin,
fuscheln 604
vürstin f. fürstlich, adj., mhd. vürstlich, viir stelich, fürstenlich, md. faurstlich, förstlich. ZUS. Fürstenhaus, n.(-es, Pl.-häuser), bei Luther. Fürstentum, n.(-s, Pl.-tümer), mhd. virsttuom, vürstentuom m. n.
Furt, f.(Pl.-en): seichte Stelle im Wasser zum Durchkommen. Bei Luther Mask. und Fem., älternhd. und noch oberd. Mask., mhd. vart und ahd. fart m., md. fart, fort m. und f.; dazu asächs. ford(in Ortsnamen wie Heri- ford), mnd. voörde, vört m., mndl. voord, afries. foyda m., ags. ford m., engl. ford. Zu derselben Wurzel wie fahren(s. d.); der Laut- verschiebung gemäß stimmend zu lat. porta f. Tory, portus m.«Hafenv, aw. posus m. cDurchgang, Furty, porotus m.«Durchgang, Gangy, gall. ritu-«Furty in Ritu-magus, Augusto-ritum, akymr. rit«Furty, wozu auch anord. fjördry m. Bucht, schwed.-dän. jord, schwed. Härd(aus dem Nord. engl. firth).
fürtrefflich(bei Goethe, Schiller), s. vorkrefflich.
Fürtuch, n.(-es, Pl.-kücher): Schürze. In Süddeutschland. Spätmhd. im 15. Jh. vorkuoch, 1482 im Voc. theut. i 82 fuartuch.
Furünkel, m.(-s, Pl. wie Sg.) und f. (Pl.-n, bei Musäus Kinderklapper 40): Blut- schwär. 1588 bei Tabernämontanus 724 Fürunckel. Aus gleichbed. lat. furunculas m.
fürwahr, adv.: in Wirklichkeit, in der Tat. Mhd. viür zwär, vür wäre, md. vorir, vorzdre.
Fürwitz, s. Vorroitz.
Fürwort, n.(-es, Pl.-wörter): Schein- grund, Ausflucht(1540 bei Alberus Dict. H 2 5, 1541 bei Frisius ſobtentus], noch schweizerisch); gutes Wort an der Stelle und zum Besten jemandes(1691 bei Stieler); das Substantiv vertretendes Wort, Pronomen. In der letzten Bed. 1748 von Gottsched(Grundlegung 120) gebildet, dafür 1727 bei Aler Vorzorl, 1641 bei Schottel Vornennwort, Stieler 1691 Für- wort für Präposition. Siehe Vorwort.
Furz, m.(-es, Pl. Fürze): Bauchwind. Mhd. vurz, spätahd. firz, dazu nd. furt, fort, mndl. vort m. Zu farzen(s. d.). 4BL. furzen, v., spätmhd. im 14. Jh. furzen, md. forzen.
fuscheln, v.: mit den Händen regsam an etwas hin- und hertasten; durch heim- liche Handgriffe petrügen(so beim Karten- spiel). In Nordostdeutschland. Davon Fu- schelei, f.(Pl.-en): Anwendung verdecken- der betrügerischer Handgriffe(Lessing 10, 61).


