Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
605-606
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605⁵ Fusel

Futter 606

fuschern, v.: pfuschern(Claudius 4, 173), s. Pfuschen.

Fusel, m.(-S, Pl. wie Sg.): geringster Branntwein(auch schlechter Tabak, in der Chemie das bei geistiger Gärung nebenbei sich bildende flüchtige 6l1). In der ersten Hälfte des 18. Jh. in Norddeutschland auf- gekommen(1743 bei Richey, auch Insel

Felsenburg 3, 458). Dunkler Entstehung. Füsilier, m.(-, Pl.-e): mit der Bajonett- flinte bewaffneter Fußsoldat. 1703 im Zeitungs- lex. Aus gleichbed. franz. fusilier m., von franz. fusil m.(ital. focile, fucile, von lat. focus m.«Feuerstätte, Feuer»)«Feuerstahl, Feuergewehr,(s. Flinte).

Fuß, m.(-es, Pl. Fäße): unterster Teil des Gehgliedes;(bildlich, schon mhd.) das Unterste, worauf etwas ruht;(Pl. Fuß, Dat. bei Verbindung mit einem unbestimmten Zahlwort Fußen, mhd.) Maß nach der Manns- fußlänge(½ Elle), im heutigen Reichsmaß ½ Meter;(nach dem Maß übertragen) Grund- lage, Verhältnis, Art und Weise(erst im 17. Jh., bei Dietr. v. d. Werder Gottfr. 5, 54 auff gutem Fuß); Versfuß(schon ahd., wohl nach lat. pes). Mhd. vαο⁵, ahd. fuos(Pl. fuozi), md.;, vog m.; dazu asächs. fõt, fuot, mnd. võt, mndl. poet, afries. ſöt, ags. 7!, engl. foot, anord. fötr, schwed. fot, dän. od, got. fötus m. Der Lautverschiebung gemäß entsprechen lat. pes(Gen. pedis) m. Fußy, gr. rouðc(Gen. odôc) m. Fußꝰ, mediov n. SOhley, nedov n.«Fußboden», eca f.(aus nedjc.)«Fuß, Unterstes an etwasy, lit. pãdas m. Fußschley, péda«Fußspur, Fuß als Maßy, arm. olmn Fuß, aw.-aind. päd m. Fuß. RA. stehenden Fußes«augenblicklich, sogleich», dem alten Rechtsleben entnommen (wer mit seinem Urteil nicht zufrieden war, mußte es gleich auf der Stelle anfechten, ständes fußes õ er hinder sich trede Grimm. Rechtsaltert. 866 vom J. 1430). 4L. füßeln, v.: die Füße eilig fortbewegen, namentlich in kurzen oder zierlichen Schritten(bei Eichendorff Taugenichts, im 15. Jh. fußiln zu Fuß gehen» Diefenbach Gl. 420 b); mittels der Füße einander zürtlich oder um ein Zeichen zu geben berühren(Goethe Faust 6342, bei Aler 1727 fußzlen). fußen, v.: den Fuß fest aufsetzen, Fuß fassen(1540 bei Alberus Dict. II); sich stützen auf etwas(md. im 14. Jh. üssen, vom Aufliegen der Dachsparren auf einer Mauer, in über- tragner Bed. bei Luther Tischr. 2); zu Fuß

gehen(schweizerisch, 1420 mnd. vueten Diefen- bach Gl. 420 b, vgl. bayr. sich fußen im Gehen eilen»). Füßling, m.(es, Pl.-e): der untre, den Fuß bedeckende Teil des Strumpfes(im 15. Jh. fueßling Diefenbach Gl. 420 o%. ZUS. Fußangel, f.(Pl.-n): angelartiges Cisen mit 3 bis 5 Zoll langen Spitzen, von welchen beim Hinwerfen oder Legen immer eine in die Höhe steht, im Voc. ex quo 1469 fußangel(eig. ein Brett mit durchgeschlagnen Nägeln), 1414 fanger Diefenbach Gl. 420 b. Fußboden, m.(-, Pl.-böden), 1640 bei Comenius Fußbodem. Fußbreit, m.(-es): Raum, den die Fuß- sohle auf dem Boden einnimmt, bei Luther 5. Mos. 2, 5, als Neutr. bei Schiller Picc. 2, 7. fußfällig, adj.: einen Fußfall tuend, mit einem Fußfall verbunden, 1616 bei Henisch. Fußgänger, m.(-s, Pl. wie Sg.): zu Fuß Gehender(bei Keisersberg Postill 3, 773²), Fußsoldat(mhd. vuozgenger, daneben vεαν gengel m.). Fußknecht, m.(es, Pl.-e): Fußsoldat, spätmhd. im 15. Jh.(1440 bei Diefenbach Gl. 420 2 fußlenecht). Fußpfad, m.(-es, Pl.-e), spätmhd. uM⁴οphat m. n. Fußreise, f.(Pl.-n), 1802 in Gotters lit. Nachlaß Vorr. S. 62. Fußstapfe, m.(ns, Pl.-n): Abdruck des Fußes im Boden, bei Luther Hiob 13, 27 fusstapffe, mhd. ud⁴ο⁵- staphe, md. vistappe, ndl. voetstap m.(s. Stapfe). Daraus hervorgegangen und an Tappe(s. d.) angelehnt Fußtapfe, m., bei bei Gellert, Lessing, Herder usw., bei Luther einigemal fustapffe, spätmhd.(md.) vuogtaphe, fueßtanpe m.; auch Fem. bei Schiller Fiesko 1, 1, Kabale 3, 4, bei Stieler 1691 Festappe f., ebenso in Grimms Weisth. 1, 217 schweizerisch fuszstapffe f. Fußvolk, n.(-es, Pl.-völker): Heer zu Fuß, mhd. uoe n. Fußweg, m.(es, Pl.-e), späütmhd. vuogwec m. futsch, interj.: in größter Schnelligkeit; hin und verloren, zunichte. Im 18. Jh. süd- wie norddeutsch. Dunkler Herkunft. 1Futter, n.(-s, Pl. wie Sg.): Nahrung, bes. Tiernahrung. Alternhd. Futter(bei Luther) und Futer, mhd. vuoter, md. viter, ahd. fuotar n.; dazu ags. födor, engl. odder, anord. födy n. Aus derselben Wurzel ab- geleitet wie mhd. vuoten, väeten, md. uüten, ahd. fuottan, fotan, asächs. födian, mnd. voden, afries. föda, fõda, ags. fédan, engl. feed, anord. fœda, got. födjan«nähren, ernähren?, nd. võde f., ags. föda m., engl. /οd, anord. fãda f. Nahrungy, ahd. vatön«weiden,