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nährenꝰ, fatunga f.«Futterung, Mästung», de- aind. pätram n. Behälter, Gefäßy». Auch nen der Lautverschiebung gemäß entsprechen ins Romanische eingedrungen: ital. fodero m. gr. naréouai«ich esse, verzehre», abg. pitati«Kleiderfutter, Scheide, span.-Port. forro m. «nähren, aufzieheny, aw. pitu und aind. pitä; m.«Unterfuttero, afranz. fuerre, franz. fourreau m. «Speisey». Auch ins Romanische gedrungen:«Scheide», fourrure f. gefütterter Rock, Pelzy, ital. fodero m., franz. fourrage m.«Futtery, mlat. focrum, fotrum n. 4 L. Futteräl, n. feurre m. Futterstrohy, span. forraje m.(-S, Pl.-e): Scheide, Kapsel. Im Voc. von
«Viehfutter. dem Md.) futtern, v.: Futter geben, älternhd. fuotern, fulern, mhd. puotern, väetern, md. fätern, ahd. fuotiren; dazu mnd. voderen,
anord. fõdra, schwed. fodra, dän. fodlre. Da- von Fütterung, f., mhd. vuoterunge, viete-
runge, ahd. fuotrunga f.
„Futter, n.(*s, Pl. wie Sg.): Bekleidung,
Besatz worunter, urspr.«Uberzug, auswendig oder inwendig». Mhd. vuoter n.«Unterfutter, Futteral», ahd. fuoter, fötar n.«scheiden- artiger Behälter, Futteral, Uberzugy; dazu got. fõdr n.«schwertscheide, ags. ödder n. «Hülle, Futteral). Wohl urverwandt mit
4B21 füttern, auch(nach
1419 futral(Schmeller? 1, 799), im 16. Jh. fueteral, aus gleichbed. mlat. fotrale, fuctrale n., von mlat. fotrum(s. oben). füttern, v.: mit Unterfutter versehen, mhd. vuotern, md. fätern; dazu anord. fõödra, schwed. fodra, dän. focdlre, mlat. foderare.
futtern, auch fatern, v.: fluchen und schelten, fluchend lärmen. Nach dem volks- üblich franz. Ausruf foutre Canailley ge- bildet, von franz. foutre«beschlafen», das aus dem gleichbed. lat. futuére stammt.
Futürum, n.(-s, Pl. Futura): die zu- künftige Zeitform aus gleichbed. lat. futsrum (nämlich tenpus n.«Zeit».
G
Gabe, f.(Pl.-n): das Gegebene; Bega- bung, Talent(1514 bei Keisersberg). In urspr. Bed. mhd. gäbe f.; dazu mud. gabe, ndl. gauf, anord. gâfa, schwed. gafba f., dän. gaveé. G. ist unter Anlehnung an den Vokal des Präteritums mhd. gäben eingetreten für mhd. gebe, ahd. geba f.; dazu asächs. geba, ags. gifu, anord. gjõf†, got. giba f.
gäbe, adj.: als dargegeben annehmbar. Mhd. gœbe«annehmbar, lieb, gut,(von Münzen) Annahme habend, im Umlauf seiendꝰ; dazu mnd. géve, mndl. ꝗdvve, ndl. gaaf«tauglich, gutꝰ, afries. gęve, Jeve, anord. gνt cheilsamꝰ, dän. Gäv. Verbaladjektiv zu geben(s. d.), wie genehm zu nehmen. Vgl. gänge.
Gabel, f.(Pl.-n): Werkzeug mit(urspr. zwei) auseinandergehenden Zinken an einem Stiele; einem solchen Werkzeug Ahnliches. Mhd. gabele, gabel, ahd. gabala f.; dazu mnd. gaffele, geffele, nd. und ndl. gafpel f., ags. geaflas pl. m.,(entlehnt aus dem Ndd.) schwed.- dän. gaffel m. Das Wort bezeichnet ur- sprünglich das Gerät der Landwirtschaft (schon ahd. mistgahala) und erst im Anfang des 16. Jh. das Eßgerät. Verwandt sind noch ir. gabal, gohbul«gegabelter Ast, Gabel', gabla«Scherey, kymr. gafl«Gabel, Schenkel» (aus dem Keltischen entlehnt lat. gabalus m.
«Kreuz, Galgen») und vielleicht aind. gä- bhastis m.«Army, lit. gaband f.«Armvoll?, vgl. Brugmann Idg. Forsch. 18, 129. Die ursprüngliche Bedeutung der Wurzel, die dem Wort zugrunde liegt, dürfte«fassen, ergreifen» sein. Das Suffix A* bildet häufig Werkzeugbezeichnungen, vgl. Hobel, Meißel, Beil, Beutel. RA. in die G. ziehen: im Schachspiel mit der Königin oder mit dem Läufer auf ein Feld ziehen, von wo aus zwei feindliche Figuren zugleich angegriffen wer- den(Lessing Nathan 2, 1). 4L. Gab(e)ler, m.: Gabelhirsch(s. u.). Bei Frisch 1741 gabelig, gabelicht, adj., mhd. gabeleht, bei Fischart Garg. 263 gabelig. gabeln, v., frühnhd. bei Brant Narr. 70 Uberschr. Davon Gabelung, f., neue Bildung. ZUS. Gabel- frühstück, n., UÜbersetzung des franz. dé- jenner à la fourchette. Gabelhirsch, m. (-es, Pl.-e): Hirsch, dessen Geweih aus zwei gabelförmigen Stangen(im ganzen 4 Zacken) besteht, 1719 bei Fleming t. Jäger 1, 91. Gabelweihe, m. f. Weihe mit gabelförmigem Schwanze, falco milvus, 1793 bei Nemnich als Fem.
gach(Lessing Nathan 5, 8), s. Jach.
Gackelchen, n.:(in der Kindersprache) das Ei, 1586 bei Mathesius Syrach 3, 10³


