Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
907-908
Einzelbild herunterladen

907 Hure hüst 908

m.«Geflecht, Matten, Krnätti«er spinnt», hurtig, adj.: geschwind und gewandt. ortäti«er bindet, verknüpft». 1537 bei Dasypodius hurtig«tapfer, flinko,

Hure, f.(Pl.-n). Mhd. huore, md. höüre, 1564 bei Glaser Gesindteufel E 4° hortige ahd. huora, huorra f., woneben spätmhd. 1420, Megde, mhd. hurtec« schnelly, hurteclich«mit mnd. herge f.; dazu mnd. hore, horre, ndl. hoer, Stoß losrennend, schnell, reißendo, von mhd. ags. hore,(entlehnt) engl. hore, anord. höra f. haurt m. f. und hurte f.«Stoß, stoßendes Los- Hureꝰ, horr m. Ehebrecher, Buhley, dän. hore, rennen in Kampfspiel und Kampf,», entlehnt, got. hõörs m.«Hurer»(aber Kalkjô oder kalki f. mit den aus Frankreich eingeführten Turnier- Hure»). Nebst mhd. huore, ahd. huora, hõra spielen aus franz. heurt m., ital. urto m.«Stoß?, f.«Ehebruch abgeleitet von mhd. ahd. huor wovon afranz. hurter, afranz. heurter, ital. n.«außerehelicher Beischlaf, Ehebruch», md. urtare«stoßeny, mhd. hurten, hürten und hur, afries. hõôr, ags.-anord. hör n., schwed.- hurzen stoßend losrennen». 4 BL. Hurtig-

dän. hor. Urverwandt mit lett. kãrs«lüstern), lat. cãrus«lieby, altir. caraim«ich liebey, cara Freund», kaum aber mit aind. edrug clieb, lieblich, schön⸗; aus dem Germanischen ent- lehnt abg. kurüva f.«Hure». 4 BL. huren, v., mhd. huoren, ahd. huoron; dazu andfrk. huoran, afries. höra, anord. hora, schwed. hora, dän. hore, got. hõörinön. Davon Hurer, m., mhd. huorqre, huorer, ahd. huorari, and. huuarari m.; Hurerei, f., spätmhd. im 15. Jh. huererei, mrhein. im Voc. ex quo 1469 hörerie f. hurisch, adj., bei Luther hürisch. ZUS. Hurenhaus, n., spätmhd. zu Anfang des 15. Jh. hurenhaws, mhd.-ahd. huorhüs n.

hurliburli, interj.: mit überstürzender Eile. 1778 bei Schink Marionettentheater 121, daneben hurlpurl 1776 bei Bürger 3202 Bohte, hurlurli burli 1774 bei Goethe 16, 4. Aus engl. hurlyburlg«Wirrwarr, Aufruhr», von engl. hurl cschleudern, schmeißen, heulen wie der Sturm, wirbeln, strudeln». Ahnlich dän. hurlumhei.

hurra! interj., Ausruf voll Kampflust, Freudenruf. Mhd. hurräã(Minnes. 3, 188 b Hagen), Imperativ von mhd. hurren sich schnell bewegen»(s. hurre), mit verstärken- dem-äã. In der nhd. Schriftsprache erst seit der 2. Hälfte des 18. Jh. nachweisbar(1773 bei Bürger Lenore Str. 20 hurrah, Schiller Räuber 4, 5, Fiesko 5, 5).

hurre! interj. zur Bezeichnung sausender Eile. 1773 bei Bürger Lenore Str. 19, schon

1570 bei Egenolff Sprichw. 120 b hurr. Im-

perativ von älternhd.-mhd. hurren, ndl. horren

«sich schnell bewegen», anord. haurra, engl. hurrg(s. d. f.), noch hess. hurren«uwild vor- wärts rennen, blind hineinstürzen?.

Hurri, n.: heftige Schelte, heftiger Auf- tritt. Bei Goethe 16, 69. Nach engl. hurry cgroße Eile, Getöse, Tumult⸗, von engl. harry ceilen, eilig antreiben, sich überstürzen, eng verwandt mit mhd. hurren(s. hurre).

keit, f., 1561 bei Maaler. Husär, m.(-en, Pl.-en): Soldat zu Pferd nach ungarischer Art. 1534 bei Franck Weltb. 101² der Pl. Hussern, 1547 bei Liliencron 4, 42232 Husseren, bei Meltzer Schneeberg. Chron. 975 Husseer Pl., bei Fischart Großm. 1607 D 3 b Husaren ungarische Reiter mit Lanzen», aus gleichbed. ungar. huszär, eig. cder Zwanzigste», von ungar. hasæ«zwanzig», weil nach einem alten Rekrutierungsgesetze von 20 Ausgehobenen einer ein Reiter wer- den mußte.

husch! interj. zur Bezeichnung des Külte- schauers(spätmhd. im 15. Jh. husch, noch bayr. österreich.), des Fortscheuchens(Bürger 276) und großer Geschwindigkeit(Lessing 1, 500). Wohl lautmalend. Davon Husch, m:: überlaufender Frost, Frostschauer(Abr. a. S. Clara Auff auff 98), vorübergehender Platz- regen(Lessing 11, 625); große Geschwindig- keit, Eile(Goethe ¹, 205); geschwinder Schlag, Ohrfeige(1578 bei Frischlin Nomencl. Cap. 166, noch oberd. Husche, f.: plötzlicher kurzer Regen oder Schneefall(um 1480 im Voc. inc. teut. cc 5 hasch Schneegestöber); Griff ins Haar, Haarzausen(1582 bei Fischart Garg. 374, noch hessisch der Griff des Scharf- richters ins Haar des Delinquenten vor dem Kopfabschlagen», wie bei Logau 3, 3, 69); Ohr- feige(1646 bei Moscherosch Phil. 1, 72). huschen, v.: äuferst leicht und unbemerkt sich fortbewegen, 1775 bei Adelung, aber schon 1678 bei Krämer in der Bed.«gleiten, glitschen», im 16. Jh. bei H. Sachs 9, 88 hoschen.

hussa! interj., Ruf des Antreibens, der Lust(1784 bei Bürger Macbeth 4, 1 hasa,

bei Wieland Oberon 5, 46 hussa), als Jagd-

und Verfolgungsruf 1780 bei Göckingk Ged. 1, 46. Im 15. Jh. md. hossa bei Stolle thüring. erfurt. Chron. 6, 114.

hüst, interj.: links, Fuhrmannsruf. Hebel. Alemannisch.

Bei