Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
703-704
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703 Geschwulst

Gesind 704

richt, n.: Schwurgericht, gleich nach An- fang des 19. Jh. für engl. und franz. juryg.

Geschwulst, f.(Pl. Geschwülste): krank- haft geschwollne Körperstelle. Mhd. geszwulst, ahd. giszulst f. Von schawellen(s. d.).

Geschwür, n.(*I, Pl.-e): eiternde Körper- stelle. Bei Luther 3. Mos. 13, 10 u. 28. Neben- form zu älternhd. Geschoär(noch bei Lessing 7, 282), mhd. geseber, ahd. gistoer n. Von schbären(s. d.).

gesegnen, v.: zum Wohl, zum Gedeihen werden lassen; Abschied nehmend segnen oder mit Anwunsch von Wohlergehen verlassen (Tobias 5, 24), überhaupt Abschied nehmend verlassen. Mhd. gesegenen, gesegen, in diesen Bed. md. geseinen, ahd. giseganbn«segnen, einsegneny, zusammenges. mit segnen(s. d.).

Geseier, n.(-s): unnützes Gerede, schelten- des Geschrei, Wirrwarr von Stimmen. Aus dem Judendeutsch, von hebr. gezerd Be- hauptung,(erregte) Disputation».

Gesell, m.(-en, Pl.-en), unverkürzt Ge- selle: Mit- und Gleichtätiger; ausgelernter Handwerksgehilfe. Mhd. geselle, ahd. giselljo, gisello m. urspr. Saal-, Hausgenossey, dann Gefährte, Freundy, im Mhd. auch«Freundin, Geliebte, Standesgenosse, Partner», im 14. Jh. Hilfsgeistlicher, Handwerksgeselly(neben älterm Knecht, nappe). Abgeleitet von Saal (s. d.). Davon gesellen, v., mhd. gesellen, ahd. gisellan«zum Gefährten machen». ge- sellig, adj.: zu Verbindung und Umgang gern geneigt, mhd. gesellec«zugesellt, ver- bunden, nach guter Kameraden Art freund- lich, lebenslustigy. Geselligkeit, f., mhd. gesellekeit, gesellikeit f. das freundschaftliche Verhältnis der Genossen zueinander, höfisches Betrageny». Gesellschaft, f., mhd. geselle- schaft, geselschaft f.«Genossenschaft, freund- schaftliches Verbunden- oder Beieinandersein, Freundschaft, Liebe, Gesamtheit der Gäste (Tristan 585),«Handelsgenossenschaft»(Ber- thold v. Regensb. 1, 216, 26), ahd. gisellascaf, giselliscaft f.«Genossenschafty; dazu mnd. geselschop, mndl. gheselschap. In der Bed. «das Menschengeschlecht in seiner sozialen Ordnung» 1482 bei Melber Bb societas humana, burgerlich geselschafft, im 18. Jh. allgemeiner geworden als UÜbertragung des franz. société f. Gesellschafter, m.: Mit- glied einer Handelsgesellschaft(1560 bei Diefenbach-Wülcker 616); guter Unterhalter (1691 bei Stieler). gesellschaftlich, adj., 1716 bei Ludwig.

Gesetz, n.(es, Pl.-e): zur Befolgung Festgesetztes. Unverkürzt Gesetze n. bei Gellert 1, 46. Mhd. gesetze n., mit den Neben- formen gesatz n., gesatzt f. n., gesetzede n. f., ahd. gisezzida f.; dazu mnd. gesette und ge- sate n. Von setzen(s. d.). 43L. gesetz- lich, adj., Anfang des 15. Jh. gesetzlich bei Diefenbach gl. 322 c. ZUS. Gesetzbuch, n., bei Luther, gesetztpäch, 1327 in Nürnb. Pol.-Ordn. 22, gesatzbüch in St. Galler Stadtb. des 14. Jh. Gesetzgeber, m., zu Anfang des 15. Jh. gesetzgeber bei Diefenb. gl. 323a. gesetzmäbßig, adj., 1691 bei Stieler, gesatz- mäsig 1581 bei Fischart Bienk. 208.

gesetzt, Part. von setzen(s. d.) als Adj.: ruhig, ernst, 1751 bei Klopstock Mess. 4, 614. Schon mhd. gesetzen bedeutet«sich setzen machen, beruhigen, stilleny. In der Bed. «vorausgesetzt, den Fall gesetzty mit folg. Nebensatz 1607 bei Sattler Phraseologey 216, gesetzt daß 1612 bei Albertinus Lustg. 215.

Gesicht, n.(-es): Sehkraft;(Pl.*e): Bild der Einbildungskraft;(Pl.-er): Vorderseite des menschlichen Kopfes. In den beiden ersten Bed. mhd.-ahd. gesint f., md. gesichte, gesicht n., auch«Ansicht, Anblicky, im Mhd. auch Aussehen, Gestalt); in der Bed.«Ant- litzy 1494 bei Brant Narr. 92, 60 gsiecht und schon einmal ahd. gesiht in der St. Galler Hdschr. von Notkers Ps. 104, 4, der Plur. Gesichter 1520 bei Keisersberg Narrenschiff. Dazu and. gisiht f.«Ansehen, Anblick», mnd. gesichte n.«Anblick, Aussichty, mndl. ghe- sicht n., ags. gesiht, gesillh f. Sehkraft, Traumgesicht, Anblick». Von sehen(s. d.). Z0S. Gesichtskreis, m., 1648 bei Zesen Dögens Baukunst. Gesiechtspunkt, m.: der Standpunkt des Beobachters, im 17. Jh. bei Leibniz, 1538 bei Dürer Underweisung K 2 b des gesichts punckt, nach mlat. punctum visus. Géesichtszug, m., 1753 bei Lessing 3, 386 der Pl. Gesichtseüuge.

Gesims, n.(es, Pl.-e): vorstehender Rand an Bauwerken usw. Md. im 14. Jh. gesimse n., Kollektiv von Sims(s. d.).

Gesind, m.(-es, Pl.-e), nur im gewöhn- lichen Leben ein zu Hausdienst Dienender oder eine solche Dienende. Bei Goethe 6, 128. Mit starker Flexion mhd. gesint, ahd. gasint, asächs. gisid, ags. gesih m., schwachbiegend mhd. gesinde, ahd. gisindo m.«Gefolgsmann, Gefährte», im Mhd. auch«Hausgenossey, eig. «Weggenosse», anord. sinni, got. gasinpja, Hasinba m.«Reisegefährte». Abgeleitet von