Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
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5 Abend

abermal 6

dem Ndd.(schon mnd. abele) aufgenommen. Verkürzt rheinfränk. Belle f. Mit ndl. aheel m., engl. abele aus afranz. quchel(auf lat. albellus für albulus«weib» zurückgehend) ent- lehnt. Vgl. Alber.

Abend, m.(-o, Pl. e): Zeit, dann auch Ge- gend des Sonnenunterganges. Aus mhd. äbent, ahd. übant m.; dazu asächs. äband, ndl. avond, ags. Sfen und sfning, wovon engl. evening. Das Wort enthielt ursprünglich ein t hinter dem Labial, wie anord. aplann, schwed. afton, dän. aften m. zeigen. Vgl. Brugmann Idg. Forsch. 5, 376 f. Vielleicht zu gr. 5 ε«nachher, spät», ônd ο Nachsommer». Davon abends, genetivi- sches Adv.(bei Luther). 4BL. abendlich, adj., mhd. äbentlich, ahd. äbantlih. Z0S. Abendbrot, n.: Abendessen, in der nordd. Umgangssprache(schon spätmhd. ãbentbrötn.). Abendland, n.: Okzident, im ältern Nhd. nur im Pl. Abendländer(noch Adelung be- zeichnet den Sg. als ungebräuchlich). Abend- mahl, n., mhd. äbentmãl«Abendessen,, seit Luther Bezeichnung des am Abend eingesetzten Sakraments des Altars und im urspr. Sinn wenig mehr gebräuchlich. Abendrot, n., mhd. ãbentrõt m. und n., mit Anlehnung an rôt, nach dem bereits ahd. abgeleiteten tagaröt m., ags. dœgrédn. Morgenrots gebildet. Abendstern, m., mhd. ãbentsterne, ahd. äbantsterno.

Abenteuer, n.(‧s, Pl. wie Sg.): wunder- bares Erlebnis; ritterliches Wagnis; dessen Eræählung;(erst frühnhd.) seltsame Gestalt, Mißgestalt. Aus mhd. ãventiure f., entlehnt aus frz. aventure, mlat. adventura f.(von ad- vendre«zukommen, sich ereignen»). Das ur- sprüngliche f. nur vereinzelt im ältern Nhd. (z. B. bei Gryphius, Grimmelshausen) erhalten. Altere nhd. Nebenformen sind Ebenteuer(so bei Luther und bei einigen noch im 18. Jh.) und(ausdeutend) Abendteuer. 4BL. aben- teuerlich, adj., spätmhd. ãuentiurlich. aben- teuern, v., mhd. ãventiuren. Abenteurer, m., mhd. ãventiurqœre m.

aber,) Zeitadv. wiederum(veraltend), d. und a. fausend, 2) stärkern oder gelindern Gegensatz, auch bloß Fortführung der Rede bezeichnende Konjunktion. Diese als Subst. das Aber zentgegenstehendes Bedenken, zu bedenkende Schwierigkeit). Mhd. aber, aver (auch verkürzt abe, ave), ahd. abur, avar; dazu gehört got. afar Präp.«nach⸗, Adv. «nachhery, das als komparativische Bildung zu got. af«vons zu betrachten ist. Als Grundbed. ist«weiter weg», dann«späüter⸗

anzusehen, vgl. aind. dparas der Spätere» und asächs. abavro, ags. eafora m.«Nachkomme». Vgl. äfern. In der nominalen Zusammenset- zung mit Aber- sind aus der Bed.«wiederum, wiederholt⸗ folgende andere hervorgegangen: 1)«nach hinten, zurück in Abervater m.«Groß- vater»(bei Luther), Aberwandel m.«Rück- gang», Aberklaue f.(S. Afterklaue), mhd. aber- wette n. f. chinterlegtes Pfand»; 2) die Bed. des Verkehrten, Minderwertigen, Negativen(vgl. Aberglaube, Aberzwitz, älternhd. Abergunst Mißgunsto, Abername Beinamey, ferner Aber- glaube, Aberwitz), in dieser Bed. tritt aber- seit Mitte des 15. Jh. an Stelle von ab-(s. d., so- wie After-). Detter ZfdA. 42, 53 verbindet dies aber mit anord. ur-«miß-.

aber, äber, äper, adj.: schneefrei. In obd. Mundarten(auch ostfrk. äfer, elsäss. afer). Aus mhd. äber, œher, ahd. dpiri. Das Wort, das auch zleer, trocken, mild(vom Wetter), sicher» bedeutet, kann nicht aus lat. apr cε⁸ «sonnig» entlehnt sein, auch Urverwandtschaft damit ist unwahrscheinlich. Vgl. Ebbe.

Aberacht, f.: die über andrer Acht ste- hende kaiserliche, als vogelfrei erklärende Acht. Spätmhd. aberãähte,(unter Anlehnung an aber wiederums) hervorgegangen aus oberähte f., mndd. overdchte(Sachsenspiegel 3, 34, in der md. Passung diu bere dchte), 1437 md. obiracht (Jaussen Frankf. Reichscorr. 1, 419) f. S. Acht.

Aberglaube, m.(-9ns, Pl.-n/): verkehrter Glaube. 1482 erscheint aberglauh im voc. praed. Cc 7a, ferner bei Brant(Narrenschiff 38, 37. Layenspiegel J 1 b) und Luther(neben Abglaube), wie es auch 1540 bei Alberus Dict. und 1541 bei Frisius auftritt. Aber- ist hier nicht entstellt aus ober- wie man nach lat. superstitio f., ndl. overgeloof n., dän. ouertro «Aberglaube», denken könnte, darf auch nicht mit dem anord. in Zusammensetzungen erschei- nenden afar-«sehr» zusammengebracht wer- den(etwa durch übermäßiges Glauben ver- kehrter Glaube), sondern bedeutet«vom rech- ten Glauben abweichender Glaube»(s. aber). 4BL. abergläubisch, adj., bei Luther, 1541 bei Frisius aberglénchisch, mit andrer Endung 1482 im voc. praed. abergloubig, noch bei Hage- dorn und Herder abergläubig.

Aberklaue, s. Afterklaue.

abermal, abermals, adv.: wiederum, beide bei Luther. Verbindung von aber mit dem Akk. Mal, woran weiter das adverbiali- sche- antreten konnte. 4BL. abermalig, adj., in der frühnhd. Kanzleisprache.

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