Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
999-1000
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999 Kartoffel

Kasematte 1000

Cartel, aus gleichbed. franz. cartel, ital. cartello m., von mlat. cartellus m. Zettel», zu lat. charta f. Papier, Schriftstück»(s. Karte); 1598 bei Frischlin hohenzoll. Hochzeit 87 f. Cartell f.«schriftliche Festsetzung der Kampf- bedingungen im Turnier oderim Ringelrennew.

Kartöffel, f.(Pl.-q): Wurzelknolle der Pflanze solanum tuberosum, sodann die Pflanze selbst. 1775 bei Adelung Kartoffel, vorher Tartuffel(1664 Tartufplen bei Hoffmann schles. Monatsschrift 53, noch 1776 bei Hübner Tar- kuffeln neben Kartoffeln). Aus ital. tartufolo m., venezian. fartufola, piemontes. fartifla f. Trüffel und Erdapfel»(d. h. Knolle der Knollenwinde convolvulus batates), von gleichbed. ital. tartufo m. Sonach ist der Name von der Trüffel(s. d.) und Batate auf die im 16. Jh. aus Peru nach Spanien, von da nach Italien und dann nach Deutschland eingeführte Kartoffel als ähnliches Erdknollen- gewächs übertragen worden. Dafür im Ost- fränkischen Patale, Potalrle f., aus ital.-span. patata, batata f.«Kartoffel, Batate, das den südamerikanisch. Indianersprachen entstammt. Auffallend ist span. cotufa f.«Prdapfel» und gleichbed. sizilian. catatuffulu neben kirituffulu mit dem noch unerklärten co- und cata-. ZUS. Kartoffelapfel, m.: die apfelartige Frucht aus der Kartoffelblüte.

Hartön, m.(-s, Pl.*s): steifes Papierblatt, Pappschachtel; umgedrucktes Blatt;(in der Malerei) eine Zeichnung auf Papier von der Größe des künftigen Gemäldes(1791 bei Roth). 1728 bei Sperander Carton, aus gleichbed. franz. carton, ital. cartone m., von lat. charta f. Papier»(s. Karte). Davon kartonieren, v.: in Pappdeckel leicht einbinden.

HKartüsche, f.(Pl.-n): Zierrahmen, Rand- verzierung(1773 im Orth. Handb.); Pulver- rolle, Patrone; kleine Patrontasche. In den beiden letzten Bed. 1694 bei Nehring Curtouche. Aus franz. cartouche m.«Zierrahmen, Rand. verzierungy und cartouche f., ital. cartoccio m.«Papierrolle, Patrone», und ital. cartuccia f. Papierchens, von lat. charta f.(s. Karte).

Karusséll, n.(*s, Pl.-e): Ringelrennen, urspr. ein Ritterspiel zu Pferd, jetzt ein mit Pferden und Wagen besetztes Drehgestell. In erster Bed. 1694 bei Nehring Caroussel. Aus gleichbed. franz. carrousel, ital. carosello, garosello m. Herkunft unbekannt.

Karwine, s. Karaffe.

Karwoche, s. unter Karfreitag.

Kasäcke, f.(Pl. Kasacks): kurzer Reise-,

Reitrock. 1581 bei Fischart Bienenkorb 157 b Kasacke über franz. casaque aus ital. casacca f. clange Uberjacken, dazu das franz. Dim. casa- guin m.«kurzer UÜberrock», woraus schon mhd. casagän m. Reitrock», noch schwüb. gasgäng m. Mannsrock», österr. Kasegén «Morgenrock». Unsichrer Herkunft.

kascheln, v.: auf der Eisbahn schlittern. Mundartlich in Schlesien. Hildebrandt ver- gleicht schwed. kasa«gleitens.

kaschieren, v.: verstecken, verbergen. Aus gleichbed. franz. cacher. 1791 bei Roth. Nach Campe 1813 aus der Malersprache. Vgl. verluschen.

Kaschmir, s. Kasimir.

Käse, m.(-s, Pl. wie Sg.): dicker fester Stoff der geronnenen Milch, sowie daraus bereitete Speise in fester Form. Mhd. kœse, ahd. chäsi m.; dazu and. kési, Kiesi, mnd. kese, mndl. kase, nndl. kaas, kees, afries. kise, tzise, nfries. tzys, ags. cése, ᷣyse m., engl. cheese, aus gleichbed. lat. cãséus m. 4BL. käüsen, v.: zu Käse gerinnen, Käse machen, 1691 bei Stieler. Käser, m.(-s, Pl. wie Sg.): Küsemacher auf der Alp; Alp- hütte(ahd. chasari). käsicht(bei Stieler 1691) und käsig(bei Krämer 1678), adj.: käse oder quarkartig. ZUS. Küsehutsche, f.: kleiner Kinderschlitten. In Sachsen, Thiü- ringen, Magdeburg. S. Hutsche. Käsekäul- chen, n.: länglich rundes Gebäck aus Käse oder Quark, im 17. Jh. bei Weise Cath. 221 (Kürschner). Uber den zweiten Teilvgl. ²Kaule. Käsekuchen, m.: platter Kuchen mit Quark oder Küsekrümeln bedeckt, 1516 bei Pinicianus promptuar. D 6 käßkuoch. Küseluppe, f.: Milch gerinnen machender Stoff(s. Lab), mhd. Kœseluppe, ahd. chésiluppa f. Küse- model, m. und f.: Käsenapf als Form, 1605 bei Hulsius dict. Käßmodel m.

Kasel, f.(Pl.-n), auch m.(-s): Priester- gewand mit einem Kreuze darauf, besonders beim Meßopfer in der römisch-katholischen Kirche. Mhd. cäsule, Kkäsele, Käsel, im 12. Jh. cãsula f.«Meßgewand, Hülle, aus mlat. ca- sala f.«Meßgewand». Wohl zu lat. casula f. «Hüttchen»(Dim. von lat. casa f.«Hütte, Zelt»), wie auch die mhd. Nebenform kasa- gele, casulcel, Kasuchel, mlat. casubula, casu- cula, ndl. Kasuifel, franz. chasuble, span. ca- sulla f.«Meßgewand» zeigt, denn ital. casi- Pola, casupola f. bedeutet«Hüttchen».

Kasemätte, f.(Pl.-n): Wallgewölbe. Ende des 16. Jh.(1593 bei Schwendi casa-