Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
203-204
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20e3z3 benauen

bequem 204

benauen, v.: in die Enge bringen, hart bedrängen, beängstigen. Aus dem Niederd. (mnd. benozaben) ins Hochd. gedrungen, bei Stieler 1691 verzeichnet. S. genau. Von Heine(6, 355 benaut«beklommen) gebraucht, bei dem auch 3, 179 das abgeleitete Subst. Benauigkeit, f.: Beklommenheit.

Bendel, m. n.(-s, Pl. wie Sg.): das kurze Bindband, besonders das schmale. Mhd. bendel, ahd. bentil m., mit Suffix-iI von bant abgeleitet, dazu anord. bendill, mengl. bendel.

bene, adv. in sich b. tun(Bürger 168), auch sich ein b. tan«sich etwas zu gut tun», ist das lat. Adv. bene«gut», das sich in der Studentensprache in bestimmten Wendungen festsetzte, wohl schon im 16. Jh.(vgl. Amadis ed. Keller S. 8 ein b. erlangen).

benebelt, adj.(eig. Part. Prät. zum Verb. benebeln): von Nebel umhüllt(17. Jh.);(bild- lich) getrübt, trübe(bei Stieler 1691); trunken, leicht bezecht, wie sich benebeln sich be- trinkeny(im 18. Jh., z. B. bei Lichtenberg, vgl. Stieler der Wein hat ihm seine Vermunft b.).

benebst, adv.: wie nebst. In der frühnhd. Kanzleisprache als benebenst, benebest.

benedeien, v.: segnen. Urspr. kirch- licher Ausdruck. Mhd. benedien, entlehnt aus dem gleichbed. lat. benedicere eig.«wohl sagen, Gutes wünschen)y.

Benediktenkraut, n.: die besonders in ihrer Wurzel heilkräftige Pflanze herba be- nedicta, d. i. gesegnetes Kraut. Spätmhd. benedictenkrüt n.

Benefiz, n.(6es, Pl.-e): Vorstellung zu- gunsten eines Schauspielers. Aus franz. bénéftce m., das aus lat. beneficium n.«Wohl- taty stammt. Bei Campe 1813.

benehmen, v.:(mit Dat. der Person und Akk. der Sache) hindernd oder abhaltend wegnehmen;(mit Akk. der Person und Gen. der Sache) durch Einwirkung erledigen. Mhd. benémen, ahd. binéman; dazu as. ags.-got. biniman«wegnehmen⸗. Refl. sich b.«sich aufführen»(erst bei Adelung 1793);(mit einem) sich mit jemand verständigen. Der Inf. als Subst. Benehmen, n.(nach Adelung cin den Kanzelleyen»).

beneiden, v.: voll Neid auf jemand sein (mit Akk. der Person oder Sache, im 18. Jh. nach lat. oder franz. Vorbilde auch mit Dat. der Person und Akk. der Sache, z. B. Lessing 6, 224. Schiller Braut v. Mess. 1243). Mhd. (Selten) benöden, gewöhnlich in gleicher Bed. niden, s. Neid.

benennen, v.: mit einem Namen belegen; namhaft machen; namentlich bestimmen. Mhd. benennen. Das Part. Prät. im ältern Nhd. auch benennt(Lessing 12, 11), benennet(Goethe 30, 211), s. nennen. Benennung, f., mhd. (Germ. 28, 360 mit Beleg von 1354).

Bengel, m.(-s, Pl. wie Sg.): ein kurzes stangenartiges Holz; naturwüchsiger derber, dann grober Mensch. Mhd. bengel m., in der 1. Bed. als«Holz zum Schlagen», von einem nicht belegten V.»bangen(dazu mit Ablaut mhd. bunge f.«Trommel»), das dem engl. ko bangschlagen, prügeln»(davon bangle Prügel»), anord. hanga«schlagen⸗ entsprechen würde. Dies vielleicht zu lit. büozé«Keule, Klöppel am Dreschflegel». Die 2. Bed. er- scheint frühnhd.(Liliencron 4, 32 v. J. 1531 Milchbengel von Schweizer Bauern, auch bei Hans Sachs Fab. 288, 112 Bengel von einem Bauern). Auch ndl. bengel m. Prügel⸗; dän. bengel, schwed. bängel(entlehnt) als Schimpfwort.

beniemen, s. benamen.

Benne, f.(Pl.-/): Wagenkorb, kasten, Sitzkasten eines Schlittens. Oberd.(bei Dasy- podius 1537 als benn angeführt). Nach franz. benne f.«Wagenkorb, Tragkorb», ital. bennd f. «Korbschlitten», die auf gall.-lat. benna«Art Wagen»(bei Festus) beruhen. Auch nd.. ben f.«Korb», engl. bin Kasten».

Benno, Mannesname. Aus ahd. Benno, Koseform von Bernhard(s. d.), seltener von Berngér, Beringär.

benötigen, v.: notleidend(mhd. aoœtec), bedürftig machen; nötig haben. Mhd. benô- tegen(neben bencœten) ist«in Not bringen, bedrängen, zwingeny. Das Part. Prät. be- nõligt«bedürftigꝰ(schon bei Luther),«nötig?.

benschen, jüd. den Segen sprechen. Aus lat. benedicere. Als Gaunerwort 1737 belegt.

Benzoë, n.(-S): gewürzhaftes Harz des Benzotbaumes. Bei Franck Weltb. 1534 S. 219 b Benzul, bei Lonicerus 1587 Benzoi, aus span. benjal m., franz. benjoin m., ital. belzuino, balgivi m., wohl aus arab. labdn dschauwe « javanischer Weihrauch».

beobachten, v.: in Obacht nehmen; streng einhalten; anhaltend wonach sehen. Im 17. Jh. (Harsdörfer Gespr. 1, 287).

bequem, dichterisch auch noch beguenne (Goethe 2, 268), adj. und adv.: zukommend, passend, nach Wunsch sich fügend; ange- messen zum Gebrauch ohne Beschwerlichkeit; Beschwerlichkeit scheuend. Mit Abfall eines