Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
205-206
Einzelbild herunterladen

205 beramen

bereuen 206

e aus mhd. bequcme(obd. meist bekœme, hekæme), ahd. biquãmi, dazu mnd. bequéme, ndl. bektaam, vgl. ags. geciwome«passendꝰ. Zu bekommen(Prät. ahd. biguam, Pl. biguãmun) in der Bed.«zukommen, passend sein». 4L. bequemen, v.: passend machen. Meist refl. sich bequemen, v.: sich leicht in etwas fügen. Frühnhd.(1482 im Voc. theut. d 22 bequemen, beguem machen captare*). bequemlich, adj., mhd. beguæmelich und Bequemlichkeit, f, mhd. begucæmelicheit.

beramen, s. anberaumen.

berappen, v.:(studentisch) bezahlen, eig. Rappen(s. d.) geben. Aus der Gaunersprache.

beraten, v.(Prät. beriet, Part. beraten): womit versehen; worüber zu Rate gehen, etwas mit jemand besprechen; an jemand Rat erteilen. Mhd. beräten«mit rät(Gerät, Vorrat, Zurüstung) versehen, ausrüstens; in rät(erwägende Besprechung) ziehen, über- legen, ahd. birätan,«mit etwas vollauf ver- sehen, ganz anfüllen.

beräuchern, v.: woran Rauch gehen lassen; schmeicheln. Bei Luther bereuchern, während mhd. ohne das ableitende-ern, be- rouchen.

berauschen, v.: in einen Rausch ver- setzen. Refl. sich b., davon das Part. Prät. auch adjektivisch. Bei Krämer 1678.

Berberis oder Berberitze, f.(Pl.-n): der Saurach, Sauerdorn. Aus neugr. lat. herberis f., das auf dem gleichbed. arab. her- bäris beruht. Im äülteren Nhd. dafür Berber- staude, während sich die Form Berberitze nicht nachweisen läßt(doch vgl. mnd. beve- ritte bei Diefenbach-Wülcker S. 230). Unter den Entstellungen von Berberis im Munde des gemeinen Mannes führt Adelung auch Berwitzen auf.

berden(Jes. 61, 10), v.: sich benehmen. S. Gebüärde.

berechtigen, v.: das Recht wozu geben. Bei Luther. Spätmhd. berehtegen neben dem gewöhnlichen berehten ist rechtlich anspre- chen; vor Gericht entscheiden, richten».

bereden, v.: wovon reden; etwas durch mündliche Besprechung festsetzen; jemand durch mündliche Rede zu einem Glauben bringen oder wozu vermögen. Mhd. beredlen «worüber reden», dann in den angegebenen Bedeutungen, aber auch s. v. a.«beweisen, dartun, überführen?.

Beredsamkeit, f.: Fertigkeit in der Rede; Redekunst. Von älternhd. beredsam, das von

sich gebaren,

hereden gebildet ist; früher auch(mit Anleh- nung an beredt) beredtsam und Beredtsambeit geschrieben, was noch Adelung zuläßt. Um 1600 auftretend neben Beredtheit, das 1599 bei Albertinus Sendschreiben 2, 4 ² steht.

beredt, adj. und adv.: fühig zu bereden (wozu durch Redefertigkeit zu bestimmen), redegewandt. Eig. das Part. Prät. von beredden, aber in der älternhd. Form mit unterdrücktem e der Endung(auch oft mit kurzem Vokal gesprochen). Mhd. beredet, bei Luther beredt (früher auch bered, wie er auch gesand für gesandt schreibt).

Bereich, m.(es, Pl.-e): Umkreis, Raum, so weit die Befugnis, die Macht reicht. Bei Campe 1807 noch nicht verzeichnet; nach Heynatz 1796 von ihm eingeführt und zuerst gebraucht, dann auch von Goethe. Von älter- nhd. bereichen«reichen bis an, erreichen».

bereichern, v.: reicher(mhd. richer) machen. Erst um 1600(Albertinus Kriegsleut Weckuhr 2, 187). Früher bereichen, mhd. berichen«reich macheny.

bereit, adj. und adv.: gerüstet, gerichtet zur Tat: zu Diensten stehend. Mhd. bereite, bereit, ahd. bireiti. Urspr. wohl«weg-, reise- fertigꝰ, zu reiten gehörig(wie fertig zu fahwen). Vgl. in andrer Zusammensetzung ags. gercẽde, (woraus engl. ready cbereit, fertig), mhd. gereite, anord. greidr«bereitstehend, bequemꝰ, got. garaids cbestimmt, angeordnet». 4 BL. bereiten, v.: wozu richten, anordnen, mhd. bereiten.

Bereiter, m.: wer Pferde zureitet(bei Henisch 1616), Kunstreiter; beaufsichtigender reitender Beamte(in Land-, Forst-, Zoll- bereiter).

bereits, Gen. des Adj. als Adv.: schon (vgl. mit gleicher Bedeutungsentwicklung ndl. reeds, alreeds zu reede, engl. already zꝛu ready);

in obd. Umgangssprache) beinahe. Bei Luther und bis gegen Ende des 17. Jh.(2. B. bei Lohenstein Hyac. 77) dafür bereit(auf das mhd. Adv. bereite zurückgehend), was auch Stieler 1691 noch anführt; bereits erst bei Krämer 1678. Bereitschaft, f., mhd. bereitschaft«Ausrüstung, Gerätschaft, bares Geld»(in der jetzigen Bedeutung bei Krämer 1678). bereitwillig, adj. und adv. Bei Krämer 1678.

bereuen, v.: Reue worüber empfinden. Mhd. periuroen nur unpersönlich(mich beriuzwet eines dinges), was auch älternhd. vorkommt. Luther verwendet bereiwen auch als trans. V.