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heit, f., mhd. valschheit. fälschlich, adj. u. adv., mhd. valschlich, velschlich. ZUS. Falschmünzer, m.(-s, Pl. wie Sg.). Bei Campe 1808. Goethe 34, 1, 369 sagt noch falscher Münzer.
Falsétt, n.(-Lels, Pl.-e): Fistelstimme, Kopfstimme. Aus ital. falsétto m. Fistely. 1791 bei Roth.
falt, jetzt altertümlich(z. B. mannigfalt, vgl. auch Einfalt), häufiger das abgeleitete faltig(z. B. mannigfaltig, dreifaltig in Drei- faltigkeit f.), am üblichsten mit durchge- drungenem Umlaut-fältig(z. B. ein-, zwwei-, drei- usw., vielfältig) wird mit bestimmten und allgemeinen Zahlwörtern zusammengesetzt und bed.«soviel mal genommen(urspr. ge- faltet), als das als erstes Wort der Zusammen- setzung stehende Zahlwort anzeigty. Mhd. alt, ahd.-falt; dazu asächs.-fald, ags.-foald, engl.-fold(nur in twofold), anord.-faldr, got.-falps; mit den davon abgeleiteten mhd. valtic,-veltic, ahd.-faltic ebenso von falten (s. d.) entsprossen, wie das in gleichem Sinne stehende lat.-plex, z. B. simplex, duplex usw. von lat. plicäre«falten. Im Griech. ent- spricht-/†dcioc aus-kdrioc, dieαoc&wie- fach geschwungen?.
Falte, f.(Pl.-n), mhd. valte f., daneben valt m., ahd.(bei Notker) vald m.; dazu ndl. (mit Ausfall des d) vouoo f., ags. feald m., anord. faldr m., dän. fold. Von falten, v.: mit- telst einer Ubereinanderbiegung zusammen- legen, mhd. valten(Prät. vielt, Part. gevalten), valden, ahd. faldan, faltan; dazu ndl. voutben, ags. fealdan, engl. fold, anord. falda, schwed. fälla, dän. folde, got. falban, Praät. faifalp. Verwandt ist aind. pufas m., pafam n.(mit t aus It)«Falte, Tüte, Taschey, gr. dircroc und dinXdcioc«zweifachy, ohne t-Ableitung alban. palo f.«Falte, Reihe, Joch, Paary. Die urspr. starke Flexion ist im Nhd. der schwa- chen gewichen, doch findet sich noch zu- weilen das Part. gefalten, in der Redensart mit gefaltenen Händen(Claudius 4, 39; Schiller Räuber 1, 1; Goethe 2, 101). 4 BL. fälteln, v.: in Fältchen legen. Spätmhd. velteln.
Falter, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schmetter- ling. Mhd. nur in vvadter m.; daneben auch pfiwalter, pfivolter(s. Pfeifholter) und zuwi- valter(s. Zweifalter), ahd. fifaltra f., das ein- fache valter(aus diesen Zusammensetzungen entnommen) erst bei Adelung 1774, aber noch jetzt obd. Feifalter; dazu and. vivoldara f., ndl.(umgestaltet) vifeouter m., ags. fif-
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
fealde f., anord.(umgestaltet) fifrildi n. Eine reduplizierte Bildung(wie z. B. mhd. adeint «Wirbelwind» zu wwink), mit der lat. pãpilio m.(aus*paptilio), vespertilio(aus—ptilio) zu vergleichen ist. Wahrscheinlich zu einer Wurzel pel«flattern», die wir mit t erweitert, in flattern, Fledermaus haben. Vgl. Detter ZfdA. 42, 55, Walde s. v.
faltig, adj.: Falten habend oder werfend. Bei Dasypodius 1537. S. auch-falt.
1Falz, m.(-es, Pl.-e): regelmäßig ge- brochene und geglättete Umbiegung; zum Anfügen mit dem Hobel abgestoßene Kante. Mhd. valz(Plur. valze und welze), valze m. «geschlagene längliche Offnung; rinnenartige Vertiefung längs der Fläche oder dem Rücken des Schwerts; Riefe, z. B. einer Wunde; Fuge, zusammengebogene Offnung», ahd. falz nur in anevale m. Amboß»; dazu ags. anfilte, engl. anvil, ndl.(umgebildet) aunbeeld n. Hier- her gehört auch das starke Verbum mhd. valzen (Part. gevalzen)«biegen, krümmen», und mit Ablaut mhd. velze m.«Riefe, sichtbarer Lang- streifen an der Schwertklinge, Rücken der Klingey. Die Bed. der Wurzel wird schlagen, hämmern, durch Schlagen zusammenfügen» sein; als verwandt wird angesehen lat. pellere (aus*peldere) stoßem. 4 BL. falzen, v.: regel- mäßig umschlagen und fügen; Fugen hobeln. Dafür mhd. umgelautet velzen krümmend schlagen, verbinden, einfassen⸗, ahd.(ohne Umlaut) falzen«befestigen, zur Krümme biegen, sichelförmig biegen». ZUS. Falz- bein, n.(-S, Pl.-e): zum Falzen dienendes Gerät aus Knochen. Bei Duez 1664 faltbein oder falzbein.
² Falz, falzen, s. v. a. Balz, balzen(s. d.). Mhd.(bei Hadamar von Laber 212) valz m. Begattung wilder Vögel», bei Aler 1727 Faltz der aurhanen. Daneben auch Pfalz.
Famiilie, f.(Pl.-n): Hausgenossenschaft; Geschlechtsverwandtschaft. Aus dem gleich- bed. lat. familia f., urspr.«Gesindey». Im 17. Jh., zugleich unter Einfluß des franz. famille f. eingebürgert(Schupp 152). 48L. familiür, adj. u. adv.: wie heimisch; ver- traut. Aus lat. familiäris zum Gesinde, Hause gehörigy. 1601 bei Albertinus geistl. Spiegel 153 b familiar, substantivisch schon in der Zimm. Chron. 1, 318. Familiarität, f., 1703 im Zeitungslex.
famös, adj.: berühmt, berüchtigt(schon im 16. Jh., z. B. Nas Pract. B 1 b); prächtig, herrlich(in der neuern Studentensprache).
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