Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
495-496
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495 Falkonett

falsch 496

Spr. u. Lit. 13, 2, 185, Körting Lat.-roman, WB. s. 4 BL. Falkner, m.(-s, Pl. wie Sg.), mhd. valkengre. Aus mlat. falconarius m. «Falken zur Jagd übender und abrichtender Jägery. Daneben auch mit engerm Anschluß an das lat. Wort Falkenier m.

Falkonétt, n.(-S, Pl.-g): kleine Fal- kaune. Aus franz.-engl. falconet, ital. falco- netto m. mit verkleinerndem-etto von mlat. falcona f., s. Falkaune. Im 16. Jh.(Lilien- cron 3, 474), daneben auch Falkenet(ebend. 3, 74).

Fall, m.(-es, Pl. Fälle). Mhd. val(Gen. valles), ahd. fal m.; dazu asächs.-afries. fal m., ndl. val m., ags. eal m., engl. fall, anord.- schwed. fal n., dän. fald n. In der gram- mat. Bed. für lat. cãsus hat Fally zuerst der Gießner Professor Christophorus Helvicus (Helwig) in seinem 1619 erschienenen Werke Sprachkünste. S. auch falls. Falle, f.(Pl. =n): Fangwerkzeug mittelst Zufallen von et- was. Mhd. valle, ahd. and. falla f.; dazu ndl. val, ags. feall f. Von fallen, v.(Prät. fiel, Part. gefallen): vermöge seiner Schwere sich nie- derbewegen; mit Geschwindigkeit, gewaltsam sich wohin bewegen; tot niederfallen; Exi- stenz, Ehre usw. verlieren; an Umfang, Wert verlieren; wozu kommen; wohin geraten. Mhd. vallen, ahd. fallan; dazu asächs. fallan, ndl. vallen, afries. falla, ags. feallan, engl. fall, anord.-schwed. falla, dän. falde. Ver- wandt ist lit. püoln«falley, Inf. pulti, aber kaum lat. fallere«betrügen, täuschen?, gr. cqdXeiv«fällen, zu Boden werfenꝰ, cdeceau csich täuschen, fehlen», aind. Sphal-«wanken». Vgl. Walde s. v. ZUS. Fallbrücke, f., 1626 bei Opitz Argenis 2, 58.

fällen, v.: fallen machen; zu Boden-,

niederwerfen. Mhd. vellen, ahd. fellan; dazu asächs. fellian, ndl. vellen, afries. fella, ags.

fella, engl. fell, anord. fella, schwed. fälla, dän. fälde, Faktitiv zu fallen.

fallieren, v.: öffentlich zahlungsunfühig werden. Aus ital. fallire«betrügen, fehl- schlagen, bankrott werdeny», das auf lat. fallere chetrügen, täuschen» zurückgeht. Bei Rot 1571 falliren«betrügen», sonst im 16. Jh. auch in der jetzigen Bed.

fällig, adj.: zu Falle kommend, z. B. in bau-, fußfällig; zu festgesetzter Zeit zu fallen (zahlen) bestimmt. Mhd. vellec cfallend, pau- füllig, gerichtlich verfallend, vor Gericht im Kampfe überwundeny, ahd. fellic zu Falle pringend, in Trümmer fallends.

Fallimént, n.(-s, Pl.-e): öffentlich er- klärte Zahlungsunfäbigkeit. Aus ital. falli- mento m., von fallire, s. fallieren. Bei Fisch- art Garg. 79 Fallement, bei Krämer 1678 Falliment.

Fallreep, n.(-s, Pl.-e): türartige Offnung in der Bordwand des Schiffes. Seemanns- ausdruck und daher nd.ndl. Ursprünglich eine Imperativbildung aus fall«laß fallen, und reep«Tauy, mit der Bedeutungsentwick- lung Tau, Strickleiter, Leiter, Treppe, Trep- penöffnungy. Bei Röding. Bei Campe Fall- reif«Falltau?.

falls, bedingende Konjunktion, eig. Gen. Sing. von Fall m.: im Falle daß. Bei Stieler 1691, nach Adelung und Heynatz 1796 nur im gemeinen Leben. Fall hat hier die Bed. ceintretende Möglichkeit», die vom Fallen der Würfel ausgegangen ist. Häufig in Zusammen- setzungen-falls.

Fallstrick, m.(-es, Pl.-e): worüber fal- lender Strick, Schlinge zum Fang von Wild; Nachstellung. Bei Luther, auch bildlich.

Fallsucht, f.: die fallende Sucht, Hin- fallen unter Zucken und Schäumen. Mhd. vallensuht f., aus vallende suht, ahd. fallendiu suht. Im 16. u. 17. Jh. dafür auch Fallübel, zusammengez. Falbel n.

Falltor, n.(-s, Pl.-e): von selbst zu- fallendes Zauntor über einem Fahrweg. Mhd. valletor n., abgeschwächt valtor, valter.

falsch, adj. u. adv.: anders scheinend, als wirklich ist; innerlich feindselig. Mhd. pals, meist valsch, mit ndl. valsch, ags.-anord. fals, engl. false, entlehnt, trotz E. Schröder AfdA. 23, 156, aus dem gleichbed. lat. falsas, eig. das Part. Perf. Pass. von fallere«täuschen, betrügeny. Davon substantiviert mhd. vals, valsch m. Fehl, Bosheit, Unrecht, Betrug⸗, jetzt noch in ohne Falsch, mhd. üne valsch. Das sch in valsch kann rein lautlich entstan- den sein wie in feilschen; da aber auch mnd. valsch neben vals, ndl. valsch, dän.(entlehnt) falskk vorkommt, so wird es erklärt aus dem Einfluß des schon im Ahd. vorhandenen Ver- bums fälschen, v.: falsch machen, d. h. verfälschen, der Richtigkeit benehmen. Mhd. velschen verfälschen, für falsch erklären), ahd. felscen, falskn, meist gifelscen, gifalscon «für falsch erklären, zurückweisen, wider- legeny, wahrscheinlich eine Umbildung des lat. gleichbed. falsiftcãre(alsicare, fals- care?). 4L. Fälscher, m.(-S, Pl. wie Sg.), mhd. valschœre, velschere. Falsch-