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Fahrnis, f.: fahrende Habe, bewegliches Eigentum. Bereits im 16. Jh.(Luther Tischr. 420 ²).
Fahrt, f.(Pl.-en): die Fortbewegung wohin; Durchgang, Weg für Fuhrwerk. Mhd. vart, ahd. fart f.; dazu asächs. fard f., ndl. vaart m., ags. fyrd, ferd f., anord. ferd f., schwed. färd m., dän. ſœrd. Abstraktbildung mit t-Suffix zu fahren. S. auch Fährte.
Fährte, f.(Pl.-n): Wildspur. Aus dem Gen. Dat. Sing. oder Plur. verte des mhd. vart f. in der engern Bed.«Weg des Wildes, Wildspury, wie noch weidmännisch auch Fahrt gesagt wird, ahd. fart f.«Weg, Spury. Bei Stieler 1691 Färte.
Fahrzeug, n.(-es, Pl.-e): von Holz ge- machtes hohles Werk zum Fahren auf dem Wasser; auch Fuhrwerk zu Lande. Im 17. Jh., 1703 im Zeitungslex. und 1711 bei Rädlein.
Faksimile, n.(-S, Pl.-s): Nachbildung einer Handschrift. Das nlat. ſacsimile(fac, Imp. von facere«machenv, Simile, Neutr. von similis cähnlich»). Im 18. Jh.
Faktiön, f.(Pl.-en): Partei, politische Meinungsgenossenschaft. Aus lat. factio f. 1538 bei Franck Chron. d. Teutschen 194³ u. o., bei Rot 1571.— faktisch, adj. u. adv.: tatsächlich. Gebildet von lat. factum n. & Taty, eig. Neutr. des Part. Perf. Pass. factus von facere«machen». In der neuern Sprache, pei Heynatz 1796.— Faktor, m.(-s, Plur. Falctõren): Vervielfältigungszahl; eine im Pro- dukt wirkende Kraft; Geschäftsführer. Auslat. factor m.«Verfertigery, im Mlat. auch s. v. a. Geschäftsvorstehery und in dieser Bed. ist Factor im 16. Jh. geläufig(Cod. dipl. Siles. 20, 178 von 1510). Davon Faktorei, f. (Pl.-en): Wohnung und Geschäft eines Fäk- tors, dann Handelsniederlassung; bei H. Sachs. — Faktöõtum, n.(-S, Pl.-): der alles in allem ist, namentl. allseitig nützlicher Diener. Das nlat. factotum(fac, Imp. von facere, kotum zalles»). Schon im 16. Jh.(Wedel Hausbuch 246 u. 313, Fischart Barf. 3523). — Faktum, n.(-S, Pl. Fakta): Tatsache. Das lat. factum, s. o. 1703 im Zeitungslex. — Faktür, f.(Pl.-en): Warenverzeichnis nebst Preisberechnung; Rechnung. In der 1. Bed. bei Krämer 1678.
Fakultät, f.(Pl.-en): körperliche oder geistige Kraft zu tun; Vermögen wozu; Fähig- keit, mhd. fakaltét f., Gesamtheit der Profes- soren von einer der vier Hauptwissenschaften einer Universität(im 15. Jh.). Von lat. facal-
tãs(Gen. facultãtis) f.«Vermögen, Kraft, Be- fähigung), im Mlat, auch s. v. a. 2unft, usw. 4BL. fakultativ, adj. u. adv.: be- fähigend, ermächtigend wozu; beliebig. Aus franz. facultati«f, nlat. facultativus. Noch nicht bei Campe 1813.
falb, adj.: blaßgelb, weißlichgelb. Der Falbe, ein Falber(Goethe[?] 4, 355),«blaß- gelbes Pferd, s. auch 1alke. Eig. identisch mit fahl(s. d.), und aus der flektierten Form des mhd. val(flekt. valzwer), ahd. falo(flekt. falaér) mit UÜbergang des" in b hervor- gegangen. Frühnhd. alb, z. B. um 1480 im voc. incip. teut. f 6 b, danach von Luther 3. Mos. 13, 31. 37 neben falh(Off. Joh. 6, 8) gebraucht, bei Alberus Dict. E 2 b, nebenein- ander fal, falb. 4.3 L. falben, v.: falb wer- den, aus mhd. valzpen, ahd. falazwén.
Falbel, f.(Pl.-n): Faltenbesatz an Frauen- kleidern. Bei Nieremberger 1753(1715 bei Amaranthes 523 noch Falhala). Aus franz. falbala m., ital. falbald f., span. falbala, auch farfala f.
falben, s. falb.
Fälber, s. Felber.
Falge, s. ²elge.
Falkaune, f.(Pl.-/): Geschütz zu 4. bis 5 pfündigen Eisenkugeln. Aus mlat. falcona f., von lat. falco m.«Falkey, welchen Raub- vogelnamen man wie Drache, Schlange auch auf ein schweres Geschütz anwandte. Im 16. Jh. Falkelan(Liliencron 3, 384 v. J. 1521), Falcon(ebend. 4, 367 v. J. 1546), Falchana (bei Fronsperger 1, 592).
¹1 Falke, m.(-n, Pl.-n): blaßgelbes Pferd, blaßgelber Ochse, blaßgelbe Kuh. Oberdeutsch. Von obd. falch, Nebenform zu den gleichbed. fahl, falb(s. d.), die mit lit. pälsas«fahl» übereinstimmt.
² Falke, m.(-n, Pl.-n): eine Art Raub- vögel. Auch gekürzt Falk, dann zuweilen im Sing. stark flektiert(Dat. Falk Herder Cid Nr. 7, Akk. Falk Schiller 13, 329). Mhd. valke, ahd. falcho m.; dazu ndl. valk, engl. falcon (aus dem Deutschen), anord. allci, schwed.- dän. fallkm. Wahrscheinlich echt deutsch und daraus entlehnt das um 340 vorkom- mende lat. falco m. Der deutsche Ursprung wird namentlich durch die alten Eigennamen, Falchovarii, ahd. Falco, ags. Westerfalcna wahrscheinlich. Das Wort gehört am ehe- sten zu falch(s. d.)«fahly und weiter zu lit. pälsas, abg. pelesu«grauy. Vgl. Baist bei Kluge EWB. s. v., Kluge Zschr. f. franz.


