Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
503-504
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503 faseln

Faste 504

spüren» zurückgeht(mhd. nicht belegt). S. auch Fastnacht. 4BL. Faselei, f., 1734 bei Weber 255 b. ZUS. Faselhans, m. Fasel-Hanß ebend.

faseln, v.: sich fortpflanzen, s. Fasel.

Fasen, m.(-s, Pl. wie Sg.), Fase, f. (Pl.-n): sich absondernder Faden oder Faden- artiges. Mhd. vase m. f.«Faser, Franse, Ein- fassung, der Saum eines Gewandes», ahd. faso m. und fasa f.; dazu mnd. vese, vesen f.«Fasery, ags. ſs n.«Fransey. Auch er- weitert zu Fasel(Alberus Dict. Q3 b, noch bei Ludwig 1716), entsprechend ndl. vezel f. Dazu das Dimin. Fäs-chen(s. d.). Hierher wohl auch(mit Ablaut) mhd. vese, ahd.-and. fesa f.«Fruchtbalg, Spreu, unenthülster Spelts. Weitere Anknüpfungen bei Osthoff Btr. 18, 249(unwahrscheinlich), Pedersen Idg. Forsch. 5, 67 zu russ. päsmo n. Gebinde, Fitze, Strähney, Prusik KZ. 35, 601, Uhlenbeck Btr. 26, 290. 481. fasen, auch faseln, v.: Fäden aus- und abzupfen, refl. sich fasen: Füden, die sich lostrennen, gehen lassen. Spätmhd. vasen. ZUS. fasennackt, fasel- nackt, adj.: nackt bis zum letzen Fasen am Leibe. Im 17. Jh.

Faseöle, f.(Pl.-/): eine Art Bohnen. Mhd. phasöl, vasöl, vasæl f., aus gr.-lat. Phaseolus, gr. qachiokoc, GocioXoc, Nebenform von gr. lat. phasélus, gr. dchXoc m.«Schwert- bohnes. Auch Faséle und Fisöle(s. d.).

Faser, f.(Pl.-n): sich ablösender Faden; Fadenartiges, z. B. an Pflanzen; fadenförmiger Körperteil. Spätmhd. vaser f.«Fransey. Ab- geleitet von Fasen, s. d. 4 B. faserig, adj.: sich ablösende Fasern an sich habend. Bei Krämer 1678 fasericht, bei Rädlein 1711 fäsericht. fasern, v.: Fasern ausziehen, refl. sich f.: sich ablösende Fasern gehen lassen. Bei Krämer 1678.

Fasnacht, s. Fastnacht.

Faß, n.(Gen. Fasses, Pl. Fässer): hohler, tiefer, beweglicher Behälter zur Aufnahme von etwas. Mhd. vaz, ahd. fag n.«Faß, Ge- füß, Schrein, Bienenkorb» usw.; dazu asächs. fat, ndl. und danach engl. vat, ags. fot, anord.-schwed. fat(Plur. föt«Kleider»), dän. fad n.; dazu das Koll. mhd.(mit Ablaut) gevcze, ahd. givãzi n.(S. Gefüßz), das in seinem Vokal mit ags. fchtels n. Gefäßy, ſcνted«ge- schmückt», und got. fétjan«schmücken', eig.

«umhülleny übereinstimmt. Verwandt ist lit. püodas m. Topf, Gefäßs. Weitere Vermu- tungen bei Walde s. v. patro. Die ursprüng-

liche Bed. war allg.«Hülle, Umschließungy, vgl. fassen. ZUS. Faßbinder, m.: Büttner, spätmhd. uazbinder.

Fassäde, f.(Pl.-n): Stirn⸗, d. i. Giebel- seite. Aus dem gleichbed. franz. fagade f., von franz. face f.«Gesicht, Vorderteil eines Gebäudes⸗, das auf lat. facies f.«Antlitz» beruht. Bei Wächtler 1714.

fassen, v.: worein zusammenpacken; wo- rein befestigend umgeben;(körperlich oder geistig) zusammen in sich aufnehmen; wo- mit(abstrakt mit einem Sinne oder dem Ver- stande) festnehmen und-halten; in seine Ge- walt bekommen oder bringen. Refl. sich f.: sich zusammennehmen, sich zu festem Sinne sammeln. Davon das Part. Prät. gefaßt als Adj.: gerüstet, mit festem Sinne bereit. Mhd. vazzen, ahd. fazzön zusammenpacken, auf-, beladen, umschließen, in sich aufnehmen, kleiden, bekleiden, rüsten», refl. sich vazzen auch«gehen», eig.«sich wohin fertigmachen?; dazu ndl. vatten, fries. fatia, ags. fatian, engl. to fetch,(entlehnt) schwed. fatta, dun. fatte. Abgeleitet von Faß(s. d.), also eig.«mit einer Hülle versehen und in eine Hülle, Um- schließung aufnehmen, in einer Hülle zu- sammenhalten machen, woraus sich die Bed. von«ergreifen» usw. entwickelt hat. S. auch Vessel, Fetzen. 4L. Fassung, f.: Hand- lung des Fassens;(zum refl. sich f.) Samm- lung und Haltung des Gemütes. Mhd. vaz- zunge f.«Umkleidung, Bekleidung, Schmuck». Die 2. Bed. erst bei Adelung.

faßlich, adj. u. adv.: im Geiste aufnehm- bar, der Fassungskraft angemessen. Bei Stieler 1691.

Fassön, f.(Pl.-s): Gestalt, Form; An- stand. Aus franz. façon f.«Art und Weise des Tuns», ital. fazione f.«Gestalt), das auf lat. factio f., das«Machen» zurückgeht. Bei H. Sachs 7, 187 kleidung seltzamer art und faction; 1562 bei Mathesius Sarepta 14² u. 69 b Fazon, auch noch bei Moscherosch 2, 113.

fast, adv.: stark annähernd. Alternbd. auch in der Bed.«sehr, tüchtig»(oft bei Luther, altertümelnd noch bei Schiller Tell 2, 2). Mhd. vaste, ahd. fasto, fest«eng sich anschließend, dicht, hart an, nahe an?(wo- her der heutige Sinn von«peinahe»),«sehr, schnelly, ist das Adv. von mhd. veste, ahd. festi, s. fest.

Faste, f., meist im Plur. Fasten: Ent⸗ haltung von aller Speise oder doch von Fleischspeisen, sowie die Enthaltungszeit, bes.