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die 40 Tage unmittelbar vor Ostern. Mhd. vaste, ahd. fasta f.; dazu asäãchs.- anord.-schwed. fasta f., dän. faste, und mit abweichender Bildung asächs. fastunnia, ndl. vasten, ags. fœsten f., got. fastubni n. Von fasten, v.: sich der Speise enthalten, mhd. vasten, ahd. fastén; dazu ndl. vasten, ags. ſcœstan, engl. fast, anord.-schwed. fasta, dän. faste, got. fastan, das auch noch die ursprüngliche Bed. cbeobachten, halten, bewahren, festhalten? hat. Abgeleitet von fest, s. d.
Fasteltag, s. Fasttag.
fasten, s. Faste.
Fastnacht, f.: der Tag vor Aschermitt- woch, Beginn der großen Fasten. Alternhd. auch sehr häufig Fasenacht, Fassenacht(Al- berus Fab. 193), Fasnacht, Faßnacht(Schiller Wall. Tod 4, 7, Tell 1, 3), so im 16. Jh. bei Luther, Seb. Franck, H. Sachs, Fischart, auch vielfach in den Wörterbüchern(noch Ade- lung führt Fasenacht als Form des gemeinen Lebens an) und noch jetet fast in ganz Ober- deutschland. Mhd. steht vasenaht, vasennaht, vasnaht, vaschnaht(s. Fasching) neben vast- naht f., auch vastelnaht, diese Form ist aber, wie mnd. vastavend, vastelavend m. Tag vor der Fastenzeity(s. Sonnabend) zeigt, die ursprüngliche und hat nur verschiedentlich (nachdem mundartlich das t in vastnacht viel- fach ausgefallen war) eine Umdeutung er- fahren, namentl. mit Anlehnung an fasen cumherschweifen, sich albern benehmen)?, s. faseln. Redensart: kommen wie die alte Fastnacht: hintennach, zu spät kommen, weil wer zur alten Fastnacht(so hieß der erste Fastensonntag, der sechste Sonntag vor Ostern) noch kam, um zu tanzen und zu springen, zu spät kam, denn da war laute Lustbarkeit nicht mehr erlaubt.
Fasttag, m.(-es, Pl.-e): Tag, an dem gefastet wird. Mhd. vastetac, vasttac, ahd. fastatag m.; dazu anord. föstudagr m., schwed.- dän. fastedlag. Zusammengesetzt mit Faste, s. d. Daneben Fasteltag(Jer. 36, 6), schon mhd. auch vasteltac, mnd. vasteldach.
Faszikel, m.(-, Pl. wie Sg.): Bündel, Heft. Aus lat. fasciculus m. Bündel», dem Dim. von fascis m. Bund»(s. Faschine). Bei Wächtler 1714 Fascicul.
fatãl, adj.: verhängnisvoll, unheilbringend; widrig, unselig. Von lat. fãtãlis«vvom Schicksal bestimmt, verhängnisvoll, verderblich», abge- leitet von fätum n.«Götterspruch, Schicksal,
Verhängnis». Schon im 17. Jh. in der 2. Bed.
(Schupp 245). 4BL. Fatalität, f.(Pl.-en): unvermeidliches Schicksal, Mißgeschick. Aus dem gleichbed. lat. fãtalitas f. 1634 in den Mitteil. d. Ver. f. Gesch. d. Deutschen in Böhmen 7, 223.
Fata Morgäna, f.(Pl. F. morganen und morganas): Luftspiegelung. Schon mhd. fã- murgän als Eigenname. Aus ital. fata morgãna f., dessen erster Bestandteil«Feey bedeutet (S. d.), während der zweite der arab. Frauen- name Morjäna, Morgäna ist.
fatzen, v.: scherzen, Possen treiben; zum besten haben; plagen, foppen. Seit dem Ende des 15. Jh. Von FatzZz f.«beißender Witz, Spöttereiy, bei Stieler 1691, Plur. Fatzen Lotterbuberei», bei Duez 1664, und dieses gekürzt aus lat. facétia f.«Witz, Scherzy, Pl. facétiae«witzige Reden». Vgl. auch ital. fazio m.«Possenmacher„. 4BL. Fatzke, m.(-4, Pl.-n): läppischer Mensch. In der neuern Berliner Umgangssprache, mit der bei Eigennamen häufigen Endung-ke gebildet. Im ältern Nhd. bestand Fatzmann, Fatzbub, Fatznarr m. Possenreißer, Hansnarr?.
Fatzenétlein, s. unter Schnupftuch.
fauchen, v.:(von Katzen, Eulen usw.) blasen, schnaufen. Mhd. dafür pfüchen, das auch nhd. noch als pfauchen vorkommt und in Osterreich und Bayern noch so geschrieben wird. Lautnachahmend.
faul, adj. u. adv.: sich in Verwesung auf- lösend; Mangel an Kraftanwendung äußernd; nichtsnutzig. Mhd. vhl«verwesend, träge, schwachs, ahd. fal nur in der 1. Bed.; dazu ndl. vuil«schmutzigy, ags. fül, engl. foul, anord. füll, schwed.-dän. ful, got. fäls, urspr. s. V. a.«Verwesungsgeruch von sich gebend, stinkend. Die Wurzel zeigt sich ohne das k-Suffix in anord. füůi m. Fäulnis», füinn «verfaulty, fegja«verfaulen lassen), füna cfauleny. Es gehört zu aind. päj«verwesen, stinkeny, aw. pufeiti«wird faul», arm. ha ceiteriges Blut», lit. püwi, päti«fauleny, pülai m. Pl.«Eitery, lat. pätére«faul riechen, stinkens, püs n. Eiters, gr. müßeiv«faulen macheny, moöov n. Eitery. 4L. Fäule, f., mhd. viule, ahd. fnll f. faulen, v.: faul- werden, mhd. vülen, ahd. falén. faulenzen, v., mit dem Suffix-enzen gebildet(s. d.), urspr.«nach Faulsein riechen», dann der Neigung zum Faulsein sich hingeben». Nach Heynatz 1796 obd., frühnhd.(auch bei Luther), schon spätmhd. erscheint wülezen cfaulicht schmeckeny(vulazen im Voc. Schröer 32),


