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dann auch faulenzen; früher auch faullenzen geschrieben, indem das Wort als zusammenges. mit dem Eigennamen Lenz betrachtet wurde, vgl. der faul Lenz bei H. Sachs Fab. 48. Davon Faulenzer, m., auch Hilfsbuch,-tafel zum mühelosen Rechnen usw.. Bei Luther, sonst frühnhd. auch Faulenz. Faulheit, f., mhd. vnlheit f. faulicht, faulig, adj., mhd. dafür vällich, mit-lich gebildet. Fäulnis, f., ahd. fulνιsse, dann erst wieder im Nhd. aufkommend(bei Frisch 1741 Füulniß). ZUS. Faulbaum, m.: die Holzpflanze rhamnus frangula, nach dem fauligen Geruch der Rinde bei ihrem Absud zur Gewinnung eines Heilmittels benannt; ahd. falboum m. Faul- bett, n.: Bett, worauf man sich der Un- tätigkeit hingibt; bei Luther. Faulpelz, m.: der Faulheit hingegebener Mensch, urspr. der Pelz, die Haut, die Faulendes überzieht. Bei Campe 1807 noch nicht verzeichnet, aber in der Schweiz schon in alter Zeit belegt, vgl. Schweiz. Id. 4, 1224. Faultier, n.: ein außerordentlich träge sich bewegendes Säugetier. 1775 bei Adelung.
Faum, s. Feim.
Faun, m.(-es, Pl.-e): bocksfüßiger Feld- und Waldgott; Lüstling. Aus lat. Faunas m. Im 18. Jh. in deutscher Form, aber im lat. Gewande schon im 14. Jh. bei Megenberg 157, 25. 4BL. faunisch, adj. u. adv., bei Wieland Idris 5, 83. Fauna, f.(Pl. Faunen): die Tierwelt eines Landes. Von Faunus. Im 18. Jh.
Faust, f.(Pl. Fäuste): geballte Hand. Mhd. vüst, ahd. fnst f.; dazu ndl. valst, ags. ſyst f., engl. fist, nord. nicht vorhanden. Als Grundform wird* fanhsti- anzusetzen und Verwandtschaft mit dem gleichbed. abg. pęstꝰ f. anzunehmen sein, weiter dazu Finger(s. d.); andre vermuten unwahrscheinlich Zusammen- hang mit gr. uꝓ*τν f., lat. pugnaus m.«Faust». 4BL. Fäustel, m.(-s, Pl. wie Sg.): schwerer eiserner Hammer der Bergleute. Bei Agricola und Mathesius Sar. Fäustling, m.(-, Pl. -e): Handschuh ohne Finger, mhd. viestelinc, ahd. fêstilinc m.; Sackpuffer, Pistole, bei Stein- bach 1734. ZUS. Fausthammer, m.: Streit- hammer, im 16. und 17. Jh.; Gerichtsdiener, früher am Oberrhein, benannt nach der Waffe, die er führte, noch bei Wagner Kinder- mörderin(5. Akt). Faustpfand, n.: in die Hand gegebenes Pfand. Noch nicht bei Campe. Faustrecht, n.: bloßes Recht des Stärkern, bei Luther.
jemand F. schneiden).
Fauteüil(-s, Pl.-s): Lehnsessel. Aus gleichbed. franz. fauteuil m., afranz. faldestuel, das auf ein germ.*faltstuol(s. Feldstunl) zurückgeht. 1727 bei Sperander.
Favorit, m.(en, Pl.-en): Liebling. Aus dem franz. Adj. favort, favorite, das aus ital. favorito stammt, von lat. füvor m. Gunstꝰ. Schon 1601 bei Albertinus geistl. Spiegel 13 5b. Davon Favorfte oder Favoritin, f., 1791 bei Roth.
Faxe, f.(fast nur im Pl. Faxen): spaß- hafter Einfall; Narrensposse; närrische oder wunderliche Gebärde(Goethe 31, 209 hinter Späte Bildung(im Bremischen Wbch. 1767, bei Adelung 1775), die wie die gleichbedeutenden Firfac m. und westfal. hess. Fiksefalse f. zeigen, auf fichfacken(s. d.) zurückgeht.
Fayénce, früher Faiénce, f.: Halbporzellan. Das franz. falence, früher fagence f., genannt nach dem Fabrikorte Faenza(lat. Faventia) in der heutigen Romagna. Bei Jacobsson techn. Wb.(1781) Fajanze, fajanzer Geschirr.
Fazit, n.(-S, Pl.-s): Ergebniszahl einer Rechnung. Das lat. facit«es machty. Be- reits 1514 in Böschensteyns Rechenbuch A 42.
Februar, m.(-s, Pl.-e): der zweite Monat im Jahre. Aus lat. februdrius m., benannt nach dem jährlichen Reinigungs- und Sühn- fest(februa, Pl.), das in der 2. Hülfte des Monats stattfand. Der deutsche Name ist Hornung, s. d.
Fechdistel oder Fehdistel, f.: Marien- distel, carduus marianus. Mhd. véchdistel m., zusammenges. mit véch«mannigfaltig»(s. Fehe), der Name wegen der schönstreifigen gefleckten Blätter.
Fechser, m.(-s, Pl. wie Sg.): Rebzweig als Setzling. Frühnhd.(1482 im voc. theut. b5 b fechser), bei Luther mit md.-nd. Schwinden des ch Feser. Wohl zu mhd. dehsenen ceinernten, heimsen, nehmen», bayr.-öster. fechsen«ernteny.
fechten, v.(Prät. focht, Part. gefochten): mit der Waffe tätlich entgegen sein; über- haupt Kampfbewegungen machen;(von den Handwerksburschen) betteln. Die 3. Bed. (schon bei Krämer 1678 angegeben) stammt wohl noch aus der Zeit, wo, namentl. zu Nürnberg und Breslau, eigne Fechterspiele und Fechtschulen für Handwerker bestanden, zu denen diese hin- und herreisten. Mhd. véhten, ahd. fehtan; dazu asächs. fehtan, ndl. vechten, afries. fiuchta, ags. feohtan, engl. fighl,


