Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
509-510
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509 Feder

Fehde 510

anord.-got. fehlend. Verwandtschaft mit gr. nd?«mit der Fausty, urpi f., lat. pugnus m. Fausty, ist möglich auch ohne die Annahme, daß das Verb urspr. der u-Klasse angehört habe und vom Prät. Plur. und Part. aus zur e-Klasse übergetreten sei, wenn man idg. *pewelc ansetzt. Beziehung zu lat. pectere, gr. néxeiv«kämmen)y, lit. pesti«rupfen? ist unwahrscheinlich. Vgl. Osthoff Parerga 1, 369 ff., Beitr. 27, 343, Lagercrantz KZ. 34, 401, der gr. eukdx«Oο;c, exeneuxéc vergleicht. Das Prät. flektiert ahd. faht, Plur. fahtum, mhd. vaht, vahten, aber auch vühten, im ältern Nhd. facht, fochtest, Plur. fochten(so bei Clajus), dagegen später focht, z. B. Fischart Garg. 297, Zesen Ibr. 1, 527, bei Schottel fochte. Das Präs. gibt zuweilen den Vokalwechsel auf und bildet fechtest(schon bei Schottel neben fichtest), Imp. fechte. 4BL. Fechter, m. (N, Pl. wie Sg.), mhd. vehtœre, ahd. fehtérti m. ZS. Fechtboden, m., im 17. Jh.(Schupp 268). Fechtmeister, m., bei Dasypodius 1537. Fechtschule, f., 1540 bei Alberus Dict. J 22 fechtschuol und 1521 bei Emser(Neudruck Nr. 83) S. 9 fechtschul. Die Redensart es stinket in der Fechtschule bed.«die Sache geht übel, es ist nichts dahintery, eig.«es entspricht der Ankündigung oder Erwartung nicht». Feder, f.(Pl.-n): einzelner Teil der natürlichen Körperbekleidung des Vogels; zum Schreiben bereiteter Gänsekiel, dann dessen Ersatz von Stahl; elastisches Stück Stahl. Mhd. vedere, veder, ahd. fedara f.; dazu asächs. fethara, ndl. veder, ags. feder, engl. feather, anord. Hödr, schwed. jäder f., dän. ſjär und weiter mit Ablaut gr. mrepov n. «Flügel», zu rerechoi fliegen», aind.-patra in gatãpatras OO Federn habend, pãtatram n. « lügel⸗, zur Wurzel*pat«fliegen, akymr. atar«volucresy, abg. pero n.«Federy, viel- leicht auch lat. penna f. Feder» aus rpetna vgl. Walde s. v. 4BL. federn, v.: elastisch sein, bei Adelung; älter ist fledern in befiedern usw. ZUS. Federbett, n., mhd. véderhette, ahd. fedarbetti n. Feder- busch, m., bei Dasypodius 1537. Feder- fuchser, m.(bei Schiller Kab. u. L. 1, 2 Federnfuchser): Schreiber, eig. wohl der an- gestrengt mit der Feder arbeitet, s. fuchsen. federleicht, adj., im 17. Jh.(Harsdörfer Gesprächsp. 2, 372). Federkraft, f.: Ela- stizität, bei Adelung. Federlesen, n.: niedrige Schmeichelei, eig. das Ablesen an- geflogener Flaumfedern von den Kleidern

höherstehender Personen. Schon mhd. veder- lésen als substantivierter Inf. Jetzt nur noch in den Wendungen ohne Federlesen ohne Rücksicht), nicht vwiel Federlesens machen cnicht viel Umstände machen». Feder- messer, n.: Messer mit kleiner Klinge, eig. zum Federnschneiden, bei Henisch 1616. Federpose, s. Pose. Federspiel, n.: zur Beize abgerichteter Vogel, mhd. vederspil, vgl. Spiel. Federvieh, n.: Geflügel, 1551 bei Petrarca Trostb. 56 b Federvieh, im 15. Jh. bei Diefenbach nov. gl. 182 vederve. Feder- weiß, n.: Federalaun, Asbest(1562 bei Ma- thesius Sarepta 173 b. Vorr. a 7⁴); am Rhein der schäumende milchig-trübe Most. Feder- wisch, m., mhd. véderzwisch m., vgl. Fleder- Wisch.

Fee, f.(Pl.-n): geisterhaftes, Schicksal bestimmendes weibliches Wesen. Aus dem gleichbed. franz. ſεe, ital. fata, span. fada, hada f., zurückgehend auf das im 3. Jh. n. Chr. vorkommende lat. fäãta«Schicksals- göttin, Parze?, Plur. von fätum n. Götter- ausspruch, Schicksalꝰ. Schon mhd. nach einer afranz. dialektischen Form feie, auch feine f., auch älternhd. noch Fei, Feie, bei Adelung als mundartlich neben Fee. Vgl. feien. 4BL. feenhaft, adj., bei Campe 1807 als neugebildetes Wort.

fegen, v.: schön, glänzend, rein, sauber machen; schnell laufen(im 16. Jh.). Mhd. vegen, and. vegon«putzen, plätten», mnd.-ndl. vegen, sonst nicht vorhanden. Dazu das Fak- titiv anord. fœõgja«glänzend machen, reinigen', schwed. féja«poliereny, dän. feie«kehren», ferner mhd. vager, ahd.-asächs. fagar, ags. fœger, engl. fair«schön, glänzend, lieblichy, got. fagrs«passend, geeignet», sowie viel- leicht auch mhd. dagen, ahd. fagön ewill- fahren, ahd.-got. faginön sich freuen». Weitre Vermutungen bei Walde s. v. paciscor. 4B L. Feger, m.(-s, Pl. wie Sg.): wer fegt; Schläger, Raufer, tüchtiger Kerl. In der 1. Bed. im 17. Jh., in der 2. Bed. bei Campe. ZUS. Fegefeuer, n.: das Feuer der Rein- machung von Sünden nach dem Tode, mhd. vegeviur n.

Feh, s. Fehe.

Fehde, f.(Pl.-n): erklärte, nach Genug- tuung trachtende Feindschaft; Zwietracht. Mhd. véhede, zusammengezogen véde, ahd. féhida in gaféhida f.«Haß, Feindschaft, Streit; dazu ndl. veede f.«Fehdey, ags.*hct f.«Streit, Rachey. Dies ist abgeleitet von dem Adj.