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1 Feifalter 512
mhd. véch(in gevéch), ahd. feh,(in giféh) cfeindselig», ags. fäãh«verfehmt, der Rache und Verfolgung ausgesetzt», engl. foe«Feindy, dazu das abgeleitete Verbum mhd. véhen cfeindselig sein, hassen, verfolgen», ahd. féhen, asächs. a-fehian«verurteileny. Weiter gehört got. faih n. Betrug» hierher. Verwandt ist altir. oech(aus*poixos)«Feindy, lit. piklas chösey, peskti«tadeln, paölcas«töricht, dummꝰ, aind. picunas«böse gesinnt, verräterisch, ver- leumderisch», lat. piget«es verdrießt michy, s. Walde s. v. Im ältern Nhd. ist das Wort (das z. B. in der Carolina vorkommt) wenig gebräuchlich(doch führen es die Wörter- bücher meist an), und erst in der Lit. des 18. Jh. wird es wieder aufgenommen. 4L. fehden, v., in befehden, mhd. véhedden be- kriegen». ZUS. Fehdehandschuh, m., s. Handschuh.
Fehe, Feh, auch Fähe f.(Pl.-/): das sibirische graue Eichhörnchen, sowie sein Fell, dessen Haar verschiedene Farben- schattierung hat. Die neue Orthographie wirft Fehe und Fähe(s. d.) zusammen. Mit Wechsel des Geschlechts aus mhd. véch n. cbuntes Pelzwerk», eig. das substantivisch gesetzte Neutr. des Adj. mhd. véch, ahd.-and. féh, ags. fãh«verschieden-, mehrfarbig, buntꝰ, got. faihs in filafaihs«mannigfachy. Ver- wandt ist gr. roucikoc cbunt», aind. puru-pégas «vielgestaltig, bunt», peçalãs«künstlich ver- ziert» und lat. pingo mit seiner Sippe. Vgl. Walde s. v.
Fehl, m.(-es, Pl.-e): Mangel, Mangel- haftigkeit, Versehen, Vergehen. Mit Wechsel des Geschlechts(nach Mangel) aus mhd. vœle, vœl f.(namentlich in ãne, sunder vœl), zurückgehend auf afranz. faille, ital. falla, altital. faglia f.«Fehlery(abgeleitet von lat. fallere«täuschen»). Luther hat die Form feil, die auch noch im 17. Jh., z. B. bei Gryphius, vorkommt, dagegen Alberus Dict. y 1 b fecl, Dasypodius und Maaler fäl m. Dies Fehl erscheint bereits frühnhd. auch in Zusammensetzungen mit Substantiven, z. B. Fehlbitte(bei Luther feilbitte), Fehlgriff (bei Luther feilgrif), Fehlschuß(bei Luther feilschuß), Fehltritt(Mathesius Luther 74 5b feiltritt), dann auch mit Verben, z. B. fehl- gehen, fehlschlagen(bei Krämer 1678). — fehlen, v.: ohne Erfolg woraufhin tätig sein, nicht treffen; unrecht für recht handeln oder tun; nicht dasein, mangeln. Mhd. vcœxlen, selten veilen(auch unpersönl. ez vclet eines
dinges«es mangelt»), wie mnd. veilen, ndl. feilen, engl. fail, schwed. fela, dän. feile, ent- lehnt aus franz. faillir«irren, mangeln, fehl- schlagen?, das mit ital. fallire auf lat. fallere ctäuschen» zurückgeht. Luther hat feilen, aber Dasypodius 1537 fehlen. 4BE. fehlbar, adj., bei Stieler 1691. Fehler, m.(-s, Pl. wie Sg.), urspr. s. v. a. Fehlschuß im Gegen- satz zum Tyreffer(so fäler bei Keisersberg, Fischart Garg. 285, bei H. Sachs Fastnachtssp. 24, 174 Fehler), dann in der jetzigen Bed. bei Maaler 1561 fäler, später das ältere Fehl zurückdrängend. Davon fehlerhaft, adj., 1763 bei Nieremberger 2b. ZUS. Fehl- schluß, m., 1739 bei Liscow 771.
Fehm, m.: Heuschober, s. Feimen.
1 Fehme, f.: Buchen- und Eichelmast. Aus dem N., schon mnd. veme f. Da das Wort sonst nicht belegt ist, läßt sich seine Her- kunft nicht ermitteln, gr. noisfvy m. Hirt? könnte verwandt sein. 4BL. fehmen, v.: in die Buchen- und Eichelmast treiben.
² Fehme, Freigericht, s. Feme.
Fehwamme, f.: Bauchfell des sibirischen Eichhörnchens. Zusammenges. aus Fehe(s. d.) und Wamme(s. d.). Bei Adelung.
feien, v.: Körper oder Waffen durch Zauber fest machen. Von Feie, mhd. feie, s. Fee. Erst seit Anfang des 19. Jh.(Rückert 1, 199). Vgl. mhd. feinen«mit Zauberkraft begabeny.
Feier, f.: durch Ruhe von Arbeit be- gangene und ausgezeichnete Zeit; Festlichkeit. Mhd. vore, ahd. fira, förra f.«kirchliches Fest, Ruhe von Arbeit», mit 7 für verlängertes e aus mlat. ferid(lat. im Pl. feriae)«Ruhe- tag(s. Ferien),«mit gottesdienstlicher Hand- lung begangener Tag). 481. feierlich, adj., mhd. virelich. Davon Feierlichkeit, f., bei Adelung. feiern, v.: 1) intr.: von Arbeit ruhen; arbeitslos sein;(mit Dat.) Verehrung, rücksichtsvolle Höflichkeit be- zeigen(noch im 18. Jh.). 2) trans.: arbeitslos lassen; durch Ruhe von Arbeit begehen und auszeichnen; verherrlichen. Alternhd. feiren, mhd. viren, ahd. firön, and. firion, aus mlat. feriare feierlich begehens, lat. féridri«Ruhe-, Feiertag habem. ZUS. Feierabend, m., mhd. vräbent m. Vorabend eines Festes», früh- nhd. auch«Beginn der Ruhezeit am Abend» (Liliencron 3, 408), dazu ndl. vieravond m. Feiertag, m., mhd. viõretac, ahd. firatag m., ndl. vierdag.
Feifalter, Schmetterling, s. Pfeifolter.


