Piget.
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Feifel, f.(Pl.-/): Speichel-, Drüsen- krankheit der Pferde. Spätmhd. vövel f., bei Duez 1664 feibel, aus ital.(Plur.) vivöle, mlat. vivolae(neben viuae).
feig, feige, adj. u. adv.: mutlos aus Furcht. Mhd. veige bedeutet wie asächs. fégi, nd. veege, ndl. veeg, ags. fïge, engl. foxy, anord. feigr«vom Verhängnis zum Tode, zum Unglück bestimmt, sterben sollend und müssend», dann auch«verhängnisvoll, unheil- bringend, verflucht, nichtswürdige(so auch vereinzelt ahd. feigi), im 16. Jh. auch«frech; spät und selten erscheint die Bed.«furcht- sam(eig.«der Todesfurcht hingegeben»), «schüchtern»(auch in überveigen ceinschüch- tern*). Herkunft unsicher; vielleicht besteht Verwandtschaft mit den bei Fehde angege- benen Worten, so daß die Grundbed. den Göttern verhaßty, dann zum Tode, Ver- derben bestimmt» sein wird. Anders Zupitza Germ. Gutt. 189 zu féch«bunts, eig.«mit einer Marke versehen»; Bezz. Beitr. 27, 176(zu lit. palkas«dumm). Die Verbindung mit aind. pakvãäs creif»(Osthoff Kuhns Ztschr. 23, 427) ist lautlich unmöglich. Vgl. noch Walde s. v. Auf die Grundbed.«dem Tode ver- falleny führt die beim Bergwesen übliche Bed. cnicht fest zusammenhaltend, den Ein- sturz drohendy(vom Gestein) zurück. Bei Luther häufig in der jetzigen Bed., die dem Obd. urspr. fremd ist, dann aus der Bibel- sprache allgemein geworden. 4L. Feig- heit, f., mhd. veicheit f. bedeutet«Unselig- keit, Unheil. Feigling, m., erst gegen Ende des 18. Jh. gebildet, bei Campe 1807 als neues Wort verzeichnet.
Feigbohne, f.(Pl.-n/): die Pflanze lupinus. Mhd. vichöne, ahd.-and. †i„höna f., d. i. Bohne, die, gepulvert auf die Feigewarze(s. d.), mhd. vic m. n., gelegt, diese vertreibt.
Feige, f.(Pl.-n): die süße Frucht des Feigenbaums. Mhd. vige, ahd. figa f., dazu asächs. figa, ndl. viig f., durch das Romanische (franz. figue f., span. port. figo m.) aus lat. ficus f. Im Got. dafür smalcka m., das zum abg. smokä f. gehört. Vgl. Schrader Real- lexik. 238. Redensart einen die F. weisen cdie Gebärde machen, daß man die zwischen dem Zeige- und Mittelfinger vorgestreckte Spitze des Daumens sehen läßty, zur Abwehr böser Zauberei und zu Spott und Verachtung (schon mhd. die wigen bieten, zeigen), nach dem ital. far le fiche; ital. fca f. bedeutet «das weibliche Glied und bildete sich neben
Weigand, Deutsches wörterbuch. 5. Aufl.
fico m.«Feige, wie gr. cOkov n. beide Bedd. vereinigt. ZUS. Feigenbaum, m., mhd. vigenboum, auch in eigentlicher Zusammen- setzung vichoum m. Feigenblatt, n., mhd. vigenblat n. Weidmännisch ist Feigenblatt, auch Feigblatt, das Geburtsglied des Wildes oder Jagdtieres; zusammenges. mit Feige «weibliches Glied», s. oben. Feigwarze, f.: geschwüriger Blutknoten am After, mhd. vicwarze, zusammenges. mit dem gleichbed. mhd. vic m. n., aus der lat. Benennung icus m., urspr.«Feigen, weil der Knoten feigen- äbhnlich schien.
feil, adj. u. adv.: käuflich, verkäuflich. Mhd. veile, veil, ahd. feili, in ältern Quellen fali(oder fãli), feli, mit altem Ablaut, vgl. Meringer Idg. Forsch. 16, 151; dazu ndl. veile, aber anord. falr, schwed.-dän. fal. Verwandt ist gr. wheiv«Waren gegen Waren umsetzen, verkaufeny, ruhn f.«verkaufy, aind. pänas (aus*palmas) m.«der versprochene Lohn, Einsatz, Wettey, abg. pleni«Beute», lit. petnas m.«Verdienst). 43L. Feilheit, f.: leichte Käuflichkeit wozu, 1794 bei Friedr. L. Stolberg (9, 186). feilschen, v.: um etwas kleinlich in betreff des Preises handeln. Wohl mit sch für s nach ¹ aus feilsen, das noch älter- nhd. vorkommt, mhd. veilsen, veilschen.
Feile, f.(Pl.„n): eisernes, stählernes Werkzeug mit schräg gezahnter Oberfläche zur Bearbeitung metallner usw. Körper durch Hin- und Herreiben. Alternhd. auch Feiel, Feihel(bayr. Feichel), mhd. vihele, zusammen- gez. vile, ahd. fihala, fila f., dazu and. fila, ndl. vijl, ags. fεo³ f., engl. file, anord. aber mit an- derm Spiranten 5 ã² f., schwed. aus dem Deut- schen fil f., dän. fil. Herkunft unsicher. W9egen des anord. pé! wird man von urgerm.*Piohla ausgehen müssen. Vgl. zur Etymologie Mik- kola Idg. Forsch. 6, 312, Zupitza Gutt. 64, Meringer Idg. Forsch. 16, 161. 4B. feilen, v., mhd. vihelen, viheln, vlen, ahd. Fihalön, filön. Feilicht, n.: Abfälle beim Feilen, bei Henisch 1616 für älteres Veilich. ZUS. Feilenhauer, m.: Feilenmacher, weil die Zähne der Feile eingehauen werden. Bei Stieler 1691.
Feilheit, feilschen, s. feil.
Feim, m.(-S, Pl.-e): obenauf sich setzender Schaum, Unreinigkeit. Mhd. veim, ahd. feim m.; dazu ags. fäm n., engl. foam. Nebenform Faum, 1605 bei Hulsius, Faumlöffel im 15. Jh. bei Tucher Baumeisterb. 289, 2. Verwandt sind,(mit idg. Wechsel von m und n) lit.
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