1171 Kumt
Kunkel 1172
noch jetzt in Walkmühlen Kump m.«Stampf-
pfen», ebenso nd. im 15. Jh. kump(Diefen bach gl. 368); dazu ags. cumb m.«Getreide- maßy, engl. comb, coomb. Verwandt mit Kumme (s. d.). Dieselben Laute zeigen aind. Xumbhaäs «Topf, Krugy, awest. Xumbõ m. Topfy, npers. xunmb, gr. x3μßoc m.«Gefäß, Becher, kuußn Boot, Nachen». Ob und wo hier Entlehnung stattgefunden, läßt sich nicht entscheiden. Vgl. Humpen.
Kumt, s. Kummet.
kund, adj.(aber nur in prädikativer Stel- lung und in gehobner Rede): zur Wissenschaft wovon kommend oder gekommen. Mhd. kant, auch künde, KWunde, ahd. kund; daau asächs. cidh, mndl. cont, ags. cũp, engl. couth in uncouth cunbekannt», anord. kunnr, Küch, got. kunps cbekannty. Urspr. Part. Prät. von got.-ahd. kunnan«kennen, wissen»(s. können und vgl. kalt, traut, tot), aber schon im Ahd. mit völlig adjektiv. Geltung. 48L. kundbar, adj.: be- kannt, 1541 bei Frisius 212 kuntbar. Kunde, m.(-N, Pl.-n): der in einem Geschäft Be- kannte, der dort kauft oder arbeiten läßt(1570 bei Fischart Nachtr. 1277; auch f., 1716 bei Ludwig); Kerl, Kumpan(spöttisch tadelnd im 16. Jh. bei H. Sachs Fab. 273, 9, oft bei Fischart, Scheidt Grob. 705). Mhd. kunde, ahd. kundo m. «Bekannter, ags. chpa m.«Bekannter, Freund, Verwandter, die schwache Form des Adj. kund. Kunde, f.: Kenntnis wovon, Bekannt- schaft womit, mhd. Kınde, md. u. mnd. Kunde, ahd. chundi in unchund f. künden, v.: kund- tun, von den Dichtern des ausgehenden 18. Jh. wieder aufgebracht, mhd. künden, Kunden, ahd. Kundan; dazu asächs. cüdian, mnd. Kunden, ags. cyduan, anord. Wynna. kundig, adj.: kennend, wissend, mhd. Kündec, Kkündic, kündig«be- kannt, erfahren, klug, geschickt, listig, im 15. Jh. chundig, kundig«kennend, ahd. chun- dig«bekannt, klug, schlau»; dazu mnd. Kan- dich«kennend, bekannty, ags. odhig«bekannt», anord. kunnigr«bekannty, kyndugr«klug, schlauy. Kkündigen, v.: kundtun, von den Dichtern um 1800 wieder aufgenommen, mhd. kündigen; die Auflösung eines Vertrags an- sagen, statt auf kündigen, 1808 bei Campe. kündlich, adj.: offenkundig, im 18. Jh. alter- tümelnd bei Bürger, Claudius usw., mhd. Kunt- lich, im 15. Jh. Küntlich, ahd. adv. chundläihho. Kundsame, f.: Kundschaft. Mhd. kuntsame f. cbeeidigte Sachverständige, Schiedsrichter, ihr Ausspruch». Schweizerisch. Kundschaft, f.:
Kunden eines Kaufmanns. Mhd. kuntschaft f. trogy, schweiz. Chunpf m.«Mörser zum Stam-
Kenntnis, Nachricht, Erforschung, Aussage, Auskunft, Beglaubigung, Zeugnis, Bekannt- schaft, mnd. kuntschap f.; davon kundschaf- ten, v.: spionieren, spätmhd. kuntschaften. Kundschafter, m.: Spion, spätmhd. Kunt- schafter m. ZUS. Kundmachung, f.: Be- kanntmachung, 1691 bei Stieler, amtlich in der Schweiz und Osterreich.
Kunft, f.(Pl. Künfte): das Kommen. Mhd. kunft, wumft, ahd. quumft(in Afguumft), chumft(Pl. chumfti), chunft f. zu-, Ankunft», got. gaqumps f.«zusammenkunft, Versamm- lungy. Verbalabstraktum zu kommen(s. d.), mit eingeschobnem f wie in Brunft, Ver- nunft, Zunft. Daneben mit ableitendem-t mnd. Kumst, Komst, Kompst f., im 14. Jh. bayr. Kunst f. 4. künftig, adj., mhd. kunfkic, wüneftic, md.«unftic, Kuuflec, kumftec, auch kumstic, ahd. kuamftig, kunftig«was kommen, sich ereignen wirdy.
kungeln, s. kunkeln.
Kunigunde, Frauenname, mhd. Küni-, Künegunt, ahd. Chunigund,-gunt, von ahd. kunni, got. kuni n.«Geschlecht, Stammy, und ahd. gunt f.«Kampf, Kriegy. Latinisiert Chunigunda, Chunigundis, auch Cunegondis, woraus franz. Cunegonde, woher bei Schiller (Gang nach dem Eisenhammer) Kunigonde.
Kunkel, f.(Pl.-n): Spinnrocken, Spinn- rockenstock; Spinnstube(1612 bei Albertinus Schauplatz 300, kunkelstache Zimm. Chron.² 4, 9, 22 von 1547); Weibsbild(schwäb. bei Schmid 333). Schwäb.-alem.-rhein., auch ndl. In 1. Bed. mhd. Kunlkel, 1468 gunckel(Diefenb. nov. gl. 102 b, auch bei Keisersberg), im 15. Jh. an der Saar konkel, ahd. chonacla, chuncula (ZfdA. 3, 470 b, 9 2), Wunchela, chunchla f.; dazu ndl. Konkceel, Kunkel f. Aus gleichbed. älter- mlat. conucula f. statt*colucula, dem Dim. von lat. colus m. f.«Spinnrocken», woher auch das gleichbed. ital. conocchia f., afranz. conoille, nfranz. quenouille f., altir. cuicel. Selten Kunkel als Mask.(Grillparzer[5Sauer] 6, 171, schon bei Rädlein, Schottel und 1534 bei Franck Weltb. 15 b). 4BL. kunkeln, kungeln, v.: heimlich zusammenschwatzend Pläne oder Ränke schmieden(bei Bürger Macbeth); heim- lichen Kauf. und Tauschhandel machen oder vermitteln(daher Kunkelzoeib n.«heimlichen Handel besorgendes oder vermittelndes Weibo). Mrhein. und nd., von der Kankelstube her- genommen. ZUS. Kunkellehen, n.: Lehen, das auch den weiblichen Nachkommen einer


