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und célan, engl. cool, anord. Kolna); kühl machen(mhd. küelen, md. Kälen, ahd. chuolan und mit I für chuollan, mnd. Kõlen, ndl. koelen). Dazu Kühlschiff, n.: in Brauereien länglich viereckiges Gefäß zum Abkühlen des gesottnen Bieres, 1775 bei Adelung, in gleicher Bed., um 1480 im Voc. theut. n 82 schaff kühn, adj.: furchtlos trotz Gefahr und Widerstand. Bei Luther Küne, mhd. Küene, kiien, auch kœne, md. Küne, ahd. kuoni, chöni; dazu mnd. kõöne, kKyne, mndl. coene, nndl. koen «unerschrocken, verwegen», ags. céne, cyne ckühn, scharf», engl. keen«scharf, eifrigy, anord. Kinn erfahren, kundig, umsichtig, verständig, geschickt. Nach dem Nordischen zu urteilen, vielleicht gleichen Stammes wie got.-ahd. Kunnan«wissen, können»(s. d.), aber bei den Westgermanen auf die Kriegs- tüchtigkeit konzentriert. Vgl. auch die Be- deutungsentwicklung von lat. ignävwus. 4B L. Kühnheit, f., mhd. Kuonheit, ahd. chuon- heit f. kühnlich, adj., mhd. Füenlich.
Kujön, m.(-s, Pl.-e): Schurke. Anfang des 16. Jh. in der Zimm. Chron. ² 2, 531, 35 u. 5. Cajon, 1588 bei Johs. Nas von der grossen Gloggen zu Erfurdt S. 31 Cuian, im 17. Jh. Cojon(Lauremberg 3, 333) und Coujon(Simpl. 228), über franz. coion, aus ital. coglione m.«Memme, Schuft», urspr. aber(wie afranz. coillon, mundartlich-ital. coglione, span. cojon m.)«Hode?, abgeleitet von lat. côleus m.«Hode». kujonieren, v.: jem. fortgesetzt empfindlich plagen, hudeln, 1642 bei Armatus-Rist Rettung der edlen teutschen Hauptsprache A 2 b cujoniren, aus franz. co*οnner, ital. coglionare zals Schuft be- handeln, einen Hundsfott heißen.
Küken, s. Küchlein.
Kukumer, f.(Pl.-n): Gurke. Im west- lichen Deutschland. 1541 bei Frisius 232° Cuconbern Pl.(1556 Cucumren), 1546 bei Bock Cacumer, aber in Vokab. des 15. Jh. cucumer«kleiner Kürbis», schon im 13. Jh. bei Wolfram Parz. 145, 29 Kulrumerlant. Aus lat. cucumis m.«Gurke(Gen. cucumeris), woher ital. cocomero m. Wassermelone», franz. concombre m.«Gurkey. Durch Kür- zung mrhein. Kummer f., schwäb. Gommer f., fränk. Kümmerling m. Gurkey.
Kuküruz, m.(Jels): der türkische Wei- zen, Mais(s. d.). In Slavonien, Dalmatien, Rumänien usw. Auch tschech. kururue m.
kulänt, adj.: entgegenkommend. 1813 bei Campe noch in der Bedeutung fließend.
wandrer, Taglöhner.
Im 18. Jh. entlehnt aus franz. coulant«flie- Bend, von couler«durchseihen, rennen, lau- feny aus gleichbed. lat. cöôläre. Davon im Deutschen in neurer Zeit gebildet Kulänz, f.: Entgegenkommen, besonders im Geschäfts- verkehr.
Kule, niederdeutsche Porm für Kaule(s. d.).
Kuli, m.(-s, Pl.-): chinesischer Aus- Eig. Name eines indi-
schen Volkes. In der neuern Zeit Schlagwort.
Kulisse, f.(Pl.-n): Schiebewand der Schaubühne. Aus franz. coulisse f., afranz. co- leice«Fallgattery, von franz. couleur, s. kulant. Im 18. Jh. entlehnt(Lessing 7, 206).
kullern, s. Kollern.
Kulm, m.(-els, Pl.-e): oberste Berg- kuppe. In den schweiz. und kärntn. Alpen, schweiz. Gulm, Kulm f. m.(schon 1661 be- legt), kärnt. Kolm m.(Pl. Kölnm⁵). Aus ital. colmo m. Gipfel⸗, churwelsch culm Vor- berg», von lat. culmen n. Gipfel, Kuppey. Als Bergkuppenname im östlichen Mittel- deutschland, im Fichtelgebirge bereits 1469 Chulm und 1282 Kulme m.(Schmeller? 1, 1241), entlehnt aus abg. chlämd, cholmi m., tschech. chlum«Hügel», die vom deutschen Holm stammen.
Kult, m.(-els, Pl.-e), gekürzt aus Kultus, m.(Gen. ebenso, Pl. Kulte): öffent- liche Gottesverehrung. In der zweiten Hälfte des 18. Jh. Calt, im 16. Jh. in der Augsb. Konfession Caltus, aus lat. cultus m.«Pflege, Anbau, Bebauung, Ausbildung, Verehrung einer Gottheity, zu lat. colere«bearbeiten, pflegen, verehren). kultivieren, v.: an- bauen, pflegen, höher ausbilden, 1714 bei Wäaͤchtler cultiviren, aus franz. cultiver, mlat. cultivare, von lat. cultus m. Kultuür, f. (Pl.-en): Anbau, angebaute Fläche,(Geistes-) Bildung, im 18. Jh. Caltur, aus lat. cultära f. Landbau, Ausbildung»; dazu Kultürge- schichte, f., hervorgerufen durch Adelungs Geschichte der Cultur 1782. Kultürkampf, m., schon 1840 nachgewiesen, aber erst 1873 durch Virchow politisches Schlagwort.
Kumme, f.(Pl.-n): tiefe Schale, tiefer Tischnapf(bei Claudius, Voß). Aus dem nd. kumm f., daneben kump, kumpen f.«Schale, Napf, Trogy, kummen, kumme f.«Kasten» (daher kumpioagen m.«Kastenwagen?, umm- karre f.«Schiebkarre mit Kasten»), ndl. 1599 bei Kilian kom f. tiefe Schüssel», mnd. kumme und schweiz. chumme f.«Zisternen. Verwandt mit Kump)(s. d.).


