Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1165-1166
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1165 Kufe

kühl 1166

1 Kufe, f.(Pl.-n): oben offnes tiefres Daubengefäß. Mhd. kuofe f.«Faß, Bade-

wanney, ahd. chaopha, chuofa, chõpha f.«Faß; dazu and. cõpa, mnd. kõôpe, mndl. cüpe f. Entlehnt aus mlat. cöpa, lat. ciüpa f.«Faß, Tonney». Vgl. Kopf, Küpe. 4 BL. Küfer, m. (s, Pl. wie Sg.): Böttcher, der Fässer, bes. Weinfässer fertigt, Faßbinder; Fässerund Wein besorgenderKelleraufseher eines Weinhändlers. In 1. Bed. mhd. Kitefer, straßburgisch im 13. Jh. käfere, kuofere, 1263 kueffer(Germ. 20, 47f.); dazu clevisch 1477 cuper, ndl. Kuiper, mengl. cowper, engl. cooper, aus mlat. cuparius m.

2 Kufe, f.(Pl.-/): der vorn aufwärtsge- krümmte Schlittenbalken. 1517 österr. Khueffe

f.(Fontes rer. austr. I, 1, 113), tirol. Guefe f.,

bayr. Kuefen m., bei Hebel Kufe m. Daneben in ältrer Zeit Formen mit ch, älternhd. Kueche f., 1480 im voc. inc. teut. ce Schlitkuchen, ahd. chöha f.(im Akk. Pl. slätochöhö), noch bayr. Kuechen f., tirol. Gueche f., schweiz. Chuechen m. f., selten Huechen m., dazu götting. kaulce, mnd. koke f.(Schambach 98²). Vielleicht verwandt mit lit. Zägré f.«Pflug», Zagaras m. «dürrer Ast», zagin as Pl.,«Pallisaden, Pfostenꝰ. Vielleicht gehören auch die unter Kak be- handelten Worte mit Ablaut dazu.

Küfer, s. Kufe.

1Kugel, f.(Pl.-n): allseitig kreisrunder Körper. Mhd. Kugele, kugel f., mnd. und ndl. kogel, äültermd. zsgez. Küle f., heute Kaale (s. d.). Wenn g aus w entstanden wäre, vgl. Jugend, könnte man aind. gölas«Kugel» ver- gleichen, das aber auch ganz anders erklärt werden kann. Man könnte auch*klugel als Grundform ansetzen mit Schwund des? durch Dissimilation, und es dann zu Knäuel stellen. Das schweiz. Chrugel m. f.«Kugel, Zusammen- geballtes, Knäuel»(selten Chlugele f.) hat wie chroglen«kollern, rollen» sein wohl von rugelen«rollen, Rugele, Rugel f.«Kugel». 4BL. kugſe)licht, kugſe)lig, adj., mhd. kugeleht, Anfang des 15. Jh. kuglig(Diefenb. gl. 265 b). kugeln, v.: eine Kagel werfen (1482 im Voc. theut. r 7 b), eine Kugel machen (ebd. r 6 b), wie eine Kugel rollen(Fischart Garg. 147); davon Kugelung, f.: Ballung (1541 bei Frisius 393 b), Abstimmung mit Kugeln, Ballotage, 1797 bei Heynatz als ziem- lich neu erwähnt. ZUS. Kugelblitz, m.: besondre Form des Blitzes. kugelfest, adj.: fest wider die abgeschoßne Kugel, 1716 bei Ludwig(1648 bei Chemnitz 1, 213² fes). kugelrund, adj., 1691 bei Stieler.

2 Kugel, f.: Kapuze, s. Kogel u. Gugelhopf.

Kuh, f.(Pl. Kühe): weibliches Rind, so- bald es einmal trächtig geworden. Bei Luther Kue(Pl. Küe), mhd. kuo(Pl. Küeje, Kiüeroe), ahd. chzo, chö(Pl. chuoe, chuoge, cuawwi, chöi), noch im 15. Jh. kuou, kuaore(Diefenbach gl. 604), md. käü(Pl. Kürce); dazu and. (Pl.«), mnd.,(Pl. kôie, Kõge), ndl. koe, afries., ags.(Pl. c†), engl. cot, anord. Kyr f., schwed.-dän. ko. Urverwandt mit aind.-aw. gdu⁵ m. Ochs,, f.«Kuhy, abg.

govédo n.«Rindvieh», lett. guowos, arm. Kov

«Kuh), gr. Boëc m. f.«Rindy(Stamm ßof-), lat. bos m. f.(Gen. bovis)«Rind», air. b Kuh». 4BL. Küher, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kuhhirt. Schweizerisch. Im 18. Jh. Z08. Kuhfuß, m.: eiserne Brechstange mit klauen- förmig gespaltnem Ende(bei Ludwig 1716 Kühefuß); wie Kuhbein scherzhafte Bezeich- nung des Gewehrs(1792 bei Ditfurth hist. Volksl. von 1756 1871 S. 85). Kuhhandel, m., seit den 90 er Jahren des 19. Jh. Hohnwort für politische Abmachungen. Vgl. Ladendorf. Kuhhaut, f. RA. Das geht auf keine K. «das läßt sich gar nicht alles sageny. 1808 ähnlich bei Campe das läßt sich auf keine K. schreihen, also K.= Pergament. Kuh- horn, n.: Blashorn der Hirten oder Wächter, 1545 bei Uhland Volksl. 639 kühorn, ältermd. kähorn, mnd. köhorn. Kuhreigen, Kuh- reihen, m.: Melodie der Schweizer Hirten beim Beziehen der Berge mit der Herde im Fräühling, eig. die sich lang hinziehende Kette der Senner und der Rinder(im 18. Jh. bei Stolberg, Claudius, aber schweiz. bei Stalder Kühreihen m.). Kuhschluck, m., studen- tisch für«tüchtiger Schluck». Kuhstall, m., mhd. Kuostal.

kühl, adj.: mehr kalt als warm. Mhd. kilele, Küel, ahd. chuoli, md. Käle; dazu mnd. kõl, ndl. koel, ags. cõôl, engl. cool. Desselben Stammes wie kalt(s. d.). 4BL. Kühle, f., mhd. Küele, ahd. chaoli, md. kãle f.; dazu ags. céle, xle f.«Frosty. Daneben Kühlde, f., bei Luther Spr. Sal. 25, 13 külde, ältermd. kaälde(Herbort 7890), andfrk. cuolitha f.«Kühles, nd. kœlde, kœlte, im Seewesen cfrischer Segel- wind», verhochdeutscht Kühlte f.(1793 bei Röding); verschieden von nd. Kälde, külle(mit kurzem Vokal), mnd. und md. im 15. Jh. laslde f.«Kältey, die sich zu glbd. ags. cyld, anord. kuldi m. stellen. kühlen, v.: kühl werden oder sein(mhd. kiüelen und kuolen, ahd. chaolén, chuolõn, asächs. cölon, ndl. koelen, ags. cölian