1163 Kuchen
Kuddelmuddel 1164
schlechtes Latein, Mönchslatein, 1523 bei Luther Kuchenlatin. Küchenmeister, m.: Oberkoch, Küchenvorstand, mhd. küchen-, kuchenmeister. Küchenschelle, f.: die Pflanze anemone pulsatilla, 1538 bei Rößlin Kuchenschell, Kuschellen, 1546 im Dios- corides 72 b Küchenschell; der auf Küche oder Kuh umgedeutete erste Bestandteil liegt in andrer Gestalt vor in den gleichbed. Namen schweiz. Guggelblume Guggäche f.(auf den Kuckuck als Frühlingsboten anspielend), nieder- österr. Arst-(d. h. Erst-) oder Zarschtguchen f. und Gugersschecker!(Höfer Dialektnamen S. 10 u. 21), und entspricht dem franz. coque- lourde f.«Küchenschelles(schon 1567 bei Junius 133 b, vgl. 1546 bei Bock 156° ein frembd kraut, das die Weiber Kuchen- oder Kuschellen deüten, darum das seine blumen den schellen oder Cymbalen gleich sind,... zu Welsch Cocles).
Kuchen, m.(-, Pl. wie Sg.): feinres Gebäck aus Mehlteig. Bei Luther Kuche und Kuchen(Werke 6, 48 5 J.), mhd. kuoche, ahd. Kkuocho m.; dazu mnd. koke, ndl. koekr und im Ablaut ags. cecil, cicel m., engl.(seit 13. Jh.) cake, anord.-schwed. kaka f., dän. kage, auch ndl. kael, kaalje. Dieses Ab- lautsverhältnis deutet auf einheimischen Ur- sprung(man hat in K. ein Wort der Ammen- sprache*köxo gesehen, oder man stellt es zu 2 Kufe(s. d.), das wohl«Krummholzo be- deutet hat. Das Gebäck wäre nach der Form des Gefäßes, in dem es gebacken wurde, be- nannt); andrerseits legen die auf lat. coquere, cocere ckochen, backem zurückgehenden roma- nischen Wörter(picard. cougue, in der Langue- doc coco, churwelsch cocca, catalanisch coca «Kuchens, ital. cucca«Naschwerk», eig. Ge- backnes?) die Vermutung nahe, daß, wie bei Koch, kochen, Küche(s. d.), auch bei Kuchen Entlehnung aus der römischen Kultur vor- liegt, wobei aber cake n. unerklärt bleibt. Von diesem cucca, coca usw. kommt durch Ab- leitung ital. Guccagna, franz. Cocagne, afranz. Coquaigne f.«Schlaraffenland, weil dort die Häuser mit Kuchen gedeckt sind. 4 B L. Küchlein, n., obd. Küchel, m. n.: kleiner Kuchen, mhd. Kuochlin, chüchel n.; davon kücheln, v.: Hüchel backen, im 16. Jahrh. küchlen, und Küchler, m.: Küchel-, Kuchen- bäcker, im 16. Jh. kucheler, kuechler(Diefen- bach gl. 589°, nov. gl. 282 4), süddeutsch. ZUS. Kuchenbäcker, m., im 15. Jh. kuchenbecker (Diefenbach gl. 2483).
Küchlein, n.(-s, Pl. wie Sg.): Junges der Hühnerbrut. Bei Luther Matth. 23, 37 Küchlin, 1605 bei Hulsius Kücklein, im 15. Jh. kuchelin, Küchlein, md. 1340 kuchil n.(Fund- gruben 1, 380 b), bei Waldis Esop. 4, 53, 13 Keuchel, mit Diminutivendung von md. kuchin (Junges der Tauben), kuchen(jung. Hühnchen), mnd. Kiülcen, kulen n.; dazu mndl. cukcen, nndl. kuien, Kieken, 1477 clevisch cuycken, ags. cycen n., engl. chicken, anord. Kjuülclingr m., schwed. wyckling, dun. Kylling, noch urspr. nd. im 15. Jh. kulce(Diefenbach gl. 393 b), ags. coce«Küch- lein⸗, engl. nesteock«Nestküchlein». Zugrunde liegt eine wie franz. cog m. lautmalende ger- manische Benennung des Hahns, ags. cocc m., engl. cock, anord. Kober m., wonach also Küch- lein, eig.«Junges vom Hahn». Vgl. Goœkel.
kucken, s. gucken,
Kücken, Küken, n.(-S, Pl. wie Sg.): Junges vom Huhn. Nordd. für Küchlein.
Kuckuck, m.(-els, Pl.-e): der nach seinem Ruf benannte Waldvogel lat. cuculus; seit dem 16. Jh. auch verhüllender Name des Teufels(zum K., des K.s sein, hol dhn der K.). In eig. Bed. bei Luther Kuckuc, mhd. kulculk, gugguc m.(meist jedoch gouch, ahd. gouh, Wouch, s. Gauch); dazu mnd. kukuk, 1477 elevisch cuyckhcugck, ndl. kKoekoelc. Das Wort stimmt zwar nicht der Lautverschiebung gemäß, aber doch im Klange überein mit gleichbed. lat. cücilus, bei Horaz cücälus, gr. kökkut, laus.-wend. koxula, poln. Kolculica, russ. kukuska, kelt.-bret. kulcu, pers. Koäã⁸, aind. kökilas und ist lautnachahmend. Des Kuckuchs Küster in Norddeutschland Name des Wiedehopfs, weil er im Prühling mit, dem Kuckuche kommt und im Herbst mit ihm wieder weggeht, 1645 bei Colerus Calend. 57 des Guchguchs Küster, nd. kalcukes- oster. 2ZUS. Kuckucksblume, f.: die Pechnelke, lyehnis flos cuculi, auch Kuckuchesnellce, Kuclcucksspeichel, benannt nach dem weißen Schaum auf den Stengeln, der für Speichel des Kuckauchs gehalten wurde. Im 16. Jh. bei Chyträus Cap. 115 der Pl. kuckushlomen, 1546 bei Bock 152 b Gauchblum. Kuckucks- uhr, f.: hölzerne Wanduhr mit einem die Stundenzahl abrufenden Kuckuck, 1730 im Schwarzwald erfunden(Schedel Warenlex. 376).
Kuddelmuddel, m.(-à): Mischmasch. Der erste Teil wohl zu kudeln«sudeln», nd. koddeln«sudelwäsche halten», schles. Kudeln, kotteln«wirren, zausen», der zweite vielleicht zu Moder, nd. Modder. Erst im 19. Jh.


