Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1161-1162
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1161 Krümper

Küche 1162

engl. crumple«Runzel, fehlerhafte Falten. Gleichen Stammes wie krimpen, Krampe, Krampf(s. d.). krumpeln, krümpeln, v.: faltig machen, zerknittern, bei Wagner Kinds- mörderin 12(10) verkrumpeln, engl. crumple «runzelig werden, zerknittern». krumpe- licht, krumpelig, adj., 1741 bei Frisch Krumplig, engl. erumple; crunzelig».

Krümper, m.(‧s, Pl. wie Sg.): ausgebildeter Ersatzreservist im preußischen Heere 1808 12. Anfangs eine volkstümlich wohl spöttische Bezeichnung. Schon 1478 bayr. Krümper m. Krüppel»(Liliencron 2, 145 b). schles. Kremper m.«alter wackliger Kerl⸗, zu mhd. Krump, krümpel, krumpeleht-krummꝰ, obd. im 15. Jh. krümpel«Krüppel»(Diefenbach nov. gl. 111). 2ZUS. Krümperpferd, n.: Reservepferd, das eine berittne Truppe über ihren Etat hält.

Krünitz, s. Krinitz.

krunken, v.: stöhnen, ächzen. Bei Luther 7, 2242, im östl. Mittel- u. Niederdeutschland; engl. cronkc«krächzen». Davon krunksen, v.: Achzen, 1680 bei Riemer polit. Colica 154.

Krupp, m.(-*s): häutige Bräune, s. Krupp- husten.

Kruppe, f.(Pl.-n): Hinterkreuz, Rücken- erhöhung von den Nieren bis zum Schweife des Pferdes usw. 1678 bei Krämer Kruppe, 1664 bei Duez Krüppe f. Aus gleichbed. franz. croupe, ital. groppa f.(s. unter Kropf).

Krüppel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Glieder- gebrechlicher; Verstümmelter; Verwachsner. Bei Luther Krüpel und Kropel, mhd. krüpel, krüppel, md. Krupel, kruppel, kropil, xropel m., dazu mndl. cruepel, cropel, crepel, nndl. Kreupel, krepel, afries. Kreppel, ags. ergpel, crEppel, mengl. crepel, engl. cripple, anord. Krppill, krupplingr, neben schwed. krympling, aschwed. krymplinger m. Derselbe Stamm erscheint in schwäb. Kropf, kruft, schweiz. grupf, gruüpf, grupft und ehruft, bayr. rapf, kropf m.«kleine schwächliche oder verwachsne Person⸗, älter- nhd. krüpfen«krümmen, biegen»(vgl. Kropf und kröpfen), ferner mit Nasal in mhd. Krunp krumm(s. d.), obd. im 15. Jh. Krümpel Krüppel(s. Krümper). Urverwandt mit gr. põnòc gekrümmts. 4BL. krüppelig, adj., 1741 bei Frisch krüpplig, 1734 bei Stein- bach krüplicht, bei Lessing 7, 19 Krieplicht. krüppelhaft, adj., 1774 bei Klopstock Ge- lehrtenrepublik 106.

Krupphusten, m.: die häutige Bräune. Entlehnt aus gleichbed. franz. croup m., das

1765 durch den Edinburger Arzt Francis

Home in seinem Traité du croup verbreitet wurde, der das Wort dem volkstümlichen schottischen croup Bräune, Häutchen» ent- nahm, vgl. engl. croup«krächzen».

Kruste, f.(Pl.-n): harte trockne Rinde worüber. 1462 kruste, ahd. Krusta, mrhein. im 13. Jh. croste f.(gl. Jun. 285), aus lat. erusta f. charte Rinde oder Schale eines Körpers». 43L. krustig, adj., 1691 bei Stieler krusticht. ZUS. Krustentier, n.: Schalentier, bes. Krebs. Im 19. Jh.

Kruzifix, n.(es, Pl.-e): das Bild Christi am Kreuze. Mhd. crdzifig n., aus mlat. cru- ciftcum n., eig. ans Kreuz Geheftetes».

Kryställ, in sterreich und Bayern noch neben Kristall(s. d.).

Kubbe, f.: Möwe. Nordfries. kub, helgol. kobb, engl. cob. Zu gr. Tον, Turc m. Geiers?

Kubébe, f.(Pl.-n): pfefferähnliche in- dische Gewürzbeerenfrucht, mhd. im 13. Jh. kubẽébe f., elevisch 1477 cobebe, aus ital. cubebe m., von gleichbed. arab. Kabãbat.

Kübel, m.(-s, Pl. wie Sg.): hölzernes Gefäß, das gewöhnlich oben weiter als unten ist. Mhd. Kühel, md. kubel, auch kubbel, kübhel m., ahd. nur im Dim. chubili n., aus mlat. cupellus m., dem Dim. von lat. cãpa f.«Kufe? (s. d. und Kopf). Aus dem Germanischen ent- lehnt abg. Küblä m.«Gefäß als Getreidemaße, lit. kuúbilas m.«Kübels. 4BL. Kübler, m. (, Pl. wieSg.): Böttcher. In Südwestdeutsch- land. 1561 bei Maaler Kübler, mhd. Kiübeler m.

Kubik- in Kubilmeter, Kubilwurzel usw., entlehnt aus franz. cubique adj.«viereckig wie ein Würfel», lat. cubicaus, gr. kußixòc, von lat. cubus, gr. xößoc m.«Würfel». 1712 bei Hübner Cubic-Zahl, Cubic- Wurtzel. kubisch, adj., 1558 bei Rivius Büxenmeisterey 3, 1, 41² cubisch«würfflicht gevierdty.

Küche, f.(Pl.-n): zum Kochen bestimmter Teil des Hauses. Mhd. küchen, kuchen, auch kuchin, kuch?, küche, kuche, ahd. cuchina, chuhhina f., dazu and. Koke, mnd. kolene, koſce, nund. kõke, Kõöken, ndl. eulcen, 1599 bei Kilian kokene, keukene, ags. ccene, eicen f., engl. kitchen, überkommen aus glbd. volksmäßig- lat. cogusna f.(statt culina), dem Fem. des lat. Adj. cogusnus«zum Kochen gehörig», von lat. coquere«kochen»(s. d.). ZUS. Küchen- garten, m.: Gemüsegarten. 1678 bei Krämer. Küchenjunge, m.: Küchenknecht, 1455 in der kursächs. Hofküche, dafür mhd. Küchen- knabe, kKüchenleneht, um 1480 im Voc. inc. teut. n 8a kuchenbube. Küchenlatéin, n::