Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1159-1160
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1159 Krug

und Versenden von Flüssigkeiten. Mhd. Kruoc (Gen. Kruoges, Pl. krüege), md. rug(Pl. rage), ahd. Kruog, kruag(Pl. kruaga und vruagi); dazu elevisch 1477 croych, croeghe, ndrhein. im 15. Jh. Kröch(Diefenbach gl. 630 ²), ags. croc, erog m. Vgl. Krulce.

2 Krug, m.(els, Pl. Krüge): Bierschenke, Dorfwirtshaus, in dem die Gemeindeversamm- lungen stattzufinden pflegen. Norddeutsch, nur hier und da nach Mitteldeutschland vor- gerückt. Aus nd. krög, kröch m., latinisiert 1260 crogo; im 16. Jh. ndl. Kroegh m. Bier- und Weinwirtshaus». Gegen die Annahme, die Benennung stamme daher, daß ehedem ein wirklicher oder geschnitzter Krug als Zeichen des Bierschanks ausgehangen war (vgl. Frisch 1, 551 b), bleibt das starke Be- denken, daß man in Norddeutschland das Ge- fäß nicht Krug, sondern Krulce(s. d.) nennt, doch liegt die Möglichkeit nahe, daß das Wort vom Niederrhein ausgegangen ist(vgl. Krug). 4B2L. Krüger, m.(-s, Pl. wie Sg.): Wirt oder Pächter eines Kruges. Nd. Kröger, mnd. kroger, kruger, 1316 als Zuname Krüeger, 1358 in einer obersächsischen Urkunde crüger (Germania 20, 47), ndl. im 16. Jh. Kroeger.

Kruke, f.(Pl.-n): großer Krug; irdne Flasche. Im 18. Jh. aufgenommen aus nd. krüle, and. crülca f.; dazu ndl. Kruik, bei Kilian 1599 Krugcke, clevisch 1477 cruyke, md. und im 14. Jh. auch am Oberrhein kräche (daher schles. Krauche f.«Tonkrug), afries. grocha f., ags. cruce f. und crocca m., engl. oroch, anord. Krukka f. Desselben Stammes wie 1Krug(s. d.). Aus dem Germanischen entlehnt franz. cruche f.(afranz. auch crue, cruie)«Krugꝰ, kymr. craoc Eimerꝰ», crochan Topfy. Wahrscheinlich alte Entlehnung aus unbekannter Quelle. Vgl. gr. kpoccéc m. &Kruke?, abg. krugla f.«Becherꝰ, alb. karoke f. Krugy. Vgl. noch Kraase.

krüllen, v.: aus den(dürren) Schoten lösen, z. B. Erbsen, Bohnen usw. Nd., von waldeck. Krulle f.«Erbsenschotey. Wohl ver- wandt mit Krolle(s. d.).

Krume, f.(Pl.-n): weicher inwendiger Teil des Brotes; die obre weiche, lockre Erde des Ackers(1775 bei Adelung). In der 1. Bed. 1616 bei Henisch 516 Grumen, einmal mhd. krume(in tischlrume f.). Ins Hochdeutsche, wo Brosame das eigentliche Wort ist, auf- genommen aus md. im 14. Jh. Krume f.(LfdA. 9, 275), mnd. Krome, 1420 auch krume(Diefen- bach gl. 360 b), nnd. kröm, kKröme f., 1477

Krumpel 1160

clevisch croeme, im 13. Jh. mrhein. der Pl. crumene(gl. Jun. 308 Nyerup); dazu ndl. kruim f., bei Kilian Kkruyme, ags. cruma m., engl. crumb, crum, isl. krumr, kraumr, schwed. krm, inkeräm ædas Innre, Weiche von etwas, Eingeweide von Vögeln und Fischen, Krumem. Wohl verwandt mit lat. grãmus m.«Erdhaufe, Hügel», gr. Toöuéea«Gerümpel, Tischüber- restey. Vgl. Walde. 4BL. Krümchen, n., md. 1590 Krömichen, 1616 bei Henisch Kro- michen, 1620 Krümdgen(engl. Comedien Cc 5 b), nd. römken n. Krümel, f., 1740 bei Lessing 1, 330 Brodgrümel, 1691 bei Stieler Krumel, 1664 bei Duez Krümel und Krümmel f., um 1480 im Voc. inc. teut. n 7 b Kromel, nd. krõmel, ndl. Kruimel f., davon krümeln, v.: in Krü- meln(Krumen) zerreiben, 1505 in der Strabß- burger Gemma z 7 5 krumelen, 1495 in der Kölner Gemma W 3 b grumelen, 1414 grum- meln(Diefenb. gl. 537, auch 1551 bei Scheidt Grob. 3300 zergrümeln), nd. krömeln, ndl. kruimelen, und das Adj. krüm(e)lig, 1691 bei Stieler Krümelicht adv.

krumm, adj.(Komp. Krümmer, Superl. Kwrümmst, auch Krummer, krummst): von einer und derselben Richtung abweichend. Alternhd. krumb, krum, mhd. rump(Gen. Krumbes), aber auch schon krumm, Krum, spätmhd. vereinzelt Krumpf, ahd. chrump, crumb, einmal chrumph

«gebogen, gewunden, verdrehty; dazu and.

krumb, 1477 clevisch crum, crom, ags. u. afries. crumb, engl. crunp. Dazu ablautend ahd. chranph«gekrümmt» u. md. Krimp c«krummꝰ, vgl. Kranpf. 4BL. Krümme, f., mhd. krumbe, rümbe, rumme, Krümme, ahd. Xrumbz, chrumpi; dazu and. Krumbi f. krümmen, v.: Krumm machen, mhd. Krümben, Krümmen, ahd. chrumben, and. crumben, dagegen mhd. Krumben«krumm sein oder werdeny; davon Krümmung, f., 1482 im Voc. theut. r 5 b krumung, ags. crymbing f. Krummheit, f., 1482 im Voc. theut. r 5 b Krumheit f. Krümm- ling, m.: gekrümmt gewachsnes Holz zu

Mühlradfelgen(Möser patr. Phant. 3, 249), 1419 im Frankfurter Baumeisterb. 36 b Mrume-

ling, später im 15. Jahrh. Krumling. 08. Krummholz, n.: krummes Holz, bes. beim Fleischer, um geschlachtetes Viehaufzuhängen. Bei Goethe 50, 9; die Krummholzkiefer. Daher Krummholzöl, n. Bei Gellert. Krumm- stab, m.: Bischofsstab, 1697 bei Besold The- saurus 1, 480, dafür mhd. Krumber Stap. Krumpel, m.(Pl.-n): knitterige Falte. Im westlichen Mitteldeutschland. Auch Krümpel,