1157 Kronfleisch
Krug 115⁵58
lein, n., 1437 md. Kronechin(Auz. 18, 44), mhd. Krœnlin n. krönen, v., mh. krœnen, vom Subst. Kröne gebildet, während ahd. corõ- non, chrõnon, aus lat corõnäãre«bekränzen, umkränzen» entlehnt ist; dazu Krönung, f., mhd. Krœnunge, Krönunge f. ZUS. Kron- leuchter, m., 1775 bei Adelung, dafür mhd. und mnd. kröne f. Kronprinz, m., 1716 bei Ludwig. Kronſen)taler, m.: Taler mit einer Krone. Im 18. Jh. Kronzeuge, m.: jetzt soviel als Hauptzeuge, eig. aber ein Verbrecher, den die Krone(der Staatsanwalt) als Zeugen benutzt. Aus England im 19. Jh. überkommen.
Kronfleisch, n.: Zwerchfell beim Rind- vieh, Fleisch davon. Bayrisch-österreichisch. Nicht zu Krone gehörig.
Kronsbeere, f.: Preißelbeere. Nordd. 1691 bei Stieler. Von nd. xrön m.«Kranichy. Die ühnliche Moosbeere heißt nach dem Kra- nich, der sie gern frißt, auch Kranich-, Kran- beere, im 15. Jh. chranichper, engl. cranberrg.
Krop, n.(*s): geringes Volk, Pack(bei Friedrich d. Gr. Oeuvres 27, 147 Teufelskcrop, bei Tieck in Musäus Straußfedern 4, 4 Bürger- xrooy n.). Aufgenommen aus nd. Krip, Kröp n., womit verächtlich zunächst kleine Kinder und unansehnliche Menschen bezeichnet werden, eig.«Vieh einer Bauernhofstätte», besonders das kleine, das Federvieh, kurzbeiniges Feder- vieh», mnd. krüp, Kröp n.«Vieh», bes.«Rind- vieh», auch«kleines kriechendes Tier», vom starkflekt. nd. rupen(Prät. Krõp, Part. Krapen), mnd. Krupen, asächs. criopan, mndl. crupen, nndl. Kruipen, ags. créopan, afries. Kriopa«krie- cheny». ZUS. Kroppzeug, n.: Pack, Ge- sindel, zur Zeit des siebenjähr. Krieges im preuß. Heere aufgenommen aus nd. Kröõptäg, krüptäg n., das ebenfalls zunächst als ver- ächtliche Bezeichnung kleiner Kinder, unan- sehnlicher Menschen gebraucht wird. 1781 bei Kindleben Krobzeug; mit falscher Be- ziehung auf grob auch Grobzeug geschrieben. Khnliche Zusammensetz. sind nd. krüphoön n. «ᷣewergliuhny, Krüpbone f. Buschbohne».
Kröpel, m.: Niederdeutsch für Krüppel (§. d.). ZUS. Kröpelstuhl, m.: niedriger Armsessel, 1775 bei Adelung, aus dem Nd.
Kropf, m.(-els, Pl. Kröpfe): häutiger Halssack körnerfressender Vögel, ähnliche Halsdrüsengeschwulst. Mhd. ropf, ahd. chroph, chropf m.; dazu clevisch 1477 crop, nd. und ndl. Krop, ags. crop, cropp m.«Kropf»(auch Kuppe, Wipfel, Traubenbüschel, Khre), engl.
erop«Spitze, Kornähre, Erntey, anord. Kroppr m. caufgeschnittnes Schlachtvieh, Körpery, krof m. aufgeschnittner Körper, Körpery, auch mnd. krop m.«Rumpf. Auf urspr. Bed.«geballte runde Masse, hervorstehende Rundung» weisen die roman. Lehnwörter: ital. groppo m. Klumpen, Knoten, Haufeny, groppa f.«Hinterkreuz des Pferdes», franz. groupe m.«Klumpen, Gruppey, croupe f. &Kreuz des Pferdes. Bergkuppe, Gipfel»; doch ist es zweifelhaft, ob alle diese Wörter zu- sammengehören. Vgl. Zupitza 77,82, Schroeder Btr. 29, 493. 531. Vielleicht urverwandt mit gr. rounòc«gekrümmt⸗. 4BL. kröpfen, v.: den Kropf füllen(mhd. xriꝶpfen); krumm biegen, bei Handwerkern(älternhd. Kripfen, noch bayr. sich Krüpfen«sich krümmen», vgl. Krüppel). kröpfig, kropflg, adj., mhd. xropfoht, ropfot, md. Kropfecht, dagegen 1537 bei Dasypodius kropffig, 1541 bei Frisius 817 ²2 kröpfig.
Kroppzeug, s. Krop.
Kroquet, s. Kroket. Kroquis, s. Kroki.
Kröte, f.(Pl.-n): dem Frosch ähnliches Tier mit Wärzchen. Bei Luther Kröte, mhd. krote, Krotte, krot(noch obd. Krot f.), auch krõte, alem. Krate, md. Krade und Krede, Krete, clevisch 1477 crade, ahd. chrota und chreta f. Vielleicht stammverwandt mit gr. Särpoxoc, ion. Bpôroxoc, Bdepokoc m.«Froschy. Als Schelte für einen kleinen bösartigen(giftigen) Men- schen schon mhd. krot f. ZUS. Kröten- balsam, m.: die Bachminze, lat. mentha aquatica, rheinisch(1794 bei Nemnich 2, 550); der bitter-aromatische Saft der Pflanze gilt als heilsam sowohl gegen Bienen- und Wespen- stich als gegen das(vermeinte) Gift der Kröte.
Krücke, f.(Pl.-n): Stab mit Querholz zum Stützen usw. Mhd. krücke, Kruche, ahd. chruckia, rucka f.; dazu and. Xrucka f.«Krücke, Krummstaby, mnd. krucke, Krocke(auch Werk- zeug zum Zusammenscharren oder Umwenden), ndl. Kruk, bei Kilian kruche, ags. cricc, eryce f., engl. crutch«Krückey, wohl verwandt mit anord. Krölcr m. Biegung, Bucht, Ecke, Haken», schwed. Krok, dän. krog und mit Ablaut ahd. Kräko m. chakenförmiges Werk- zeug». Entlehnung aus lat. crüc(em) Kreuz» wäre nur unter sehr verwickelten Voraus- setzungen möglich. In das Romanische ent- lehnt ital. croccia f. Krücke», crocco m.«xHakenꝰ, franz. crosse f.(afranz. croce)«Krummstab», croc m. Hakeny.
1Krug, m.(-Le]ls, Pl. Krüge): steinernes, irdenes, hölzernes Gefüß zum Aufbewahren
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