Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1155-1156
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1155 kritteln

Krone 1156

xprrux(réxyvn) f.«Beurteilungskunst». Kri- Fab. 3, 3). Mhd. kokodrille, Kocatrille m.,

tiker, m.(-S, Pl. wie Sg.): Kunstrichter, im 17. u. 18. Jh. noch Criticus, aus dem gr.-lat. Adj. criticus, gr. orricòc«zum Beurteilen gehörig, zu xpivewv«entscheideny». Kritisch, adj.: entscheidend, bedenklich, gefährlich; kunst- richterlich. Im 17. Jh.(1664 bei Duez 1, 219 b critisch) gebildet nach dem gleichbed. franz. Adj. critigue, lat.-gr. criticus. RA. kritischer Tag, 1885 von Rudolf Falb gebraucht und seit- dem Schlagwort. Vgl. Ladendorf. Kritisie- ren, v.: beurteilen; musternd besprechen, musternd durchnehmen. 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 154 critisiren, aus älterfranz. critiser (1664 bei Duez dict. franç.-allemand).

kritteln, v.: sich verdrießlich kleinlich tadelnd äußern. Im 17. u. 18. Jh. noch grittelen (Stieler 1691), gritteln(Frisch 1741)«zanken, kleinlich tadeln», nd. Kriddeln eig.«zanken). An Kritiht usw. angelehnt. Davon Krittel, m.: das kleinliche Mäkeln, 1808 bei Goethe (Faust 1559). Kritteléi, f., in der 2. Hälfte des 18. Jh.(bei Herder, Lessing usw.), nd. Kriddelije f. Kritt(e)ler, m., 1727 bei Aler Gritteler«kleinlicher Tadlery, 1575 bei Fischart Garg. 253 Tagkritler, 1691 bei Stieler Gritteler änkery, nd. Kriddeler Länker». kritt(e)lig, adj., 1691 bei Stieler grittelicht und Kritlich, 1681 bei Elis. Charl. v. Orleans 2, 15 gritlich, 2, 5 Kritlich, 2, 279 gridlich, anders 1510 bei Keisersberg irrig Schaf G 2 grüdlig(Var. gräd- lecht)«grübelndy von grüdeln«grübeln, sto- chern(Keisersb. Eschengrüdel a 3b).

Kritz, m.: eingeritzter Strich, 1343 md. Kritz m. kritzeln, v.: kratzend fein schrei- ben, 1420 kritzeln«durchritzend streichen, um- ritzen»(Diefenbach gl. 94 b), Dim. von älternhd. kritzen, mhd. Kritzen, ahd. Krizön ceinritzen». Vielleicht mit Kreis verwandt, aber schwerlich zu Kratzen. kritzlich, adj., im 15. Jh. cricz- licht(Diefenbach nov. gl. 368 b), im 14. Jh. bei Megenberg 353, 32 kKritzlot.

kröchsen, kröchzen, s. krächzen.

Krocket, österreichisch Kroquet(spr. Kröket) n.(-s): Kugelspiel. Aus gleichbed. engl. croquet um 1864 übernommen.

Kroki, n.(s, Pl. s), österreichisch Kro- quis: Skizze, Aufnahme einer Gegend nach dem Augenmaß. 1813 bei Campe. Aus gleich- bed. franz. croquis m. 43L. krokieren, v.: eine Skizze entwerfen.

Krokodil, n.((els, Pl.-e); die größte Art der Rieseneidechsen. Alternhd. Mask.(wie noch bei Herder zerstr. Bl. 4, 103, Lichtwer

aus mlat. cocodrillus, gr.-lat. crocodilus, gr. xpoxödoc m.(vgl. Idg. Forsch. 15, 1ff.). Im Ahd. übersetzt durch nihhus n. ͥder Nix» (§. d.). ZUS. Krokodilsträne, f.(gew. im Pl.): heuchlerische Träne, 1628 bei Münster Cosmogr. S. 1726 Crocodil-Trähnen, 1574 bei Horscht Geheimnisse der Natur 4, 0 62 Cro- codilszeeren, nach dem Glauben, daß das Kro- kodil die Stimme eines weinenden Kindes nach- ahme, um Menschen anzulocken(vgl. Fischart Flöh. 163 K.).

Krokus, m.(Gen. wie Sg., Pl. se): die Safranpflanze. 1628 bei Opitz 1, 265 Crocus. Aus gleichbed. crocus, gr. xpoxoc m., woher schon ahd. cruogo, m.«Safrany, anord. Krog n.

Krolle, f.(Pl.-n): Haarlocke. Im west- lichen Mittel- u. Norddeutschland. Md. Krolle f. und Dim. crallil n., spätmhd. Krülle f., 1477 clevisch crolle und crulle, nd. Krulle, nndl. krul f.; aber md. auch Krol, Krul m.«das ganze Lockenhaary. Zum Adj. spätmhd. Krol, mndl.- mengl. crul«kraus, lockigy. Vielleicht aus rcrudla u. mit kraus verwandt. 4 BL. krollen, v.:(Haar) ringeln, in der Kölner Gemma von 1495 ghecrult«gekräuselty, von 1507 gecrolt, nd. und ndl. Krullen«kräuseln, mhd. Krüllen (auch an den Haaren reißen). krollicht, krollig, adj.: lockig, gekräuselt, 1742 bei Lindenborn Diogenes 2, 454 Krollicht, ndl. krullig. ZUS. Krollhecht, m.:(beim Auf- tragen) ringförmig biegbarer oder gebogner kleinrer Hecht, 1775 bei Adelung aus nd. krullheked. Krolltabak, m.: Kraustabak, geschnittner krauser Rauchtabak, bei Hölty 136 H. Krolltoback, nndl. Kraltabak.

Krone, f.(Pl.-h): Kranz ums Haupt; Hauptschmuck als Zeichen des Herrschers; Baumgipfel mit seinen umgebenden Asten (Goethe 8, 281, Schiller Spazierg. 20); Kopf (in den RA. etzwas in der K. haben, es ist ihm etæbas in die K. gefahren); Kronleuchter(schon mhd. und mnd.); Goldmünze mit eingeprägter Krone(zu Anfang des 16. Jh. bei Keisersberg und Gengenbach, seit 1873 im Werte von 10 M.); in Osterreich seit 1892 Silbermünze im Werte von 85 Pfg., abgekürzt K. In den zwei ersten Bed. mhd. kröne, ältermhd. corône, ahd. coröna f.; dazu mud.-mndl. cröne, crüne, mittelengl. corãne, croune, engl. eroꝛon, anord. kõrõna, Kõrön, krüna f., schwed. Kruna, dän. Krone. Entlehnt aus gr.-lat. corona, gr. opvn f.«Kranz, Schmuck des Hauptes», urspr. ring- förmig Gebognes. 4BL. Krönchen, Krön-