1153 Krimstecher
Kritik 1154
Krimstecher, m.(-v, Pl. wie Sg.): kleines Doppeltaschenfernrohr. Im Krimkrieg be- nutzt und daher benannt.
Kringel, Krengel, m.(-, Pl. wie Sg.): Kreis, Kreisgewinde; einen großen Ring bil- dendes plattes Gebäck, besonders zu Festlich- keiten. 1462 md. cringel(Mone Anz. 7, 299, 118), mnd. Kringel m.«Brezel, von md. und nd. kring m.«Kreis»(s. Kringen). Krengel ist nur mundartlich. Daher die Schreibung Kringel vorzuziehen. Dazu anord. wringla f., schwed. ringla, dun. Kringle«Kreisring, Zirkeb.
Kringen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kreis; Ring- artiges, z. B. gepolsterter Tragring(d. j. Goethe 3, 239, Briefe 4, 54). An der Lahn, auf dem Westerwalde usw. Im 15. Jh. schwachbiegend kringe m. neben starkflekt. Krinc m.(Gen. ringes)«Kreis u. md. Kranc m.(Gen. ranges) «Kreis, Umkreis»; dazu mnd. Wrink, Kring, undl. Kring, anord. Kringr m.(s. Kringel). Dazu lit. gregss ͥdrehe, wende», apreuß. granstis«Bohrery, air. do grés«beständig» eig. im Kreisy.
Krinitz, mn.(¹es, Pl.-e): der Kreuzschnabel,
loxia curvirostra; auch Ginster. Im östlichen Mitteldeutschland. Im 18. Jh. bei Ludwig, Kirsch und Steinbach Krinitz, 1763 bei Heppe Jäger Crinitz, Grinitz, 1664 bei Duez Grienitz, Grünitz, angelehnt an grün, bei Adelung auch Krünitz, im 15. Jh. crinis(Germania 6, 99), schlesisch im 14. Jh. grinis. Lehnwort aus dem Slawischen, oberlaus.-wendisch skrjenc Kreuzschnabel», vgl. auch poln. Kræywonos «Krinitzy, eig.«Krummnasey. Die amtliche Schreibung ist Grünitz.
Krinolfne, f.(Pl.-/): Frauenunterrock mit Stahlreifen. Aus franz. crinoline f., auf- gekommen in den 50 er Jahren des 19. Jh., eig. cein Zeugstoff von Garn und Pferdehaar», von lat. crinis m.«Haar und linum n. Flachs, Lein». Die französischen Damen trugen schon im 16. Jh. Reifröcke nach spanischer Mode (vertugalles od. vertugadlins« Tugendwardeines).
Krippe, f.(Pl.-n): erhöhter Futtertrog für Pferde, Rindvieh usw.; Flechtzaun an Ufern(sbätmhd. im 15. Jh. krippe, kreppe, kruppe, Wroppe f.); Kleinkinderbewahranstalt (in neurer Zeit, nach der Krippe Christi, diese Bedeutung zuerst in Frankreich entwickelt. In der 1. Bed. mhd. Krippe, alemannisch Kripfe (Schweiz. jetzt Krüpfli), ahd. crippa, im 8. Jh. cripia(Zfd A. 3, 462), bei Tatian 5, 13 crippea u. bei alemannischen Schriftstellern Krippha f.; dazu asächs. cribbia, cribba, afries. kribbe, nndl.
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
kribbe, xrib. Auch mit ablautendem à in der Stammsilbe: älternhd. Krupf(Franck Weltb. 174*), 1469 mrhein. Kruppe im Voc. ex quo, nd. Kruübbe, mnd. krubbe, nndl. Krub, ags. erg;&h f., schwed. Krubba, dän. Erybbe. Urspr. wohl aus Holz geflochten, da K. zu mhd. Krebe m. f. «Korby gehört(s. Korb). Aus dem Germanisch. entlehnt ital. greppia, prov. crepia, crepcha und crupia, franz. créeche f.«Krippey(daher engl. cratch neben crip). Der got. Ausdruck war uzota m.(eig.«woraus gefressen wird»). 4BL. krippen, v.: ein Ufer, eine Deichstelle durch einen Flechtzaun festigen. 1741 bei Frisch. ZUS. Krippenbeißer, m.: Pferd, das beim Fressen und Atemholen die Vorderzühne auf die Krippe aufsetzt und bei jedem Schlucke grolzt(1691 bei Stieler); zänkischer Mensch, mürrischer Tadler(bei Aler 1727 Krippen- bisser). Krippenreiter, m.: armer Land- junker, der bei wohlhabenden Edelleuten gleichsam von Krippe zu Krippe reitet, im östlichen Mitteldeutschland seit dem 30 jähr. Kriege(bei Logau 3. Zugabe 47). Krippen- setzer, m., dasselbe wie Krippenbeißer.
Krips, s. Griebs.
Krise, f.(Pl.-/): Entscheidungspunkt in einer Sache. Im 18. Jh.(bei Goethe Br. 4, 11, Bürger), aus franz. crise f., von gr. xpicic f. Entscheidungy, zu xpivev«scheiden, ent- scheiden». 4B L. kriseln, v. In neurer Zeit.
Kriställ, m.(-Lels, Pl.-e): ein von ebnen regelmäßig liegenden Flächen begrenztes Mine- ral; wasserhelle glasartige Masse, Bergglas. Nhd. seit dem 17. Jh. auch Neutr.(Lessing 8,
156, jetzt stets in der Bed.«Glaswaren»), im
15. u. 16. Jh. auch Fem., mhd. Kristalle, Kristal m. f., ahd. im 11. Jh. christalla f., aus gr. Jat. erystallus, gr. kpucroloc m. f. Eis, Berg- kristall, durchsichtiger Edelstein», neben xpucraiverv«durch Kälte, Frost(kpoc n.) ge- rinnen macheny. 4L. kriställen, adj.: von Kristall, im 15. Jh. und mrhein. schon im 13. Jh. cristallen, mhd. Kristallin, aus gr. lat. crystallinus, gr. pvcräν voc. kristallinisch, kriställisch, adj.: Kristallgehalt habend, kristallhell, erstre Form im 18. Jh., letztre im 14. Jh. bei Megenberg kristallisch. kristalli- sieren, v.: in Kristall verwandeln, aus franz. eristalliser, dafür mhd. sich cristallen. ZUS. Kriställöl, n.: geläutertes Ol, wegen seiner Helle und Durchsichtigkeit, im 19. Jh. Kritik, f.(Pl.-en): Beurteilung; Beur- teilungskunst. Im 17. Jh. Critique, im 18. Critic, Critil, aus franz. critigue f., von gr. 73


