Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1151-1152
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115¹ Krieg

Krimskrams 1152

kriuchest, kriuchet, kriuch. Vgl. Krauchen. 4B2L. Kriecher, m.: Schleicher, 1691 bei Stieler. Kriecherei, f., im 18. Jh. Krieg, m.(-(e)s, Pl.-e): tätliche Feind- seligkeit; Kampf zwischen Staaten. Mhd. Kriec (Gen. krieges) m.«eifrige Anstrengung, Streben wogegen, Feindseligkeit, Widerstreit, Rechts- streit, fortgesetzter Kampf zwischen Parteien und Staaten», md. Kric, krig m.; dazu mnd. krich(Gen. krighes) m.«Zank, Zwist, Recht- haberei, Eigenwille, Waffenstreit(für letztres meist orloch), mndl. crijch, nndl. krijg m. Im Ahd. Krég«Hartnäckigkeit, Trotzy, einchrigi- licho adv.«eigenwilligs, mhd. einkriege adj. ceigensinnig, zünkisch; für«Krieg» sagte man ahd. ν m. n. und urliugi n.(vgl. Orlogschiff). Wohl urverwandt mit air. brig«Kraft, Macht», gr. Bpiopéc«stark, heftigy, gr. ö-Bpic t. eUber- muty. Vgl. Boisacc Dict. Dazu kriegen, v. Krieg führen, mhd. Kriegen, md. Krigen csich anstrengend streben, ringend streben, kämpfen, streiten, mit Worten streiten, Krieg führen, bekämpfen»; dazu mnd. krigen«streiten, einen Rechtsstreit führen, Krieg führen», im Grunde eins mit dem folgenden kriegen 6. d.); davon Krieger, m., mhd. Krieger m.«Kämpfer», Kriegerin, f.(bei Luther) und kriegerisch, adj., 1538 bei Frank Germaniae chron. 291 2, kriegisch bei Luther, mhd. Kriegisch«wider- setzlich, trotzig, streitsüchtigy. ZUS. Kriegs- fuß, m.: völlige Kriegsbereitschaft. 1808 bei Campe. Kriegsherr, m., nicht bei Adelung und Campe, aber schon mhd. Kriegesherre, Schlagwort seit 1851. Vgl. Ladendorf. Kriegs- knecht, m., bei Luther. Kriegskunst, f., 1561 bei Maaler. Kriegsmann, m., im 15. Jh. Kriegspfad, m., nach engl. warpath bes. in der RA. den K. betreten«den Krieg beginnen? aus der Sprache der Indianer Nordamerikas. In neurer Zeit. Vgl. Hirt Indogermanen 699. Kriegsschiff, n., 1507 bei Wilwolt v. Schaum- burg11. Kriegsschule, f. Im 18. Jh. Kriegs- spiel, n.: der Krieg selbst; Nachahmung des Krieges, jetzt im Heere sehr üblich. Im 18. Jh. kriegen, v.: strebend fassen; in die Ge- walt bekommen, erhalten. Mit schwacher Flexion wie das vorhergehende kriegen(s. d.); in md. Mundarten Kreien, kreigen. Aber urspr. starkbiegend md. rigen(Prät. Kreic, Part. ge- krigen), mnd. krigen(Prät. kréch, Part. ge- kregen)«erlangen, erwerbeny, mnd. rigen (Prät. krég, Part. Krégen), mndl. crijen(crẽch, gecreghen), nndl. Xrijgen(reeg, geleregen). Auch älternhd., z. B. bei Luther, Prät. kreig, Part.

kriegen, neben schwachflekt. Prät. Kriegte, Part. Kkrieget. Geht auf die urspr. Bedeutung von Krieg zurück.

Kriekente, f., die zwei kleinsten Arten der wilden Enten, anas crecca und anas quer- quedula. 1557 bei Heußlin 342 Krichentlin, Krigente, Kruckentle, nd. krikente, Krikant und Krikke, Kreke f., schwed.(westerbottnisch) krächa. Kriel- bedeutet im Nd.«klein», vgl. Kriek-, Krukälster(d. h.«kleine Elster, der Neuntötery Nemnich, 2, 323), mecklenb. Vricke- arften«niedrige Erbsenꝰ, mnd.(1383) kr'ickee f. ckleine Erbsey, krichelmore f.«kleine Rübe».

krieschen, v.: norddeutsch vulgär für kreischen(s. d.).

kriminäl, kriminéll, adj.: peinlich d. h. Leib und Leben angehend. 1711 bei Rädlein criminal, im 18. Jh. auch criminel, aus franz. : criminel, lat. crimindlis«ein Verbrechen be- treffend, von lat. crimen n. Verbrechen». Kriminal, n.(-S, Pl.-e): Zuchthaus. In sterreich. Kriminälrichter, m.: Richter des peinlichen Gerichts, 1711 bei Rädlein; Kriminalist, m.(-en, Pl.-en): Kenner oder Lehrer des Strafrechts, 1714 bei Wächtler.

krimmeln, v., md. Nebenform von kribbeln (s. d.), bes. in Krimmeln und wimmeln, bei Luther 3, 2392, Rückert W. 2, 216.

krimmen, v.: mit Krallen, kratzend, knei- pend fassen. Jetzt mit schwacher Biegung, aber mhd. starkflekt. Krimmen, grimmen(Prät. Kram, Pl. Krummen, Part. gexrummen), ahd. Krimman. Dazu ags. crimman zerbröckeln», mit schwa- cher Flexion anord. Kremja drücken, quet- schen». Dazu vielleicht lat. gremium n.«Schoß, Armvolly. Vgl. krammen und Bauchgrimmen. 4BL. Krimmer, Krümmer, m.(-s, Pl. wie Sg.): Habicht; Pflugart(beide ostmd.). Erst im 19. Jh., aber sicher älter.

Krimmer, m.(-é, Pl. wie Sg.): das zarte Fell ungeborner Lämmer(im Pelzhandel). Eig.«Lammfelle aus der Krimꝰ, wie Per- sianer«Felle aus Persien».

krimpen, v.: intr. Zusammenschrumpeln (1716 bei Ludwig); tr. einschrumpfen lassen, bes. Tuch durch Wasser(1755 bei Richey). Aus dem Nd. Urspr. mit starker Flexion mnd. Krimpen, clevisch 1477 crympen in beiden Bed.; dafür mhd. Krimpfen«sich krumm zu- sammenziehen»(s. Krampf).

Krimskrams, m.: Gerümpel, Geschwätz, nordd. Nebenform von Kribskrabs(s. d.), an- gelehnt an Krimmeln(s. d.) und Kram. 1795 bei Hupel.