Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1147-1148
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1147 Kremser

Kreuz 1148

handel im Kleinen, Trödelhandel»(16. Jh.), grempelmarkt m. Platz zum Feilhalten alter gebrauchter Sachen, Trödelmarkt»(Voc. von 1429 bei Schmeller, 1537 bei Dasypodius), grempelwerk n.«Trödelware?(1594 bei Frisch- lin Nom. c. 155). Krempeln, v.: Kleinhandel treiben, trödeln. 1669 bei Grimmelshausen Simpl. 317 Krämpeln, mhd. grempeln, grempen, vielleicht von ital. comprare(im Volksmund crompare)«kaufen⸗, das dem gleichbed. lat. comparãre entstammt. Krempler, m.: Tröd- ler, Höke. Mhd. im 13. Jh. grempler, gremper(um 1500 Kremper Straßb. Verordn. 256 Brucker), 1413 grempner, im 14. Jh. grempe, gremp (Straßb. Verordn. 249).

Kremser, m.(es, Pl. wie Sg.): leichter Omnibus, benannt nach dem Berliner Hof- agenten Kremser, der 1825 die ersten der- artigen Wagen in Berlin aufstellte.

Kren, m.(-s, Pl. unüblich): Meerrettich. In Bayern, Osterreich, Nordfranken, Schlesien. Mhd. krén, kréne m., im 15. Jh. auch krien (1482 im Voc. theut. r 45), schles. Krien(bei Günther 974 und Steinbach). Aus dem Slawi- schen, abg. russ. chrent, tschech. KFen.

Krengel, s. Kringel.

Kreole, m.(n, Pl.-/): von einem Weißen

mit einer Mestize erzeugter(bräunlicher) Ame- rikaner; aber auch in den Kolonien Geborner von rein europäischem Blut. 1728 bei Sperander Criole, nach franz. créole m. aus gleichbed. span. criollo m., von span. criar cerzeugen, ernähren», lat. credre«erschaffen?.

krepieren, v.: verrecken; bersten(von Granaten). 1617 im teutschen Michel crepiren, aus ital. crepare«bersten, verreckens, von lat. crepãre«krachen, platzen.

Krepp, m.(es, Pl.-e): Krausflor. Im 16. Jh. bei Kiechel 161 Crepp, 1650 bei Mosche- rosch Philander 1, 44 Kreppe(in den ältern Ausgaben Crespe), ndl. 1599 bei Kilian crespe, kerspe, aus gleichbed. franz. crépe m., früher crespe, von lat. crispus«kraus».

Kreppel, m.(-S, Pl.-n und wie Sg.): Krapfen, s. Kräpfel.

1Kresse, f.(Pl.-n): die bitterliche Salat- pflanze an und in süßen Wassern, auch ver- wandte Pflanzen ähnlichen Geschmacks. Mhd. kresse m. f., ahd. cresso m. und cressa f.(vgl. ZfdW. 2, 229); dazu andfrk. cressa f.(rhein. im 11. u. 12. Jh. crasse), mnd. kerse, karse f., nndl. kers, kors f., ags. cœrse, cerse f., engl. eress. Unerklärt. Aus dem Germanischen entlehnt franz. cresson, ital. crescione m.

Kresse, f.(Pl.-n): der Gründling, ey- prinus gobio. Das Fem. scheint in Mittel- deutschland aufgekommen, mhd. kresse m., ahd. and. cresso m.,(noch bayr. Kressen m.); dazu rhein. im 11. und 12. Jh. grasse, 1477 clevisch crasse. Vielleicht zu ahd. chresan ckriechen»; der Fisch, auch Kreßling, m. (s, Pl.-e) genannt(1429 kressling), hat näm- lich in seinem Bewegen auf dem Grunde des Wassers etwas Schleichendes, Kriechendes.

Krethi und Plethi: Hack und Mack, Gesindel, eig. Scharfrichter und Läufer(nach andren Erklärern Kreter und Philister), der hebräische Name dei Leibwache Davids (2. Sam. 8, 18 usw.)

Kretin(spr. kretę), m.(*s, Pl.-s): Stumpf- und Blödsinniger mit mißgestaltetem Körper, bes. in Alpentälern. Am Anfang des 19. Jh. (1801 bei Campe) aus franz. cretin m., und zwar aus Wallis(woher auch ital. cretino m.), von lat. christidnus Christ, Christenmensch, armer Mensch, der mit andern Menschen eben nur die Taufe gemeinsam hat. Vgl. Kreidling.

Kretscham, m.(-s, Pl.-e): Dorfschenke. In Posen, Schlesien, der Lausitz. Md. 1340 kreczum, im 14. Jh. Kretschem m., aus sorb. koréma, tschech. kroma, poln. Karczma f. «Schenkes. 48L. Kretschmer, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schenkwirt. Md. 1340 krecimer, 1421 creczemer, aus gleichbed. sorb. kordmar, tschech. kromär, poln. karcæmarz m. Im 15. bis 17. Jh. Kretzschmar auch die Dorfschenkey.

Kreuz, n.(-es, Pl.-e): Balken mit Quer- holz als Marter- und Todespfahl für Verbrecher, dann überhaupt eine solche Figur;(bildlich, biblischen Ursprungs nach Marc. 8, 34 usw.) bittres Leid, beschwerendes Übel(schon mhd. Mühsal, Not); Ordenskreuz(Anfang des 15. Jh., ausgehend von dem Abzeichen der Kreuzfahrer und der Ritterorden während der Kreuzzüge); das Rückgrat zwischen den Schultern(1664 bei Duez) oder am untern Ende(1682 bei Chr. Weise Opf. Isaacs 3, 11); in der Spielkarte das franz. trefle m.«Kleeblatty(daher Kreuzas, bube,-dame). Mhd. kriuze, Kr'iuce, Kriuz, ahd. krüzi n.(bei der Christianisierung im 8. und 9. Jh. zunächst vom Kreuze Christi); dazu asäâchs. cräci f. n., mnd. und mndl. cräce, nnd. Kkrüze, Krüz, nndl. Kruis, afries. crioce, Kriose, krüs n. Aus dem Akk. rücem von gleichbed. lat. cruæ f., mit regelrechtem Umlaut. Ebenso entlehnt anord. ross m., schwed.-dän. Kors, aber aus andrer Quelle(dafür got. galga m. eGalgen», ags. rOd f. Rute»). Die ältre