Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1143-1144
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1143 Krawall

Kreide 1144

crüteht n. ZUS. Krautbauer, m.: Häupter- visse f.«Krebs» und crevette f. ckleiner Krebs»,

kohl Bauender, mit Häupterkohl handelnder Bauersmann(bei Kramer 1787). Kraut- haupt, n. und Krautkopf, m.: Kohlkopf, im 17. Jh. Krautehaubt, Krauthaupt, mhd. krütes houbet; 1581 bei Fischart Bienenkorb 84 b Kraultkopff. Krautjunker, m.:(spöttisch) unwissender Landedelmann, im 17. Jh. bei Moscherosch Patientia 26.

Krawäll, m.(-s, Pl.-e): vorübergehender Aufruhr chne Ausdehnung. Von den großen- teils rat- und tatlosen Aufständen des Herb- stes 1830 aus rasch im westlichen Mittel- deutschland verbreitet. Doch vereinzelt schon vom J. 1557 aus dem Archiv zu Rotweil &Crowallen halben uff wasser und land be- kreten oder angreiffen würden(Herrigs Archiv 38, 343). Aus franz. charivalli(14. Jh., mlat. charavallium), der Nebenform von charibari «Straßenlärm, Katzenmusiky, prov. caravil (s. Charivari). Davon 1830 krawällen v. und Krawäller, m.

Krawäͤtte, f.(Pl.-n): steife Halsbinde. Früh im 18. Jh. aus franz. cravate f., in der ersten Hälfte des 17. Jh. gebildet aus dem Volksnamen Cravate«Kroaten(s. Kra- hate), als Nanchahmung der leinenen Halstücher der Kroaten, daher ital. croatta neben cravattaf.

Kraxe, f.(Pl.-/): Traggestell. Bayr.- schwäbisch. Mhd.(österr.) chrechse f., 1421 Kräxen(Diefenbach nov. gl. 97²). Vielleicht mit 1Krätze zusammenhängend.

kraxeln, v.: klettern, mühsam gehen. Bayr-'östr., eine Weiterbildung des schon im 17. Jh. bezeugten österr. rägeln«strampeln, kletterny». In der neuern Zeit durch den Bergsport bekannt geworden.

Kreatür, f.(Pl.-Jen): Geschöpf. Mhd. erẽatiure, md. créatãre f., aus gleichb. lat. creãtãra f., von credre«erschaffeny. 4 B L. kreatürlich, adj., mhd. créatiurlich.

Krebs, m.(Gen.-es, Pl.-e): hartschaliges Wassertier mit zwei Scheren;(von der Xhn- lichkeit der Krebsschale, im 15. und 16. Jh.) blecherner Brustharnisch; um sich fressendes Geschwür(schon im 14. Jh. aus dem Alter- tum übernommen, lat. cancer m.). In urspr. Bed. mhd. Krebez, krebz, im 14. Jh. auch grebs, spätahd. crebiz, md. im 12. Jh. criuz, später Kreuz, Kreuze, krouz, mit schwacher Flexion mhd. Krebeze, rebze, ahd. chrepazo m; dazu mnd. Krevet, kreft, mndl. Frevet, Krevitse,

gleichen Stammes wie Krabbe(s. d.). 4L. krebsen, v.: Krebse fangen, mhd. Krebezen, krebzen. ZUS. Krebsauge, m., im 15. Jh. Kreby' ß, Kreffißzauge(Diefenbach gl. 490°), so heißen zwei im August zur neuen Schalen- bildung im Magen des Krebses befindliche halbkugelige Steinchen. Krebsgang, m.; Gang rückwärts wie der eines Krehbses, bei Luther 3, 332 b Jen. Krebsschaden, m.: Krebsgeschwür, 1678 bei Krämer. Krebs- schere, f., früh im 15. Jh. md. Krebezschere. Krebssuppe, f., im 15. 16. Jh. Erebssuppe (Germ. 9, 206).

kredénzen, v.: vorkosten, vorkostend dar- reichen. Spätmhd. crédenzen, von ital. cre- denza f.«Glaube, das Vorkosten? zu Treu und Glauben» d. h. zum Zeichen der Un- schädlichkeit, der Giftlosigkeit, mlat. cre- dentia f., zu lat. crédére«glauben». 4 L. Kredénzer, m., spätmhd. crédenzer. ZUS. Kredénztisch, m.: Schenktisch, 1540 bei Alberus dict. r, 1586 in den Script. rer. Siles. 4, 290 Credentz m. Jetzt Kredénz, f.

Kredit, m.(-els, Pl.-e): Treue und Glauben zu Borg, Leihvertrauen. Zu Anfang des 17. Jh.(1601 bei Albertinus Kriegsleut Weckuhr 118 b Credlit m., als Neutr. 1663 bei A. Gryphius Horrib. 11) entlehnt aus gleichbed. franz. erédit, ital. eredito m., von lat. crõditumè n. cDarlehny, dem Neutrum von créditus, Part. Perf. Pass. von crédére«glauben, borgen». Dafür kaufmännisch im 16. Jh. Glauben(1548 bei Agricola Sprichw. Nr. 733). kreditieren, v.: auf Borg geben, im 17. Jh. creditiren, aus franz. eréditer. Kreditor, m.(-s, Pl. Kredi- tören): Gläubiger, 1510 im Cod. dipl. Siles. 20, 178 Creditor, aus gleichbed. lat. créditor m.

Kreditiv, n.(*s, Pl.-e): Beglaubigungs- schreiben. 1607 bei Sattler Orthogr. 32 Creditify- schreiben. Vom mlat. Adj. creditivus«Glauben zu schenkend», zu lat. crédére«glaubeny. Dafür im 15. und 16. Jh. credenz f. n., mnd. credencie f., aus ital. eredenza f.(s. Kreddenzen).

kregel, adj.: munter, lebhaft(Tieck Nov. 7, 130). Nd. und md., aber mnd. Kregel«immer fertig zum Kampfe, hartnäckigy, ndl. Kregel «störrisch», 1599 bei Kilian krijghel, ent- sprechend ahd. idarcrégilin chartnäckig. Verwandt mit Krieg(s. d.).

Kreide, f.(Pl. n): weiße Kalkerde zum Schreiben usw. Mhd. kride, spätahd. cräda, f.;

krevisse, undl. greeft m. Entlehnt afranz. dazu and. erida, mnd. Krite f. Aus gleichbed.

escrevisse(auch Brustharnisch), nfranz. écre-

unerklärtem lat. créta f. Kreidey.

4BL.