1139 Krapp
Kräuel 1140
mhd. Krapfe, ahd. Kräpfo m. Benannt nach der urspr. hakenförmigen Gestalt, eins mit *Krapfen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Krüm- mung(umgebognes Ende) zum Fassen und Einhängen, Haken, Klammer. Mhd. krapfe, md. Krdpe, ahd. cräpho, chrãpfo, crãpo m. (auch in der Bed.«gebogne Klaue, Kralles). Ins Romanische entlehnt: ital. graffio m. Haken, Kralley, grappa f.«Klammer», grappo m. Traubenkammy, franz. agrafe f.«Klam- mer, grappe f.(afranz. crape)«Traubes, grappin m.«kleiner Anker mit vier Haken», span. grapa f.«Haken». Gleichen Stammes mit Nasalierung ist Krampe(s. d.).
Krapp, m.(-els, ohne Pl.): die Färber- röte, Färberwurzel, eig. das gemahlne Mark der Wurzel. 1712 bei Hübner Krapp, Grapp, Grappe f., aus ndl. Krap, im 16. Jh. Krappe f., woher auch franz. grappe f. Angeblich be- nannt nach den hakenähnlichen Dornen der Pflanze und dann eins mit 2 Krapfen.
Krapüle, f.: Völlerei; gemeines Gesindel. Aus gleichbed. franz. crapule f. von lat. crãpula f. cheftiger Rausch». Im 19. Jh. Bei Campe 1813 crapalös«trunken, weinbegeistert?.
kraspeln, v.: wie hartes Reiben in wieder- holten Tönen gehört werden. Bei Klamer Schmidt kom. Dicht. 82. Mhd. kraspeln. Derselbe Stamm erscheint in anord. Krespa «krachen», engl. crash, im Ablaut schott. crisp«knackeny. Lautnachahmend.
kraß, adj.: dick, grob; plump, roh. 1714 bei Wächtler. Nach lat. crassus«dick», aus der Studentensprache, aber vermengt mit graß, gräßlich.
Krätenwagen, s. Kratten.
Krater, m.(-S, Pl. wie Sg.): Becher- schlund eines Vulkans. Im 18. Jh.(Goethe 30, 59) aus gr. Jat. crãtér, gr.«oarnp m.«Misch- kessel», auch Offnung eines feuerspeienden Berges», von gr. kepdvvuou«mischey.
Kratten, m.(-s, Pl. wie Sg.): tiefer Handkorb, Wagenkorb,(in den bayr. tirol. Alpen) zweirädriger Karren. Daher Kräten-, Krattenwagen, m.«Korbwagen». Ober- deutsch. Mhd. Kratte, gratte, ahd. cratto, m. «Korb»; dazu ags. cradel, eradol m., engl. cradle«Wiegey. Daneben Formen, die auf t weisen, vgl. 1Krätze.
Kratz, m.(-es, Pl.-e): einmaliges Kratzen; Schramme davon. Mhd. kraz m., Gen. Kratzes.
Kratze, f.(Pl.-n): Werkzeug zum Kratzen; Scharre. Erst im 15. Jh.(Tucher Baumeisterb. 256, 28), aber im Bergbau schon mhd. krataze f.
1Krätze, f.(Pl.-n/): geflochtner Korb, Korbgeflecht. Mhd. kretze f. und m.(auch im frühesten Nhd. noch Kretze m.), mit Nasal krenze, krinze, ahd. crezzo m. Nebenform zu kratten. Dazu ags. crat, crät n.«Wagen?. Weder mit lat. cräãtes f.«Flechtwerk», noch mit gr. käproxoc m. unten spitz zulaufender Korb» verwandt, da die Lautverschiebung fehlt. Vielleicht entlehnt. Vgl. Kratten.
2Krätze, f.(ohne Pl.): Kratzen verur- sachende kleine Milbenblattern am Körper; schuppichter Abfall vom Metalle beim Be- arbeiten. In der 1. Bed. mhd. kratz(voc. opt. 40 b, 6, bei Megenberg kratzen n.), im 15. Jh. Kretze, kretz; in der 2. Bed. im 15. Jh. Kretze(Frankf. Bürgermeisterb. v. 1450), kretz (Nürnb. Polizeiordn. 150, 14 vom J. 1483). 4BL. Krätzig, adj.: die Krätze habend, im 15. Jh. Kretzec, mhd. in ankretzig«räudig, woneben 1347 krezoht«schäbig)(Pfeiffers Ubungsb. 154, 129).
kratzen, v.: mit Spitzem od. Scharfem ein- dringend fassen oder reiben; reibend scharren. Mhd. Kratzen, Kretzen, ahd. chrazzõn; dazu mnd. Kratzen, Krassen, mndl. cretten«kratzen?, anord.-nnorw. grota«ausschneiden), schwed.- dial. Krta. Aus dem Germanischen ent- lehnt ital. grattare, franz. gratter«kratzen?. Eine nasalierte Wurzel könnte in lit. grãndaua «schaben stecken. 4B L. Krätzer, m.: im Halse kratzender Wein, 1691 bei Stieler, dafür 1600(bei Melander Jocoseria) Kratzenberger m. kratzig, adj.: rauh, unfreundlich, 1808 bei Campe als nd. ZUS. Kratzbürste, f.: (bildlich) unfreundlicher Mensch, bereits im 17. Jh.(Bechstein Museum 2, 252). Kratz- fuß, m.: höfliche Verbeugung, wobei man mit dem linken Fuße ein wenig nach hinten auskratzte. 1775 bei Adelung, nd. Kratzfoot 1767 im Brem. Wb., dafür 1734 bei Steinbach Scharrfuß. Die Sitte selber bestand bereits am Anfang des 17. Jh.
Krätzgarten, m.: Gemüsegarten. Im östlichen Mitteldeutschland, 1580 im kursächs. General-Articul§ 22. Benannt nach der Be- arbeitung mit der Kratze d. i.«Krauthacke, Karsty(md. 1517 bei Trochus Q5 b kratze).
krauchen, v., ostmd. Nebenform von kriechen(s. d.), 1586 bei Ringwaldt Warh. 21.
Kräuel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Gabel mit Haken zum Fassen. Bei Luther kKreuel und krewel, mhd. Kröuaoel, Krezwwel, kröul, riul, kreul, ahd. chrawwil, erewvil, chrowil, crouril m. «dreizinkige Gabel, Dreizack, Hakengabel,


